Europäisches Kulturerbe-Siegel

Die Europäische Union zeichnet seit 2014 Stätten aus, die eine symbolträchtige Bedeutung für die gemeinsame Geschichte, Einigung und Identität Europas haben. Dazu zählen Denkmäler, Gedenkstätten, archäologische und industrielle Stätten, Kulturlandschaften, Kulturgüter oder immaterielles Kulturerbe. Ziel ist es, europäische Errungenschaften und Werte wie Frieden, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Toleranz und Solidarität in den Fokus zu rücken und von historischen Bezugspunkten eine Brücke in die Gegenwart zu bauen.

Bislang wurden 38 Stätten EU-weit ausgezeichnet, darunter die Hofburg Wien (2016) und Carnuntum (2014). In der Auswahlrunde 2017 kamen unter anderem Schengen und der Vertrag von Maastricht dazu.

Auswahlverfahren:

Die EU-Mitgliedstaaten sind alle 2 Jahre zur Nominierung von maximal 2 Stätten berechtigt. Folglich bewerben sich die Stätten nicht direkt bei der EU, sondern zunächst im Rahmen des jeweiligen nationalen Auswahlverfahrens.

Das Bundeskanzleramt führt Ausschreibungen durch, um die österreichischen Bewerberstätten vorzuselektieren. Die nächste Ausschreibung soll im Sommer 2018 erfolgen.

Die endgültige Auswahl erfolgt durch eine EU-Expertenjury, die maximal eine Stätte pro Land zur Auszeichnung empfiehlt.

Auswahlkriterien:

Die Auswahlkriterien sind im EU-Beschluss 1194/2011/EU geregelt und in den Leitlinien für Bewerberstätten näher erläutert. Weiters werden die früheren Berichte der EU-Jury zur Lektüre empfohlen, da sie viele Hinweise für eine erfolgreiche Bewerbung erhalten. Als wichtigster Leitsatz gilt: die Stätte muss von europäischer Bedeutung sein und das eingereichte Projekt soll sich an ein europäisches Publikum richten.

Europäische Dimension der Stätte:

  • Bedeutung der Stätte für die Geschichte Europas oder für den Aufbau der EU sowie ihre Verbindung zu maßgeblichen europäischen Ereignissen, Persönlichkeiten oder Bewegungen
  • Bedeutung der Stätte für europäische Werte, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Toleranz und Solidarität

Durchführung eines Projekts:

  • Aktivitäten für ein europäisches Publikum
  • Fokus auf junge Menschen

Verwaltung der Stätte

  • solides Management und Strukturen
  • gute Besucherinfrastruktur und mehrsprachige Informationen
  • Kommunikations- und Tourismusstrategie
  • Vernetzung mit anderen Stätten

Links

Kontakt

Bundeskanzleramt
Abteilung II/10: Europäische und internationale Kulturpolitik
Mag. Aleksandra Widhofner
Tel.: +43 1 531 15-203693
eu-kultur@bka.gv.at