Hans-Hollein-Kunstpreis für Architektur

Diese Auszeichnung wird ab dem Jahr 2016 jährlich in Würdigung von Hans Hollein für ein umfangreiches, auch international anerkanntes Werk vergeben. Der Preis ist mit 15 000 Euro dotiert.

Hans-Hollein-Kunstpreis für Architektur 2016: Hermann Czech

Jury: Lilli Hollein, Dietmar Steiner, Christoph Thun-Hohenstein

Hermann Czech © Heribert Corn

Hermann Czech (© Heribert Corn)

Hermann Czech

Hermann Czech, geboren 1936 in Wien, studierte Architektur an der Technischen Hochschule Wien und in der Meisterschule von Ernst A. Plischke an der Akademie der bildenden Künste Wien. 1958 und 1959 war er bei Konrad Wachsmann Seminarteilnehmer an der Sommerakademie Salzburg. 1974 bis 1980 Assistent bei Hans Hollein und Johannes Spalt an der Akademie für angewandte Kunst Wien, 1985/1986 Gastprofessor ebendort, 1988/1989 und 1993/1994 Gastprofessor an der Harvard University in Cambridge/USA, 2004 bis 2007 Gastprofessor an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich, 2008 bis 2009, 2013 und 2015 Gastprofessor an der Technischen Universität Wien sowie 2011 bis 2012 an der Akademie der bildenden Künste Wien.

Sein ungleichartiges architektonisches Werk umfasst Planungen, Wohn-, Schul- und Hotelbauten ebenso wie Interventionen in kleinem Maßstab und Ausstellungsgestaltungen. Seine Projekte haben starken Bezug zum Kontext und beinhalten bewusst die vorhandenen Widersprüche. Ab den 1970er-Jahren ("Architektur ist Hintergrund") wird Hermann Czech zum Protagonist einer neuen "stillen" Architektur, die "nur spricht, wenn sie gefragt wird".

Hermann Czech ist Autor zahlreicher kritischer und theoretischer Publikationen zur Architektur. In seiner Theorie spielen die Begriffe Umbau und Manierismus eine zentrale Rolle. Forschungen sowie Herausgabe von Reprints und/oder Übersetzungen zu Otto Wagner, Adolf Loos, Josef Frank, Christopher Alexander. Ausgewählte Schriften unter dem Titel Zur Abwechslung, erweiterte Neuausgabe Wien (Löcker) 1996.

Bauten (Auswahl)

  • Wohnbau Mühlgrund, Wien Stadlau, 2011
  • Wohnbau in der Mustersiedlung internationaler Architekten, Wien Hadersdorf, 2007
  • Umbau Urbanihaus, Wien 2007
  • Hotel Messe Wien, 2005
  • Restaurierung des ehemaligen Arbeitsamtes Wien-Liesing von Ernst Plischke, 1997
  • Umbau Hauptgebäude Bank Austria, Wien (Am Hof, zerstört), 1997
  • Blockbebauung Wien Ottakring, 1997
  • Winterverglasung der Loggia der Wiener Staatsoper, 1994
  • Rosa-Jochmann-Schule, Wien Simmering, 1994
  • Wohnbebauung Perchtoldsdorf bei Wien, 1994
  • Wohnbau Wien, Petrusgasse, 1989
  • Fußgängerbrücke im Wiener Stadtpark, 1987
  • Umbau Palais Schwarzenberg, Wien (zerstört) 1984

Planungen (Auswahl)

  • Hochhausstudie Innsbruck (mit weiteren Autoren), 2002
  • Städtebauliches Gutachten Oranienburg, 1993
  • Generelle Planung U-Bahn-Abschnitt U3-West (Stadt Wien), 1985–1989
  • Wettbewerbsprojekt U-Bahn-Trasse Otto Wagner-Brücke in Wien (mit Heinrich Mittnik), 1983
  • Wettbewerbsprojekt Donauinsel in Wien, 1974
  • Kritischer U-Bahn-Netzentwurf für Wien (mit Friedrich Kurrent, - Johannes Spalt, Hugo Potyka, Otto Steinmann), 1966

Ausstellungsgestaltungen (Auswahl)

  • Július Koller, Museum Moderner Kunst Wien, 2016
  • Josef Frank. Against Design (auch als Kurator), MAK - Museum für angewandte Kunst Wien, 2015
  • Der Schatten der Avantgarde, Folkwang Museum Essen, 2015
  • Der Wiener Kreis, Universität Wien, 2015
  • Schubert 97, Wien Museum, 1997
  • XIX Triennale di Milano (Rahmengestaltung der internationalen Beiträge), 1996
  • Wunderblock, Wien, 1989
  • Wien 1938, Wiener Rathaus, 1988
  • von hier aus, Düsseldorf, 1984

Ausstellungen (Auswahl)

  • Teilnahme an der Architektur-Biennale Venedig 1980, 1991, 2000 und 2012
  • Architekturforum Tirol, Innsbruck, 1996–1997
  • Architekturmuseum Basel, 1996
  • 9H Gallery, London, 1987

Architekt mehrerer Gastlokale (Auswahl)

  • Weinhaus PUNKT, Kaltern (Südtirol), 2005
  • Gärtnerhaus-Bar im Seminarzentrum der Swiss Re, Rüschlikon bei Zürich, 2000
  • Gasthaus Pöschl (vormals Immervoll), Wien, 2000
  • Theatercafé, Wien, 1998 und 2010
  • Salzamt, Wien, 1983
  • Wunder-Bar, Wien, 1976
  • Kleines Café, Wien, 1970 und 1974

Preise und Auszeichnungen (Auswahl)

  • 2016 Hans-Hollein-Kunstpreis für Architektur; Bundeskanzleramt
  • 2007 Goldene Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien
  • 2001 Kunstpreis Berlin
  • 1998 Würdigungspreis des Landes Niederösterreich für Architektur
  • 1997 Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien
  • 1985 Preis der Stadt Wien für Architektur