Beiräte und Förderleitlinien im Bereich der Abteilung II/1

Gesetzliche Bestimmungen für Beiräte

Es sind Leistungen und Vorhaben zur Finanzierung zu empfehlen, "die von überregionalem Interesse oder geeignet sind, beispielgebend zu wirken, innovatorischen Charakter haben oder im Rahmen eines einheitlichen Förderungsprogramms gefördert werden." (§ 2, Abs. 2 Kunstförderungsgesetz)

Der Beirat hat die Aufgabe, aufgrund seines Fachwissens für das Bundeskanzleramt sachverständige Empfehlungen abzugeben und fungiert auch als kulturpolitisches Beratungsgremium für das Bundeskanzleramt. Er ist bei seiner Tätigkeit nicht weisungsgebunden und zur Verschwiegenheit verpflichtet. Grundsätzlich werden die Mitglieder der Beiräte für die Dauer von ca. drei Jahren bestellt, wobei auch auf eine Präsenz der Bundesländer Bedacht genommen wird. Die Beiratstätigkeit richtet sich auf die Mitfinanzierung der Jahresprogramme von Kunstvereinen und Institutionen und auf die Förderung von Einzelvorhaben bzw. von einzelnen Künstlerinnen und Künstler mit Konzentration auf aktuelle, zeitgemäße und relevante Kunstströmungen.

Förderleitlinien 2015 für der Beiräte für Architektur und Design, Beirat für Bildende Kunst, Fotobeirat, Beirat für Medienkunst

Im Rahmen des Kunstförderungsgesetzes 1988 bzw. anderer geltender rechtlicher Bestimmungen – insbesondere hinsichtlich der dort genannten Kriterien für die Zuerkennung von Förderungen, wie Innovation, überregionale Wirksamkeit und beispielgebende Wirkung – und der im geltenden Regierungsprogramm festgelegten Schwerpunkte – wie insbesondere zeitgenössische Kunst, Nachwuchsförderung, Kunstvermittlung und Internationalisierung – werden vom den derzeitigen Beiräten der Abteilung II/1 (Bildende Kunst, Architektur und Design, Medienkunst und Fotografie) bestimmte Leitlinien und Kriterien für seine Förderungsempfehlungen festgehalten.

A) Die Förderungsempfehlungen der Beiräte orientieren sich im Wesentlichen an folgenden Leitlinien

  • Vorhaben, die nur durch die vergebene Förderung entwickelt werden können, oder
  • die in der momentanen institutionellen Landschaft Österreichs sonst nicht realisierbar wären.
  • Vorhaben, welche die Präsenz und Vernetzung der österreichischen Kunst in der nationalen wie internationalen Öffentlichkeit stärken.
  • Vorhaben, Maßnahmen und Programme, welche insbesondere auch die jüngere Generation im Bereich der Künste fördern und bekannt machen.
  • Vorhaben der Künstlerinnen und Künstler der mittleren Generation, die hervorragende Arbeit leisten.
  • Aufarbeitung von historischen Positionen des 20. Jahrhunderts von zeitgenössischer Relevanz.
  • Künstlerische und theoretische Vorhaben, die sich konzeptuell mit relevanten künstlerischen und gesellschaftlichen Fragestellungen beschäftigen und hierbei im Wissen um die bestehenden Kontexte neue Wege beschreiten.
  • Unterstützung von Institutionen oder Vereinen, die zur programmatischen Aufarbeitung, Präsentation, Verbreitung und Vermittlung der zeitgenössischen Künste dienen.

B) Hinsichtlich der Empfehlungen der Beiräte werden insbesondere folgende Kriterien berücksichtigt

  • künstlerische und/oder theoretische Qualität des beantragten Vorhabens
  • Kontinuität
  • beispielgebender Ansatz
  • Genderaspekt
  • Nachwuchsförderung
  • Interkulturalität
  • kulturelle Nachhaltigkeit

C) Abgrenzende Kriterien

  • Vorhaben, die eine rein kommerzielle Intention verfolgen, werden zur Förderung nicht empfohlen
  • Vorhaben von noch in einer Ausbildung befindlichen Personen werden nicht für eine Förderung empfohlen.
  • Projekte oder Vorhaben, die Teil von bereits geförderten Jahresprogrammen sind, können nicht nochmals gesondert eingereicht werden.
  • fehlende Nachvollziehbarkeit und Unvollständigkeit der eingereichten Unterlagen

D) Spezifika Beirat für Medienkunst

Folgende Bereiche werden explizit vom Medienkunstbeirat nicht zur Förderung empfohlen:

  • Projekte mit kommerzieller Ausrichtung
  • Veranstaltungen und Kompositionen im Bereich der Unterhaltungs- und der elektronischen Musik
  • Musikvideos
  • Internetradio
  • Webcasting
  • Dokumentationen
  • Dokumentarische Nutzung der Neuen Medien ohne inhaltlich-diskursive Bezugnahmen
  • Nutzung der Neuen Medien mit journalistischer Ausformung
  • Kinofilme
  • Dokumentarfilme
  • Projekte und Veranstaltungen im Kinobereich
  • Projekte vorwiegend für Filmfestivals
  • Computerprogrammierungen
  • Software-Entwicklung
  • Datenbanken
  • Game Design
  • Interface Design
  • Graphical Effects
  • Permanente Interventionen von Kunst im öffentlichen Raum
  • Projekte mit überwiegend technischen und kommerziellen Anwendungen (Großbildprojektionen, Visualisierungen)
  • Projekte und Veranstaltungen mit Fokus auf theoretischem Diskurs oder mit überwiegender Forschungs- und Wissenschaftsorientierung
  • Archive

Zusammensetzung der Beiräte

Derzeit bestehen im Bereich der Abteilung vier Beiräte.

Beirat für Bildende Kunst

  • Mag. Judith Fegerl
  • Mag. Verena Gamper
  • Mag. Sofie Thorsen
  • Jasper Sharp
  • Mag. Günther Holler-Schuster

Beirat für Architektur und Design

  • Mag. Marina Hämmerle
  • Mag. Dieter Henke
  • Mag. Tulga Beyerle

Medienkunstbeirat

  • Univ.-Prof. Mag. Dr. Felicitas Thun-Hohenstein
  • DI MMag. Wolfgang Fiel
  • Mag. Matthias Meinharter

Fotobeirat

  • Mag. Ruth Horak
  • Univ.-Prof. Gabriele Rothemann
  • Prof. Günther Selichar