Förderungen für Museen

Zuständigkeit

Laut Bundesverfassung fallen ausschließlich die Bundesmuseen und die Sammlungen des Bundes in die Kompetenz des Bundes. Die Belange der übrigen Museen sind Landessache bzw. Angelegenheit ihrer jeweiligen Rechtsträger.

Um die kulturpolitische Präsenz des Bundes auch in den Ländern zu sichern und die erfreuliche Entwicklung zu mehr Qualität im österreichischen Museumswesen weiterhin exemplarisch zu unterstützen, fördert der Bund Landes- und Gemeindemuseen sowie Museen anderer Rechtsträger, soweit ihnen überregionale Bedeutung zukommt und sie den Förderrichtlinien des Bundeskanzleramtes entsprechen.

Grundsätze der Förderung

Die Grundlagen der Förderungen des Bundeskanzleramtes für Museen sind

Förderungen sind Ermessenssache. Es besteht kein Rechtsanspruch auf eine Förderung!

Wer kann gefördert werden?

Förderungen für Museen erhalten grundsätzlich nur Einrichtungen, die der Museumsdefinition des International Council of Museums (ICOM) entsprechen ("Ein Museum ist eine gemeinnützige ständige Einrichtung, die der Gesellschaft und ihrer Entwicklung dient, der Öffentlichkeit zugänglich ist und materielle Zeugnisse des Menschen und seiner Umwelt für Studien-, Bildungs- und Unterhaltungszwecke sammelt, bewahrt, erforscht, vermittelt und ausstellt." Vergleiche ICOM-Code of Ethics, deutsche Fassung 2010).

Museen entsprechen dieser Definition konkret, wenn sie

  • zum Zeitpunkt des Förderantrags Träger des von ICOM Österreich und dem Museumsbund Österreich verliehenen Österreichischen Museumsgütesiegels sind, oder konkrete Maßnahmen zur Erreichung der Qualitätsstandards nach dem Österreichischen Museumsgütesiegels und den definitorischen Standards von ICOM setzen
  • nachweisen können, dass sie die Kriterien des Österreichischen Museumsgütesiegels erfüllen
  • plausibel darstellen können, dass sie diese Kriterien auch in den Folgejahren erfüllen können

Museen, die nach diesen Richtlinien gefördert werden können, zeichnen sich durch dauerhafte Sammlungen und einen bestimmten Umgang damit sowie durch besondere Angebote an die Besuchenden und Benutzerinnen bzw. Benutzer dieser Sammlungen aus.

Voraussetzungen für die Förderung von Museen

Überregionale Bedeutung

Gefördert werden Museen, deren inhaltliche Ausrichtung und Sammlungsschwerpunkte oder deren Angebote an Besuchende sowie Benutzerinnen und Benutzer über den jeweiligen Standort und Bezirk hinaus als einzigartig und bedeutsam wahrgenommen werden können – oder Projekte, die Museen in diesem Sinn überregionale Bedeutung verleihen.

Ökonomische Eigenständigkeit:

Gefördert werden Institutionen, die zum Zeitpunkt der Antragsstellung mindestens ein volles Geschäftsjahr im Betrieb waren. Museen, die ohne die Subvention des Bundeskanzleramtes wirtschaftlich nicht lebensfähig wären, sind von einer Förderung prinzipiell ausgeschlossen.

Ausreichende Eigenleistungen:

Grundsätzlich ist die Museumsförderung als Hilfe zur Selbsthilfe zu sehen. Der Förderwerber muss also auch Eigenleistungen erbringen und nach Möglichkeit Drittmittel inklusive weiterer Förderungen anderer Rechtsträger in Anspruch nehmen. Die Höhe der Bundesförderung wird vom Bundeskanzleramt auf Basis der begründeten Empfehlung des Beirats festgelegt.

Bei Museen in der Trägerschaft der Länder, von Städten und Gemeinden wird zudem davon ausgegangen, dass ihre Kernaufgaben des Sammelns, Bewahrens, Erforschens, Vermittelns und Ausstellens, insbesondere auch alle Maßnahmen der Inventarisierung, Konservierung und Deponierung der Sammlungen, in der Regel aus eigenen Mitteln zu finanzieren sind.

Besondere Förderschwerpunkte

Im Sinn einer qualitätsvollen Weiterentwicklung des Museumswesens in Österreich werden Projekte und Initiativen für besonders förderungswürdig gehalten, die darauf abzielen, das Museum aktuellen gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklungen zu öffnen.

Als besonders förderungswürdig gelten Kooperationen von Museen untereinander, in Museumsverbänden oder mit anderen gesellschaftlichen Einrichtungen und Initiativen, die

  • eine inhaltliche Weiterentwicklung oder Anpassung an heutige Fragestellungen der Museen ermöglichen,
  • neue, insbesondere auch sozioökonomisch benachteiligte, schwer erreichbare oder in Museen unterrepräsentierte Zielgruppen, wie etwa Menschen mit Migrationshintergrund, erschließen,
  • neue Möglichkeiten und Formen des Museumsbetriebs entwickeln, und/oder
  • sowohl bei Sammlungspflege und Aufarbeitung der Bestände als auch bei der Entwicklung von Themen und Vermittlungsprogrammen neue Formen der Kooperation von Wissenschaft und Museen eröffnen.

In Bezug auf inhaltliche Ausrichtung und Differenzierung der eingereichten Projekte wird besonderes Augenmerk gelegt auf

  • kritische Auseinandersetzung mit dem gewählten oder vorgegebenen Thema,
  • Vermittlung von kulturellen, sozialen, politischen, ökonomischen oder ökologischen Implikationen der Themen,
  • Vermittlung eines weltoffenen, vernetzten Denkens,
  • kritische Reflexion bzw. Abbau von Vorurteilen und Stereotypen,
  • Förderung von Gleichberechtigung und Gendergerechtigkeit,
  • Barrierefreiheit,
  • Kooperationen mit Bildungsinstitutionen

Nicht förderungswürdig sind grundsätzlich:

  • technische Neuerungen (z. B. Medien) ohne qualitativen (inhaltlichen) Mehrwert
  • organisatorische Umstrukturierungen ohne funktionalen Mehrwert für Museum bzw. Angebot
  • Professionalisierung ohne inhaltlichen und/oder funktionalen Mehrwert für das Museum und seine Besuchenden sowie Benutzerinnen und Benutzer

Bereiche der Förderung

Gefördert werden können

  • herausragende Initiativen zur Stärkung des Museums als Ort des gesellschaftlichen Diskurses,
  • Maßnahmen zur zeitgemäßen Aktualisierung der Präsentation der Sammlung,
  • Sonderausstellungen, wenn sie für die Neupositionierung und langfristige Entwicklung des Museums relevant sind,
  • Spezialprojekte zur Sammlungspflege: Restaurierung und Konservierung, digitale Inventarisierung musealer Objekte, Maßnahmen zur Objektsicherung, oder
  • außergewöhnliche museumsbezogene Vermittlungsprojekte.

Nicht gefördert werden hingegen

  • bauliche Maßnahmen
  • der Betriebsaufwand von Museen
  • der Ankauf musealer Objekte
  • Kataloge und andere Publikationen

Einreichungsmodalitäten

Förderansuchen sind einzureichen:

Eingelangte Förderansuchen werden:

  • auf Vollständigkeit geprüft (N.B.: Nicht vollständig ausgefüllte oder nicht mit den zur Beurteilung notwendigen Unterlagen versehene Anträge können nicht bearbeitet werden)
  • dem Beirat für Museumsförderungen beim Bundeskanzleramt zugewiesen

Der Förderwerber erhält:

  • eine Bestätigung über das Eintreffen seines Förderansuchens
  • eventuell ein Ersuchen um Beibringung weiterer Informationen
  • eine schriftliche Zusage mit Nennung der Förderhöhe oder eine Absage

Einreichfrist

  • 31. Oktober

Kontakt

Margot Arbeshuber
Bundeskanzleramt
Abteilung II/7 - Kulturinitiativen, Volkskultur
Concordiaplatz 2, 1010 Wien
Tel.: +43 1 531 15-203641
E-Mail: margot.arbeshuber@bka.gv.at