Europäische Kulturhauptstadt

1985 auf Initiative der damaligen griechischen Kulturministerin Melina Mercouri ins Leben gerufen, blicken die Kulturhauptstädte auf eine 30-jährige Erfolgsgeschichte zurück. Immerhin hat sich diese Initiative zum ehrgeizigsten europäischen Kulturprojekt und zur bekanntesten Kulturinitiative der EU entwickelt. Da sie stark auf die Einbindung des regionalen Publikums ausgerichtet sind, spielen Kulturhauptstädte auch für den Tourismus eine große Rolle. Zudem tragen eine langfristige Kulturstrategie und Investitionen in die Infrastruktur zur nachhaltigen Entwicklung der Städte bei.

Ziel dieser EU-Initiative ist es, den Reichtum und die Vielfalt der europäischen Kulturen aufzuzeigen sowie das Verständnis der Bürgerinnen und Bürger über andere Kulturen und füreinander zu verbessern. Die Kulturhauptstädte sind Botschafter eines gemeinsamen, toleranten und offenen Europas.

Die Broschüre der Europäischen Kommission gibt einen Überblick über beispielhafte Kulturhauptstädte, die mit ihrem maßgeschneiderten Programm eine besondere europäische Strahlkraft gehabt und das Publikum begeistert haben.

EU-Rechtsgrundlage und Prozedere

Jedes Jahr teilen sich zwei Städte aus den EU-Mitgliedstaaten nach einer festgelegten Reihenfolge den Titel. Ab 2021 können sich auch EU-Kandidatenländer alle drei Jahre beteiligen. Der EU-Beschluss Nr. 1622/2006/EG regelt die Auswahl der Städte für die Jahre 2007 bis 2019, der EU-Beschluss Nr. 445/2014/EU die Auswahl der Städte für die Jahre 2020 bis 2033.

Das sechsjährige und mehrstufige Auswahlverfahren wird von einer EU-Jury begleitet. Am Anfang steht eine nationale Ausschreibung. Die in die engere Auswahl gekommenen Städte müssen ihre Konzepte konkretisieren. Auf Basis der Empfehlung der EU-Jury ernennen die Mitgliedstaaten ihre Kulturhauptstadt rund vier Jahre im Voraus, damit die Vorbereitungen rechtzeitig starten können. Als Würdigung an die Initiatorin wird eine EU-Förderung in Höhe von 1,5 Millionen Euro pro Stadt als "Melina Mercouri Preis" vergeben.

Ausführliche Informationen sind auf der Website der Europäischen Kommission erhältlich.

Europäische Kulturhauptstadt 2024 in Österreich

Die Kulturhauptstädte Graz 2003 und Linz 2009 waren überaus erfolgreich und gaben wichtige Impulse für die Stadt- und Regionalentwicklung. Österreich kommt 2024 gemeinsam mit Estland und einem EU-Kandidatenland wieder zum Zug. Die Ausschreibung des Bundeskanzleramts wird 2017 veröffentlicht. Die Auswahl erfolgt durch die europäische Expertenjury. Die Bewerberstädte müssen eine langfristige Kulturstrategie, ein maßgeschneidertes Programm mit europäischer Dimension und Bürgerbeteiligung vorsehen sowie über ein solides Management verfügen.

Zeitplan

  • 2017: Ausschreibung
  • 2018: Shortlist der EU-Jury
  • 2019: Auswahl der EU-Jury und Ernennung
  • 2020-2033: Monitoring der Vorbereitungen
  • 2024: Kulturhauptstadt Jahr in Österreich

Liste der Europäischen Kulturhauptstädte

2016

2017

2018

2019

Kontakt

Mag. Elisabeth Pacher
Bundeskanzleramt
Abteilung II/10 - Europäische und internationale Kulturpolitik
Tel.: + 43 1 531 15-203692
E-Mail: elisabeth.pacher@bka.gv.at