Europäisches Kulturerbe-Siegel

Die EU-Auszeichnung wird seit 2014 an einzelne, mehrere thematisch verbundene oder länderübergreifende Stätten vergeben, welche die europäische Geschichte und Einigung symbolisieren. Ziel ist es, das Zugehörigkeitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger, insbesondere von jungen Menschen, zur Europäischen Union zu stärken, die kulturelle Vielfalt zu würdigen sowie das Verständnis füreinander und den interkulturellen Dialog zu fördern.

Auswahlkriterien:

1. Europäische Dimension der Stätte

  • Europaweiter oder grenzübergreifender Charakter der Stätte
  • Rolle der Stätte in der Geschichte und Kultur Europas oder beim Aufbau der EU sowie ihre Verbindung zu maßgeblichen europäischen Ereignissen, Persönlichkeiten oder Bewegungen
  • Beitrag der Stätte zur Entwicklung und Förderung der gemeinsamen, europäischen Werte

2. Durchführung eines Projekts

  • Allgemeine Sensibilisierungsmaßnahmen
  • Pädagogische Maßnahmen
  • Förderung der Mehrsprachigkeit
  • Vernetzungsaktivitäten
  • Aktivitäten zur Steigerung der Außenwirkung und der Attraktivität
  • Künstlerische und kulturelle Aktivitäten (nicht verpflichtend)

3. Arbeitsprogramm und Verwaltung der Stätte

  • Management
  • Erhalt der Stätte
  • Besucherinfrastruktur
  • Zugänglichkeit der Stätte
  • Berücksichtigung junger Menschen
  • Tourismusstrategie
  • Kommunikationsstrategie
  • Umweltfreundlichkeit

Auswahlverfahren:

Die EU-Mitgliedstaaten sind alle zwei Jahre zur Nominierung von zwei Stätten für das Europäische Kulturerbe-Siegel berechtigt. Die Teilnahme ist freiwillig. Die Auswahl von maximal einer Stätte pro Land erfolgt durch eine EU-Expertenjury.

Auswahl 2016:

Am 13. April 2016 hat die Europäische Kommission neun weitere Stätten mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel ausgezeichnet, darunter die Hofburg. Diese Entscheidung folgt damit der Einschätzung der unabhängigen EU-Expertenjury welche neun von achtzehn Bewerbungen für die Auszeichnung empfohlen hat (Bericht in Englisch).

  • Wiener Hofburg, Österreich
  • Přemyslidenburg und Erzdiözesanmuseum Olmütz, Tschechische Republik
  • Mundaneum, Belgien
  • Franz-Liszt-Musikakademie, Ungarn
  • Europaviertel Straßburg, Frankreich
  • Neandertalerstätte Krapina, Kroatien
  • Ponta de Sagres, Portugal
  • Historisches Ensemble der Universität Tartu, Estland
  • Kriegsfriedhof Nr. 123, Polen

Damit sind insgesamt 29 Stätten ausgezeichnet, beispielsweise:

Links

Englischsprachige Website der Europäischen Kommission zum "Europäischen Kulturerbe-Siegel"
EU-Beschluss für das Europäische Kulturerbe-Siegel
Leitlinien für Bewerberstätten
Bewerbungsformular
Bericht der EU-Jury 2013 (in Englisch)
Bericht der EU-Jury 2014 (in Englisch)
Bericht der EU-Jury 2015 (in Englisch)

Kontakt

Bundeskanzleramt
Abteilung II/10: Europäische und internationale Kulturpolitik
Mag. Kathrin Kneißel
Tel.: +43 1 531 15-203690
eu-kultur@bka.gv.at