Europäische Kulturhauptstadt

1985 auf Initiative der damaligen griechischen Kulturministerin Melina Mercouri ins Leben gerufen, blicken die Kulturhauptstädte auf eine 30-jährige Erfolgsgeschichte zurück. Immerhin hat sich diese Initiative zum ehrgeizigsten europäischen Kulturprojekt und zur bekanntesten Kulturinitiative der EU entwickelt. Da sie stark auf die Einbindung des regionalen Publikums ausgerichtet sind, spielen Kulturhauptstädte auch für den Tourismus eine große Rolle. Zudem tragen eine langfristige Kulturstrategie und Investitionen in die Infrastruktur zur nachhaltigen Entwicklung der Städte bei.

Ziel dieser EU-Initiative ist es, den Reichtum und die Vielfalt der europäischen Kulturen aufzuzeigen sowie das Verständnis der Bürgerinnen und Bürger über andere Kulturen und füreinander zu verbessern. Die Kulturhauptstädte sind Botschafter eines gemeinsamen, toleranten und offenen Europas.

Die Broschüre der Europäischen Kommission gibt einen Überblick über beispielhafte Kulturhauptstädte, die mit ihrem maßgeschneiderten Programm eine besondere europäische Strahlkraft gehabt und das Publikum begeistert haben.

Europäische Kulturhauptstadt 2024 in Österreich

Die Kulturhauptstädte Graz 2003 und Linz 2009 waren überaus erfolgreich und gaben wichtige Impulse für die Stadt- und Regionalentwicklung. Österreich ist 2024 wieder an der Reihe. Die Vorbereitungen sind bereits angelaufen; am 29. September 2016 hat das Bundeskanzleramt gemeinsam mit dem Städtebund den Workshop "Kultur bringt's! Die Europäische Kulturhauptstadt als Chance für nachhaltige Stadtentwicklung" für Vertreterinnen und Vertreter von interessierten Städten im Haus der Europäischen Union in Wien organisiert. Oliver Scheytt, 2006-2012 Geschäftsführer der Kulturhauptstadt Essen und aktuell Präsident der Kulturpolitischen Gesellschaft in Deutschland, hielt einen äußerst spannenden Vortrag über die Chancen und Herausforderungen, welche die Europäische Kulturhauptstadt stellt. In der Diskussion mit dem hochkarätig besetzten Podium konnten viele wichtige Aspekte vertieft werden.

Das Bundeskanzleramt wird voraussichtlich im Sommer 2017 eine Ausschreibung veröffentlichen. Wir freuen uns auf einen spannenden Wettbewerb der österreichischen Städte!

Zeitplan

  • 2017: Ausschreibung
  • 2018: Shortlist der EU-Jury
  • 2019: Auswahl der EU-Jury und Ernennung
  • 2020-2033: Monitoring der Vorbereitungen
  • 2024: Kulturhauptstadt Jahr in Österreich

Unterlagen

EU-Rechtsgrundlage und Prozedere

Jedes Jahr teilen sich zwei Städte aus den EU-Mitgliedstaaten nach einer festgelegten Reihenfolge den Titel. Ab 2021 können sich auch EU-Kandidatenländer alle drei Jahre beteiligen. Der EU-Beschluss Nr. 1622/2006/EG regelt die Auswahl der Städte für die Jahre 2007 bis 2019, der EU-Beschluss Nr. 445/2014/EU die Auswahl der Städte für die Jahre 2020 bis 2033.

Das sechsjährige und mehrstufige Auswahlverfahren wird von einer EU-Jury begleitet. Am Anfang steht eine nationale Ausschreibung. Die in die engere Auswahl gekommenen Städte müssen ihre Konzepte konkretisieren. Auf Basis der Empfehlung der EU-Jury ernennen die Mitgliedstaaten ihre Kulturhauptstadt rund vier Jahre im Voraus, damit die Vorbereitungen rechtzeitig starten können. Als Würdigung an die Initiatorin wird eine EU-Förderung in Höhe von 1,5 Millionen Euro pro Stadt als "Melina Mercouri Preis" vergeben.

Ausführliche Informationen sind auf der Website der Europäischen Kommission erhältlich.

Liste der Europäischen Kulturhauptstädte

2016

2017

2018

2019

2020

2021

Kontakt

Mag. Elisabeth Pacher
Bundeskanzleramt
Abteilung II/10 - Europäische und internationale Kulturpolitik
Tel.: + 43 1 531 15-203692
E-Mail: elisabeth.pacher@bka.gv.at