Europeana und die Digitalisierung des kulturellen Erbes

  1. Politischer EU-Rahmen
  2. Europeana, das Online-Portal zu Europas kulturellem Erbe
  3. Kontakt

Politischer EU-Rahmen

Die EU befasst sich seit mehr als 15 Jahren damit, wie kulturelles Material digitalisiert und der Öffentlichkeit online verfügbar gemacht werden kann. Die Maßnahmen tragen zur Umsetzung der übergeordneten EU-Leitinitiative Digitale Agenda für Europa bei. Im Mittelpunkt der Arbeiten steht die digitale europäische Bibliothek "Europeana".

Nach dem Abschlussbericht "A new Renaissance" des Weisenrats und einer Empfehlung der Europäischen Kommission im Jahr 2011 hat der EU-Ministerrat am 10. Mai 2012 Schlussfolgerungen verabschiedet. Darin einigten sich die EU-Mitgliedstaaten auf einen Aktionsplan bis zum Jahr 2015 für die Weiterentwicklung der nationalen Digitalisierungsstrategien, für die Finanzierung, Öffentlichkeitsarbeit sowie die qualitativen und technischen Standards der Europeana, für urheberrechtliche Regelungen und für die Langzeitarchivierung.

In Fortsetzung des Aktionsplanes wurden mit 31. Mai 2016 neue Schlussfolgerungen des Rates zur Rolle der Europeana für den digitalen Zugang, die Sichtbarkeit und die Nutzung des europäischen Kulturerbes veröffentlicht. In diesen wird die Finanzierung und Verwaltung der digitalen Bibliothek, die Qualität ihres Datenbestands und ihre Benutzerfreundlichkeit erörtert. Die Europeana soll als kulturelles und digitales Innovationsprojekt weiter ausgebaut werden. Dabei sollen die Mitgliedstaaten verstärkt eingebunden werden und Verantwortung übernehmen; zudem soll eine nachhaltige Finanzierung sichergestellt werden.

Die EU-Kommission hat sich die Schaffung eines digitalen Binnenmarktes zum Ziel gesetzt. Dazu wurde im Mai 2015 die Strategie "Digitaler Binnenmarkt für Europa" veröffentlicht, welche auf drei Säulen basiert:

  • Besserer Zugang zu digitalen Waren und Dienstleistungen
  • Optimale Rahmenbedingungen für digitale Netze und Dienstleistungen
  • Digitale Wirtschaft als Wachstumsmotor

Links zu wichtigen EU-Dokumenten in diesem Bereich

Europeana, das Online-Portal zu Europas kulturellem Erbe

Arbeit von Europeana - Logo

Im November 2008 wurde die Europeana als ein multimediales Online-Portal für das europäische kulturelle Erbe der Öffentlichkeit zugänglich gemacht (2008 mit etwa 2 Millionen Objekten, 2017 bereits mit mehr als 55 Millionen Objekten). Ein schöner Zufall wollte, dass sowohl das 20-millionste als auch das 30-millionste Objekt in der Europeana aus Österreich stammt; es handelt sich dabei um das Gemälde "David und Goliath" von Caravaggio aus dem Kunsthistorischen Museum Wien und um den Animationsfilm "The Fantastic Flying Books of Mr. Morris Lessmore" aus dem Ars Eletronica Archiv in Linz.

Unter www.europeana.eu haben Internet-Nutzende freien Zugriff auf diese Millionen digitalisierter Texte, Bilder, Töne und Film-Aufnahmen aus Kulturinstitutionen (Museen, Bibliotheken und Archiven) der EU-Mitgliedstaaten.

Das Projekt wird von der Europeana Foundation verwaltet. In der haben sich die wichtigsten europäischen Verbände von Bibliotheken, Archiven, Museen, audiovisuellen Archiven und kulturellen Einrichtungen zusammengeschlossen. Für den laufenden Betrieb der Europeana ist die niederländische Nationalbibliothek zuständig.

Seit 2014 erfolgt die Basisfinanzierung der Europeana aus der "Connecting Europe Facility". Projekte werden mit Mitteln des EU-Forschungsprogramms "Horizon 2020" unterstützt, darüber hinaus wird die Europeana durch freiwillige Beiträge von den EU-Mitgliedstaaten (darunter auch von Österreich) gefördert.

Die Anzahl der beteiligten Kulturorganisationen und Objekte in der Europeana wächst beständig. Inzwischen haben über 2.500 Kulturorganisationen aus ganz Europa reiches Material aus ihren Sammlungen der Europeana bereitgestellt.

Aus Österreich sind Inhalte aus den Sammlungen der Österreichischen Nationalbibliothek, dem Kunsthistorischen Museum, dem Museum für Völkerkunde, dem Theatermuseum, der Österreichische Mediathek (Audios und Videos) des Technischen Museums, dem Filmarchiv Austria, der Gesellschaft für Historische Tonträger, dem ORF u. v. m. über die Europeana abrufbar.

Im Rahmen des Programms "Google Books" begann die Österreichische Nationalbibliothek im Jahr 2010 in einer privat-öffentlichen Partnerschaft mit Google das Projekt ABO (Austrian Books Online). Im Zuge dieses Projektes werden ca. 600.000 rechtsfreie Bücher digitalisiert und in die Europeana integriert.

Das österreichische Kulturportal "Kulturpool" fungiert als Aggregator für die Europeana. Der Kulturpool bietet einen zentralen Zugang zu digitalen österreichischen Kulturerbe-Ressourcen. Mithilfe des Kulturpools können Museen, Bibliotheken und Archive übergreifend durchsucht und im Detail erforscht werden.

Die ENUMERATE-Umfrage liefert statistische Daten über die Digitalisierung, digitale Bewahrung und den Online-Zugang zum kulturellen Erbe in Europa. Durchgeführt wird diese Umfrage vom ENUMERATE-Netzwerk zusammen mit der Europeana. Tausende Kultureinrichtungen in ganz Europa werden in die Umfrage einbezogen. Bisher wurden drei Umfragen durchgeführt (2012, 2013 und 2015). Derzeit läuft die vierte Umfrage (bis 30. Juni 2017). Weitere Informationen über das ENUMERATE-Projekt und das ENUMERATE- Netzwerk: pro.europeana.eu/project/enumerate

Links

Kontakt

Bundeskanzleramt
Abteilung II/6 – Auszeichnungsangelegenheiten, Sonderprojekte, Veranstaltungsmanagement, Digitalisierung
Mag. Martin Ure
Tel.: 43 1 531 15-203534
E-Mail: martin.ure@bka.gv.at