outstanding artist awards 2013

Mit dem outstanding artist award werden jährlich Preise für Nachwuchskulturschaffende vergeben. Unabhängige Jurys und Beiräte wählen die Preisträgerinnen und Preisträger. 2013 erfolgte die Vergabe in zehn Kategorien.

  1. outstanding artist award – Bildende Kunst: Viktoria Tremmel
  2. outstanding artist award – Darstellende Kunst: Doris Uhlich
  3. outstanding artist award – Film (Dokumentarfilm): Andreas Horvath
  4. outstanding artist award – Film (Experimentalfilm): Gabriele Mathes
  5. outstanding artist award – Frauenkultur: Frauenmuseum Hittisau
  6. outstanding artist award – Interdisziplinarität: Wolfgang Georgsdorf
  7. outstanding artist award – Kinder- und Jugendkultur: Tristan Sindelgruber und Angelika Schuster
  8. outstanding artist award – Künstlerische Fotografie: Paul Kranzler
  9. outstanding artist award – Literatur: Reinhard Kaiser-Mühlecker
  10. outstanding artist award – Musik: Alexandra Karastoyanova-Hermentin
  11. outstanding artist award – Video- und Medienkunst: Ricarda Denzer

Generell werden Kunstschaffende ausgezeichnet, die bereits ein aussagekräftiges Oeuvre vorweisen können und deren Arbeiten von künstlerisch überregionaler Bedeutung sind. Unabhängige Jurys und Beiräte wählen die Preisträgerinnen und Preisträger. Die Findungen erfolgen nach Ausschreibungen, jedoch bilden die Sparten Literatur, Film und Darstellende Kunst die Ausnahmen, hier werden die Vorschläge aus dem Kreis der Jurys eingebracht. Die Dotation des Preisgeldes beträgt 8.000 Euro.

outstanding artist award – Bildende Kunst: Viktoria Tremmel

Viktoria Tremmel

Viktoria Tremmel © Kurt Kladler

Viktoria Tremmel:
Geboren 1972 in Lauterach, lebt und arbeitet in Wien, 1989 Abschluss der Floristenlehre, 1996 bis 2001 Studium der Bildhauerei an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Bruno Gironcoli (Diplom), 1999 bis 2000 Erasmus-Jahr an der HDK Berlin bei Katharina Sieverding, 2003 bis 2004 Master of Fine Art, Goldsmith University, London, Residencies in Rom, Bilbao und Český Krumlov.

www.viktoriatremmel.com

Videoscreenings/Film Festivals (Auswahl):

  • 2009: 13 Lessons in Performance Art, Top Kino, Wien; Gegenwelten, Filmfestival für Kurz- und Experimentalfilme, Künstlerhauskino, Wien
  • 2007: Mind the Gap, Top Kino, Filmshow (Sixpackfilm)
  • 2008: Narrative Surfaces, Experimental Video Art 5 Exhibition, Burapa Faculty of Fine and Applied Arts Bangkok; Open Air Kino, Filmfestival, Kunsthaus Bregenz; Allerleirauh, Filmscreening, FID Marseille

Ausstellungen und Projekte (Auswahl):

  • 2013: Eröffnungsausstellung, Vorarlberg Museum, Sammlungsausstellung; On things, On minds, Kunstverein Schattendorf, Gruppenausstellung; Praxis der Liebe, Salzburger Kunstverein, Gruppenausstellung; TS002 LUX, Künstlerhauspassage, Wien (gemeinsam mit Andreas Strauss)
  • 2012: Rosa Arbeit auf goldener Straße, xhibit, Akademie der bildenden Künste Wien, Gruppenausstellung; nackte männer. von 1800: bis heute, Leopold Museum, Wien, Gruppenausstellung
  • 2011: Innere Ausstattung, Kunstverein Paradigma, Linz, Einzelausstellung
  • 2010: Status Quo Vadis, Kunst im öffentlichen Raum Melk; Einzelpräsentation, Hamish Morrison Galerie Berlin, Vienna Artfair
  • 2009: Wohnen am Park – Kunst im Bau, Vorgartenstraße 122-128, 1020 Wien; Urban Signs – Local Strategies. 6 Positionen aktueller Kunst am Praterstern, Wien; Kings, Gods & Mortals, Hamish Morrison Galerie, Berlin, Gruppenausstellung
  • 2008: 30 Kilo, Hamish Morrison Galerie, Berlin, Einzelausstellung; Aus dem Westen, Palais Thurn und Taxis, Künstlerhaus Bregenz und Traklhaus Salzburg, Gruppenausstellung
  • 2007: Kunst am Bau, Realisierung des Wettbewerbs, Landessportzentrum Dornbirn, Fotoinstallation und äußere Beschriftung; Die Schwerkraft und ich, Galerie 5020, Salzburg, Gruppenausstellung
  • 2002: Interim Plattform, Kerstin Engholm Galerie, Wien, Gruppenausstellung

Preise und Auszeichnungen (Auswahl):

  • 2013: outstanding artist award – Bildende Kunst, Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur
  • 2010: Nominierung für der Bodenseepreis (Grafik)

"Das spartenübergreifende und umfassende Werk von Viktoria Tremmel zeichnet sich insbesondere durch seinen innovativen Charakter aus und ist in seiner Vielfältigkeit an kein künstlerisches Medium gebunden. In Zeichnungen, Objekten, Installationen, Fotografien, Film und Arbeiten im öffentlichen Raum finden ihre Ideen unterschiedliche Ausdrucksformen. Das Thema Körperlichkeit nimmt in Viktoria Tremmels Arbeit einen zentralen Stellenwert ein und wird in ihren Werken konsequent weiter entwickelt. Die Arbeit von Viktoria Tremmel ist in hohem Maße eigenständig und spezifisch zu nennen, innovative Ansätze kennzeichnen ihre künstlerische Tätigkeit." (Jurybegründung, Auszug)

Jury: Univ.-Ass. Mag. Miriam Bajtala, Mag. Ursula Maria Probst, Mag. Tina Teufel

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outstanding artist award – Darstellende Kunst: Doris Uhlich

Portrait Doris Uhlich

Portrait Doris Uhlich © Ingo Pertramer

Doris Uhlich:
Geboren 1977 in Oberösterreich, 1997 bis 2001 Studium Pädagogik für zeitgenössischen Tanz am Konservatorium der Stadt Wien, 2002 bis 2009 Spielerin in theatercombinat, seit 2006 eigene Projekte.

Projekte unter anderem und (UA dietheater Künstlerhaus 2007), SPITZE (UA brut, Wien 2008), mehr als genug (UA Les Subsistances, Lyon 2009), Johannen (UA 15. Internationale Schillertage, Nationaltheater Mannheim), Rising Swan (UA brut, Wien 2010), Uhlich (UA Wiener Festwochen 2011), Come Back (UA steirischer herbst 2012), more than naked (UA ImPulsTanz 2013).
2008 Co-Kuratierung der Insel ALLREADY im Tanzquartier Wien, 2010 Spielerin in Ganymed Boarding im Kunsthistorischen Museum Wien, 2012 Teilnehmerin bei Work It!, einem Austauschprogramm asiatischer und europäischer Künstlerinnen in Kuala Lumpur, Malaysia, 2013 Mentorin im Mentorinnenprogramm des BMUKK.
Unterrichtstätigkeit u. a. Tanzwerkstatt Wien, ImPulsTanz Wien, k3 – Tanzplan Hamburg, Festival Herzrasen – Schauspielhaus Hamburg, Tanzhaus Zürich, Internationale Schillertage am Nationaltheater Mannheim, Theaterakademie Helsinki, Kunsthochschule Halle; Gastdozentin an der Akademie der bildenden Künste Wien (2009), Konservatorium Wien Privatuniversität.
Stipendien und Residencies u. a. bei Les Subsistances Lyon, ImPulsTanz Wien, Tanzquartier Wien, k3 – Tanzplan Hamburg, Austrian Cultural Forum NYC, Festspielhaus St. Pölten.
Gastspiele im In- und Ausland, u. a. August Dance Festival Tallinn, BAC London, Baltic Circle Festival Helsinki, Bregenzer Festspiele, Centre Pompidou Paris, Chelsea Theatre London, Dampfzentrale Bern, Festival a/d Werf Utrecht, Festival Impulse Bochum, Düsseldorf, Köln, Mülheim, Festival Latitudes Contemporaines Lille, Festspielhaus St. Pölten, Gessnerallee Zürich, Göteborgs Dans & Teater Festival, Grütli Genf, Hebbeltheater Berlin, ImPulsTanz Wien, Inbetween Time Festival Bristol, Judson Church New York, Kaserne Basel, Les Halles de Schaerbeek Brüssel, Les Subsistances Lyon, Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt, LOFFT Leipzig, Natura Dèi Teatri Parma, Festival Politik im freien Theater Köln, Rencontres 02 Marseille, Rotterdamse Schouwburg, Sommerszene Salzburg, Southbank Centre London, Tanz! Heilbronn, Tanzquartier Wien, Teatre Latvia Riga, Festival TRAMA Porto, Zeitraum Exit Mannheim.

www.dorisuhlich.at

Preise und Auszeichnungen (Auswahl):

  • 2013: outstanding artist award – Darstellende Kunst, Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur
  • 2011: Tänzerin des Jahres, Zeitschrift tanz
  • 2008: Prämie für SPITZE, Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur

"Doris Uhlich hinterfragt in ihrem Oeuvre radikal Körperbilder. Die aus Oberösterreich stammende Tanzpädagogin, Tänzerin und Choreografin erforscht, was Tanz abseits akademischer Auffassung sein kann und wie Kunst tief ins Leben hinein reichen kann – ohne dabei Selbstironie zu vergessen. Ihre Arbeit bestimmt die Neugier, Menschen kennenzulernen und sie genau zu beobachten. Mit 'Konzepten vom Leben' beschreibt Uhlich ihre künstlerische Handschrift, die kein festgefahrenes Bewegungsrepertoire kennt. Dieses entwickelt sie aus dem alltäglichen Gestus ihrer Performer. Ihre achtjährige Schaffenszeit führte die Wahlwienerin auf Bühnen, zu Festivals und Gastspielen von Brüssel bis Bristol, über Lyon und London, von Heilbronn und Hamburg bis nach New York." (Begründung des Beirats, Auszug)

Beirat: Christine Bauer, Peter Fasshuber, Mag. Verena Franke, Dr. Doris Happl, Dr. Peter Huber, Dr. Sabine Perthold, Mag. Maja Schlatte, Dr. Lothar Schreiner, Peter Thalhamer

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outstanding artist award – Film (Dokumentarfilm): Andreas Horvath

Andreas Horvath

Andreas Horvath © Privat

Andreas Horvath:
Geboren 1968 in Salzburg, 1984 einjähriger High-School-Besuch in Iowa, USA, von 1990 bis 1992 Kolleg für Fotografie an der Graphischen Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt in Wien und von 1996 bis 2000 Studium an der Fachhochschule Multimedia Art in Salzburg, erste Kurz- und Experimentalfilmarbeiten auf Super 8 in den späten 1980er Jahren, in den 1990er Jahren Arbeit als freischaffender Fotograf in Wien, seit 1999 unabhängig produzierte Dokumentarfilme; längere Auslandsaufenthalte in Nordamerika, Sibirien, Polen und Skandinavien, Residencies in Norwegen und Kanada, Jurymitglied bei diversen Filmfestivals, u. a. in Chicago, Karlovy Vary, Warschau, Nyon, zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen als Fotograf im In- und Ausland, diverse Lehraufträge, u. a. an der Haute école d'art et de design (HEAD) in Genf.

www.andreashorvath.com

Filmografie als Regisseur (Auswahl):

  • 2013: Earth‘s Golden Playground (Dokumentation, 106 minuten)
  • 2011: Postcard from Somova, Romania (Dokumentation, 20 minuten)
  • 2010: Arab Attraction (Dokumentation, 119 minuten), gemeinsam mit Monika Muskala
  • 2009: The Passion according to the Polish Community of Pruchnik (Dokumentation, 30 minuten), gemeinsam mit Monika Muskala
  • 2006: Views of a Retired Night Porter (Dokumentation, 38 minuten), gemeinsam mit Monika Muskala
  • 2004: This ain’t no Heartland (Dokumentation, 105 minuten)
  • 2002: The Silence of Green (Dokumentation, 48 minuten)
  • 1999: Poroerotus (Dokumentation, 45 minuten), gemeinsam mit Clemens Haider
  • 1998: Clearance (Kurzfilm, 17 minuten)

Preise und Auszeichnungen (Auswahl):

  • 2013: outstanding artist award – Film, Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur
  • 2010: Würdigungspreis der Stadt Freistadt, Festival Der neue Heimatfilm
    Views of a Retired Night Porter
  • 2006: Best Documentary Short, Karlovy Vary International Film Festival
    T'his ain’t no Heartland
  • 2004: Grand Prix, Chicago International Documentary Film Festival; Best Documentary, L’Alternativa Barcelona
    The Silence of Green
  • 2003: Zweiter Preis, Black Maria Film Festival New York
  • 2002: Special Mention, Visions du Réel Nyon; Special Mention, Cine Eco Seia
    Clearance
  • 2000: Erster Preis, Banale Graz

"Andreas Horvath kann als ein bedingungsloser Individualist des österreichischen Dokumentarfilms bezeichnet werden, zeichnet er doch meist selbst für Kamera und Schnitt, mitunter sogar für den Ton seiner Filme verantwortlich. Als genauer Beobachter mit klarem Anliegen in der Wahl seiner Themen entwickelt Horvath ein Gespür für die jeweils adäquate Form und Länge seiner Arbeiten. So weiß er sich zwischen kurz-, mittel- und abendfüllenden Formaten in Entsprechung zum erzählten Inhalt zu entscheiden, ob es sich nun um ein tiefgehendes Portrait (Arab Attraction, 2010, 119 minuten), eine beinahe beiläufige Beobachtungsstudie (Postcard from Somova, Romania, 2011, 20 minuten), die Begleitung archaisch anmutender Rituale (The Passion according to the Polish Community of Pruchnik, 2009, 30 minuten), eine fast klandestine investigative Spurensuche (The Silence of Green, 2002, 48 minuten) oder eine Referenzarbeit auf einen frühen Film von Kieślowksi (Views of a Retired Night Porter, 2006, 38 minuten) im Stile einer medienkünstlerischen Auseinandersetzung handelt. Obwohl auf eigenen Kommentar verzichtend, bringt sich Horvath in seinen Filmen dennoch unverkennbar als Autor ein, schon allein durch die von ihm selbst geführte Kamera und den manchmal durchaus rauen Rhythmus in der Montage entwickeln seine Filme eine klare persönliche Handschrift. Unsere Anerkennung gilt der Konstanz der Qualität der Arbeit, aber auch dem Mut zur offenen und innovativen Form." (Jurybegründung, Auszug)

Jury: Mag. Emily Artmann, Univ.-Ass. Mag. Dariusz Krzeczek, Mag. Gerald Weber

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outstanding artist award – Film (Experimentalfilm): Gabriele Mathes

Gabriele Mathes

Gabriele Mathes © Hermann Lewetzt

Gabriele Mathes:
Geboren 1960 in Wels, lebt und arbeitet in Wien, Studium an der Filmakademie Wien und an der Universität Wien in den Bereichen Philosophie und Kunstgeschichte, 1997 Diplom im Fach Regie bei Peter Patzak, nach dem Studium medienpädagogische Tätigkeit als Dozentin von Drehbuch- und Videoworkshops in Österreich und der Schweiz, Herstellung von Videodokumentationen für bildende Kunst und Theater, Arbeit als Tonmeisterin, eigene künstlerische Arbeiten, dramaturgische Tätigkeit (Schwerpunkt Dokumentarfilm), seit 2005 im Vorstand des Drehbuchforums Wien, seit 2006 Leitung des Kurzfilmfestivals video&filmtage in Wien.

Filmografie (Auswahl):

  • 2012: Flaschenpost
  • 2010: Portrait #05 Andrea Sodomka (IMA fiction)
  • 2008: Microwave Doping test
  • 2006: Eine Million Kredit ist ganz normal, sagt mein Großvater
  • 2000: Darling, ich

Preise und Auszeichnungen (Auswahl):

  • 2013: outstanding artist award – Film, Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur
  • 2012: Österreichischer Kurzfilmpreis, VIS Vienna Independent Shorts für Flaschenpost
  • 2006: New Vision Award, Dokumentarfilmfestival CPH:DOX Kopenhagen; Preis Innovatives Kino Diagonale Graz für Eine Million Kredit ist ganz normal, sagt mein Großvater

"Mit ihren jüngsten Filmen bewegt sich Gabriele Mathes im Spannungsfeld von dokumentarischem, erzählerischem und experimentellem Kino. Ausgehend etwa von eigenen, schon älteren Film- und Videoaufzeichnungen oder Home-Movies ihrer Eltern, die sie jeweils wie gefundenes Material behandelt, erzählt Mathes persönliche Geschichten, die stets eine – über dieses Persönliche hinausragende – gesellschaftliche Relevanz von historischen Ereignissen zum Inhalt haben. In 'Eine Million Kredit ist ganz normal, sagt mein Großvater' ist das der soziale und ökonomische Umbruch in der Nachkriegsgeneration ebenso wie die latente Gewalt gegen Frauen. Ein Thema, das in Flaschenpost eine zentrale Rolle spielt, allerdings auch hier eingebettet in die politischen Ereignisse der erzählten Zeit, die Studentendemonstrationen und die Anti-Waldheim-Proteste der 1980er Jahre. Über ihre Bild- und Tonmontage erzeugt die Filmemacherin in diesen biografisch motivierten, aber fiktionalisierten Erzählungen vielschichtige und hochkonzentrierte audiovisuelle Kollagen über die Zusammenhänge individueller Erfahrungen und gesellschaftlicher Prozesse. Neben ihrem eigenen filmischen Werk gilt unsere Würdigung aber auch dem Engagement von Gabriele Mathes für den Nachwuchs im audiovisuellen Bereich, als langjährige Mitarbeiterin des Medienzentrums der Stadt Wien und besonders als künstlerische Leiterin der video&filmtage, die als Plattform für den Erfahrungsaustausch für ein ganz junges Kino und Medienschaffen (nicht nur in Wien) eine zentrale Funktion erfüllen." (Jurybegründung, Auszug)

Jury: Mag. Emily Artmann, Univ.-Ass. Mag. Dariusz Krzeczek, Mag. Gerald Weber

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outstanding artist award – Frauenkultur: Frauenmuseum Hittisau

Team des Frauenmuseums Hittisau © Ines Agostinelli

Team des Frauenmuseums Hittisau © Ines Agostinelli

Frauenmuseum Hittisau
Jede Frau verändert sich, wenn sie erkennt, dass sie eine Geschichte hat.
Gerda Lerner

Wie kann ein Museum feministische Kulturarbeit in einer Region betreiben, in der traditionelle Geschlechter-rollenzuschreibungen überwiegen? Wie kann es Frauen und Männern dazu verhelfen, gesellschaftspolitische Zusammenhänge zu erkennen? Wie kann Toleranz und Kritikfähigkeit durch Ausstellungen vermittelt und gestärkt werden? Fragen wie diese sind von entscheidender Bedeutung, wenn es um ein kleines Spezialmuseum im ländlichen Raum geht.

Das Frauenmuseum Hittisau im Bregenzerwald ist das erste und einzige Frauenmuseum Österreichs. Es ist auch weltweit das einzige im ländlichen Raum. Es wurde im Jahr 2000 gegründet und hat seither rund fünfunddreißig Ausstellungen zu frauenrelevanten Themen realisiert.*

Das Frauenmuseum Hittisau hat sich die Aufgabe gestellt, die Lebenssituationen, die Geschichte und das Kulturschaffen von Frauen sichtbar zu machen. Es will durch das Aufzeigen von Zusammenhängen an einer Verbesserung des Zusammenlebens aktiv mitarbeiten. Seit seiner Gründung liegt im Frauenmuseum Hittisau daher ein wichtiges Augenmerk auf frauen-, sozial-, bildungs- und gesellschaftspolitisch relevante Fragen.

Das Frauenmuseum Hittisau zeigt zwei bis drei Ausstellungen pro Jahr, die eine frauenrelevante Thematik aus den Bereichen Geschichte, Kunst, Architektur, Sozialgeschichte oder Ethnologie aufgreifen und diese aus einem regionalen bzw. internationalen Blickwinkel beleuchten. Gleichzeitig baut das Frauenmuseum kontinuierlich eine Sammlung materieller und immaterieller Kulturgüter auf. Darüber hinaus bietet es ein dichtes Rahmenprogramm an individuell gestalteten Sonderführungen, Workshops, Vorträgen, Konzerten, Lesungen, Seminaren und Filmvorführungen. Das Vermittlungsprogramm ist differenziert und bietet sowohl erwachsenen- als auch kinderspezifische Veranstaltungen an. Besonders intensiv ist die Zusammenarbeit mit Schülerinnen, Schülern und Lehrpersonen.

Ein Alleinstellungsmerkmal des Frauenmuseums Hittisau liegt in der Art der persönlichen Vermittlung. Rund zwanzig Frauen aus der Region von höchst unterschiedlichem sozialen Hintergrund und verschiedenen Alters (zwischen 16 und 83 Jahre) setzen sich gemeinsam mit der Museumsleiterin und eigens geladenen Fachleuten intensiv mit den Ausstellungsthemen auseinander und erarbeiten ihren persönlichen Blickwinkel, um dann mit dem Publikum in eine authentische Kommunikation treten zu können. Die Authentizität der Museumsbegleiterinnen ist konzeptioneller Bestandteil der Ausstellungen, der Museumsbesuch soll zu einer Begegnung werden.

Ein Museum kann viele unterschiedliche Aufgaben erfüllen. Es kann Identitäten stiften. Es kann den Hunger nach Wissen und Bildung stillen. Es kann der Freizeitgestaltung dienen. Es kann darüber hinaus aber auch – und das ist vor allem für Frauenmuseen eine Kernaufgabe – ein Ort der Diskussion und Auseinandersetzung sein. Und dadurch ein Ort des Empowerments für Frauen, ein Ort, an dem Machtverhältnisse hinterfragt und politische Beteiligung initiiert werden. So gesehen ist das Frauenmuseum Hittisau auch ein Ort für politische Bildung im ländlichen Raum.

Das Frauenmuseum ist stark im Ort und in der Region verankert und besitzt gleichzeitig eine große überregionale Strahlkraft. Es leistet wichtige Kulturarbeit im ländlichen Raum und ist aus der Kulturlandschaft Vorarlbergs und Österreichs nicht mehr wegzudenken.

*Das Frauenmuseum Hittisau verwendet die Bezeichnung "Frau" im Bewusstsein, dass es sich dabei um ein Konstrukt handelt, das der Aufrechterhaltung gesellschaftlicher Normen dient. Die weiblichen Bezeichnungen umfassen all jene physischen Personen, die gesellschaftlich als solche kategorisiert werden bzw. sich selbst als solche definieren.

www.frauenmuseum.at

"Das Frauenmuseum Hittisau leistet interessante und wichtige Arbeit und besitzt nicht nur österreichweite Strahlkraft, sondern strahlt auch ins vor allem deutschsprachige Ausland. Das Kulturprogramm, das das Kulturschaffen von Frauen präsentiert und die Geschichte und Geschichten von Frauen sichtbar macht, ist in Österreich einzigartig. Das Museum bemüht sich um ein sehr persönliches Vermittlungskonzept, das verstärkt die weibliche Bevölkerung der Umgebung einbindet und sie so zu Expertinnen macht. Das wiederum bringt große Nachhaltigkeit mit sich. Des Weiteren besitzt das Frauenmuseum ein eigenes Archiv von (im-)materiellen Frauengütern." (Jurybegründung, Auszug)

Jury: Mag. Reni Hofmüller, Mag. Kerstin Rajnar, Gerlinde Schwarz

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outstanding artist award – Interdisziplinarität: Wolfgang Georgsdorf

Wolfgang Georgsdorf

Wolfgang Georgsdorf © 2012 Archiv Georgsdorf

Wolfgang Georgsdorf für das Projekt Smeller 2.0:
Geboren 1959 in Linz, lebt und arbeitet in Berlin und Brandenburg sowie in Linz und Wien, 1977 bis 1983 Studium an der Universität für Gestaltung Linz bei Laurids Ortner (Grundstudium/Visuelle Gestaltung) und Hellmuth Gsöllpointer (Metallplastik); 1980 Mitbegründung der Stadtwerkstatt, Gründung der Experimentalmusik- und Performancegruppe POST, 1983 bis 1986 transdisziplinäres Langzeitprojekt mit der Gruppe -∆t, 1984, 1986 und 1987 Beiträge zur Ars Electronica; 1993 bis 2003 u. a. intensive Beschäftigung mit der Gebärdensprache der Gehörlosen: Entwicklung des Computerprogramms und bidirektionalen Echtzeit-Lexikons MUDRA für Gebärdensprachen und Gebärdendialekte, verschiedene Kongressbeiträge zum Thema Computer und Gebärdensprache, u. a. am Institut für Deutsche Gebärdensprache und der Universität Hamburg; 1996 Bau einer ersten Geruchsorgel (Olfaktorium: Smeller 1), 1999 Beginn der Arbeit am Kinofilm/Langzeitprojekt Ballade Berlin, ab 2005 Konzeption, Entwicklung und Realisation des Landschaftskunstprojekts Lesefährte Waldweisen im Landkreis Dahme-Spreewald, 2006 Errichtung Waldxylophon am Schwarzenbergschen Schwemmkanal, Österreich/Tschechien, 2011 Konzeption der Ausstellung RIECHER und Entwicklung der elektronischen Geruchsorgel Smeller II, Entwicklung und Vorbereitung des Smeller 2.0, 2012 Realisation Smeller 2.0 und Premiere in der Ausstellung Sinnesrausch im Kulturquartier Linz, Gründung von Smellernet zur Realisation der Internetübertragung von Gerüchen, der olfaktorischen Vernetzung von Städten und der Vernetzung interdisziplinärer Projekte um den Smeller 2.0, 2013 Premiere erster Geruchsfilm NO(I)SE beim Filmfestival Crossing Europe

georgsdorf.com, smeller.net

Projekt Smeller 2.0

Der neu entwickelte Smeller 2.0 ist eine monumental anmutende funktionale Skulptur – eine echte Orgel, ein olfakto-kinetisches Kunstgerät zum Komponieren, Inszenieren, Programmieren, Aufnehmen, Speichern und Wiedergeben von dramatischen Kompositionen aus tausenden von Gerüchen und Geruchsakkorden, einschließlich einem Notationssystem für die Niederschrift von Geruchsszenarien – den "Smellodies", wie Wolfgang Georgsdorf sie nennt. Der großen Geruchsorgel entströmt reine Musik für die Nase, übertragen, zeitbasiert programmiert oder in Echtzeit, abstrakt oder erzählend, und imstande, Erinnerungen, unbewusste oder unterbewusste Befindlichkeiten direkt zu adressieren und auszulösen. Die optional text-, klang- oder bildunterstützten Geruchskompositionen entfalten sich vom mächtigen "Hauchmaul" einer tausendfach gelochten Wand. Durch das entwickelte Strömungssystem kommen und gehen Gerüche in hoher Frequenz, ohne sich ungewollt zu vermischen. Mit seinen Bewegungen im Raum verwirbelt das Publikum die von Geruchsstößen durchzogene Luft und wird Teil choreografischer Figuren durch ein Riechtheater. Semantischer Einsatz von Gerüchen wird mit diesem System möglich: Stillsitzendes Publikum erlebt mit jedem Atemzug einen neuen Geruch. Organisten können Gerüche live auf Klaviaturen spielen. Automatische "Filme", ganztägige Programme aus Stücken und Kapiteln, können vom Computer generiert und vorgehalten werden. Geruchskino mit Projektionen in allen Achsen des Olfaktoriums. An der Realisation mitgewirkt haben Expertinnen und Experten zahlreicher Disziplinen: Architektur, Design, Elektronik, Mechatronik, Parfümistik, Lebensmittelchemie, Strömungs- und Klimatechnik, Akustik, Musik, Film und viele andere.

"Smeller 2.0 ist eine echte Orgel, ein elektronisches olfakto-kinetisches Kunstgerät zum Komponieren, Inszenieren, Programmieren, Aufnehmen, Speichern und Wiedergeben von dramatischen Kompositionen aus hunderttausenden Gerüchen. Mit dem Smeller 2.0 hat der oberösterreichische Künstler Wolfgang Georgsdorf ein Projekt verwirklicht, dessen Planung bereits 25 Jahre zurückliegt. Die mit 30 Kanälen noch von Hand betätigte Version Smeller 1.0 wurde vom Künstler erstmals 1996 realisiert und zeigt bereits die Möglichkeiten auf, die in einem Instrument verborgen liegen, das es ermöglicht, ähnlich einer musikalischen Komposition, aufeinanderfolgende Reihen von Düften zu einer olfaktorischen Dramaturgie zusammenzufügen. Die sogenannten 'Smellodies', Geruchssequenzen und -szenarien, die Georgsdorf für Smeller 2.0 entwickelte, konnten 2012 im Rahmen der Ausstellung Sinnesrausch erlebt werden. Eine Weiterentwicklung zum ersten Geruchsfilm als Installation für das Kino wurde mit NO(I)SE beim diesjährigen Filmfestival Crossing Europe gezeigt. Der Konsequenz und Energie, mit der Wolfgang Georgsdorf seine künstlerischen Vorstellungen verfolgt, zollt die Jury großen Respekt." (Jurybegründung, Auszug)

Jury: Dr. Brigitte Mayr, Dr. Elisabeth Schweeger, Mag. Martin Sturm

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outstanding artist award – Kinder- und Jugendkultur: Tristan Sindelgruber und Angelika Schuster

Tristan Sindelgruber und Angelika Schuster

Tristan Sindelgruber und Angelika Schuster © Verein Standbild

Standbild – Verein zur Förderung audiovisueller Medienkultur für das Projekt One World Filmclubs

Der Verein Standbild wurde im Jahr 1998 gegründet. Neben der Umsetzung von Dokumentarfilmen widmet er sich der partizipativen Filmvermittlung und unterstützt Jugendliche, die sich mittels Dokumentarfilm mit Themen aus den Bereichen Menschenrechte, Globalisierung, Gleichberechtigung etc. auseinandersetzen wollen. Er ist Projektpartner und Teil des internationalen Netzwerks der One World Filmclubs und seit 2010 die österreichische Koordinierungsstelle der One World Filmclubs. Die Umsetzung erfolgt durch Angelika Schuster und Tristan Sindelgruber.

www.oneworldfilmclubs.at, www.standbild.org

One World Filmclubs

Jugendliche sind faul, egoistisch, unpolitisch und interessieren sich nicht für anspruchsvolle Dokumentarfilme? Eine Sichtweise, die wir nach mittlerweile zweijährigem Bestehen der One World Filmclubs nicht bestätigen können, denn: zahlreiche Filmclubs in ganz Österreich beweisen das Gegenteil!

Das partizipative Projekt One World Filmclubs ermöglicht Jugendlichen in ganz Österreich, in ihrer Umgebung einen lokalen One World Filmclub zu gründen, um gemeinsam, eigenverantwortlich und selbst organisiert in regelmäßigen Abständen Dokumentarfilme zu sehen und zu diskutieren. Für die Filmclub-Vorführungen verwenden sie Räume und Ausstattung von Schulen, falls dies nicht möglich ist, andere geeignete Örtlichkeiten wie Pfarren und Jugendzentren. Die preisgekrönten Filme setzen sich mit den Themen Menschenrechte, Gleichberechtigung, Migration, Globalisierung etc. auseinander und werden kostenlos zur Verfügung gestellt. Jugendliche sind konfrontiert mit Entwicklungen, die viele ihrer Lebensbereiche betreffen und deren Hintergründe sie verstehen möchten. Sie wollen sich intensiver mit einer Thematik beschäftigen, mit Gleichaltrigen etwas organisieren und sich nicht nur als Konsumierende begreifen. Vor Ort gibt es oft kein Kino, Youtube ist auch nicht der Weisheit letzter Schluss und außerdem eine einsame Sache.

Genau hier setzt das Angebot der One World Filmclubs an. Dokumentarfilm lädt zum Hineinversetzen in andere Personen ein, fördert Toleranz gegenüber Neuem und Anderem durch eine Erweiterung der Sichtweise und Veränderung der Perspektive. Durch die aktive Einbindung und Selbstorganisation der Jugendlichen wird eine breite Zielgruppe nachhaltig erreicht, die viele Angebote aus dem Kultur- und Bildungsbereich oft nicht wahrnimmt oder wahrnehmen kann.

Die One World Filmclubs richten sich an Jugendliche ab 14 Jahren in ganz Österreich, das Angebot ist für sie kostenlos.

Angelika Schuster:
Geboren 1969 in Wien, Studium der Kultur- und Sozialanthropologie und Sinologie an der Universität Wien, Sprachstipendium in Schanghai, Arbeit im Jugendbereich (Romano Centro, Mobile Jugendarbeit), seit 1999 freie Dokumentarfilmschaffende, Mitbegründerin des Vereins Standbild, seit 2011 Projektleiterin der One World Filmclubs, lebt und arbeitet in Wien.

Tristan Sindelgruber:
Geboren 1966 in Graz; eine Super-8-Kamera als Geschenk zur Firmung diente als Einstiegsdroge in die Welt des Films; Studium in den Fächern Publizistik, Soziologie und Geschichte an der Universität Wien, 1997 Abschluss der Pädagogischen Akademie, Lehramt in den Fächern Deutsch und Geschichte, Zusatzqualifikationen im Bereich der Interkulturellen- und der Reformpädagogik sowie der Kunst- und Kulturvermittlung, Arbeit in Wiener Hauptschulen als Integrations- und Förderklassenlehrer, seit 1999 im Dokumentarfilmbereich tätig, Mitbegründer des Vereins Standbild, seit 2011 Projektleiter der One World Filmclubs, lebt und arbeitet in Wien.

"Das Projekt One World Filmclubs ermöglicht jungen, interessierten Menschen in ihrer unmittelbaren Umgebung einen lokalen Filmclub zu gründen und eigenverantwortlich und selbst organisiert in regelmäßigen Abständen Dokumentarfilme zu präsentieren. Diese Aufforderung zur Eigenverantwortlichkeit und die Intention, dass Jugendliche gemeinsam etwas organisieren, hat die Jury überzeugt. Die Projektleiter Angelika Schuster und Tristan Sindelgruber haben aber nicht nur die Jury von ihrer Idee überzeugt, sondern auch viele Jugendliche: im Jahr 2012 wurden über zwanzig Filmclubs in Österreich gegründet." (Jurybegründung, Auszug)

Jury: Thomas Birkmeir, Monika Klengel, Alfred Masal

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outstanding artist award – Künstlerische Fotografie: Paul Kranzler

Paul Kranzler

Paul Kranzler © Julia Autz

Geboren 1979 in Linz, lebt und arbeitet in Linz und Leipzig, ab 1998 Beschäftigung mit Fotografie in der Medienwerkstadt Heidelberg, 2001 bis 2006 Studium Visuelle Mediengestaltung an der Kunstuniversität Linz, ab 2003 als freischaffender Künstler tätig, 2004 Assistent bei Nick Waplington, London, Arbeitsaufenthalte in London, Los Angeles und New York, Meisterschülerstudium bei Joachim Brohm, Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig.

www.paulkranzler.com

Ausstellungen (Auswahl):

  • 2013: Rupertinum Salzburg, Gruppenausstellung; Lentos Kunstmuseum Linz, Sammlungsausstellung; The Naked Man, Múzeum Ludwig, Budapest
  • 2012: Vademecum, Galerie Jo van de Loo, München; Der nackte Mann, Lentos Kunstmuseum Linz; Adolescence, Landscape Stories, Photissima Art Fair, Turin
  • 2011: Three books by Paul Kranzler, Galerie MiCamera, Mailand; One World, Fotografie Festival Zingst; Der tägliche Aufstand, Galerie Rotor, Graz; Brut, Galerie Robert Morat, Schauraum Berlin; FotoDoks Incredible. Sensationslust, Dokument, Realität, Stadtmuseum München
  • 2010: Kleinbürger, Photoireland, Dublin; Triennale 1.0, Landesgalerie Linz; Kleinbürger, Pingyao Festival, China; 10th International Photo Exhibition, Schanghai
  • 2009: New Crew, Galerie Hilger, Wien; Linz View, Lentos Kunstmuseum Linz
  • 2007: Austria today, Galerie Westlicht, Wien; Some Portraits, some Landscapes, Galerie Simone Feichtner, Linz; Plat(t)form, Fotomuseum Winterthur
  • 2006: Museum der Moderne/Rupertinum Salzburg; Land.jugend. Portraits, Siemens ArtLAB, Wien; Who is the Other, Zachęta Galerie, Warschau; Land.jugend. Portraits, Dazed Gallery, London

Preise und Auszeichnungen (Auswahl):

  • 2013: outstanding artist award – Künstlerische Fotografie, Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur
  • 2008: Karl-Weiser-Preis, Salzburg
  • 2004: Dazed & Confused Re:creation Award, London
  • 2003: Talentförderungsprämie für Bildende Kunst des Landes Oberösterreich

"Paul Kranzler hat in den letzten Jahren ein beachtliches Werk geschaffen, das sich konsequent mit einigen klassischen Fragestellungen der Fotografie beschäftigt. Diese werden jedoch nicht in einer Meta-Ebene, sondern in der Fotografie selber diskutiert. Auch wenn Kranzler bisher vornehmlich sein eigenes (lokal beschränktes) Umfeld innerhalb der Arbeit ins Visier nimmt (und sich damit auch in eine spezifische österreichische Tradition innerhalb der künstlerischen Fotografie situiert), sind die Themen, die er bearbeitet, doch breit gefächert und in gewisser Weise von universaler Bedeutung. Identität, Familie und der nicht unproblematische Begriff 'Heimat' werden hier auf hohem Niveau fotografisch untersucht. Der inhaltlichen Beharrlichkeit steht eine hohe technische Brillanz gegenüber, was Paul Kranzler zu einem, wie die Jury meint, hervorragenden Träger des outstanding artist award für künstlerische Fotografie macht." (Jurybegründung, Auszug)

Jury: Dr. Silvia Eiblmayr, Mag. Sigrid Kurz, Mag. Matthias Herrmann

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outstanding artist award – Literatur: Reinhard Kaiser-Mühlecker

Reinhard Kaiser-Mühlecker

Reinhard Kaiser-Mühlecker © Privat

Reinhard Kaiser-Mühlecker:
Geboren 1982 in Kirchdorf an der Krems, aufgewachsen in Eberstalzell, Oberösterreich, Studium der Landwirtschaft und Geschichte in Wien, Veröffentlichungen seit 2008.

www.kaiser-muehlecker.at

Romane

  • Roter Flieder, Hoffmann und Campe 2012
  • Wiedersehen in Fiumicino, Hoffmann und Campe 2011
  • Magdalenaberg, Hoffmann und Campe 2009
  • Der lange Gang über die Stationen, Hoffmann und Campe 2008

Drama

  • Die Therapie, Hoffmann und Campe 2011

Preise und Auszeichnungen (Auswahl):

  • 2013: outstanding artist award – Literatur, Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur; Kunstpreis Berlin
  • 2009: Buch.Preis der Arbeiterkammer Oberösterreich und des Linzer Brucknerhauses
  • 2008: Hermann-Lenz-Stipendium
  • 2007: Literaturpreis der Jürgen Ponto-Stiftung

"Ohne Rücksichtnahme auf literarisch-modische Trends entwickelt Reinhard Kaiser-Mühlecker in seinem bisherigen Werk konsequent einen höchst eigenen Ton: unaufgeregt, mit dichterischer Präzision und in einem stimmigen, einnehmenden Rhythmus schreibt der junge Autor vornehmlich über und aus der sogenannten Provinz. Originär reiht er sich ein in eine österreichische Tradition der Auseinandersetzung mit regionaler Geschichte und regionalen Geschichten. In einer sensiblen, einfühlsamen Sprache betrachtet er das Geflecht menschlicher Beziehungen und schafft mit einem schnörkellosen Duktus beeindruckende literarische Kunstwerke. Dieses außergewöhnliche Talent lässt auf ein spannendes, stetig weiter sich entwickelndes Werk hoffen."
(Jurybegründung, Auszug)

Jury: Gustav Ernst, Mag. Robert Huez, Mag. Michaela Monschein

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outstanding artist award – Musik: Alexandra Karastoyanova-Hermentin

Alexandra Karastoyanova-Hermentin

Alexandra Karastoyanova-Hermentin © Ursula Röck

Alexandra Karastoyanova-Hermentin:
Geboren 1968 in Moskau, lebt in Wien und Telish (Bulgarien), Studium Komposition und Klavier am Mozarteum Salzburg, Staatliche Musikakademie Sofia, Music College Ippolitov-Ivanov Moskau, seit 2004 unterrichtet sie Klavier, Komposition und Theorie am Prayner Konservatorium in Wien, 2007 Uraufführung des Violinkonzertes Mahagoni in der Carnegie Hall New York (Solist: David Bowlin, Dirigent: Stefan Linev); das Auftragswerk der Salzburger Landesregierung "Annäherung" ist Teil der Viva!Mozart-Austellung zum 250. Jubiläumsjahr von Mozart (Mozarteum Orchester Salzburg, Dirigent: Johannes Kalitzke, Salzburger Residenz, Fine Art Museum of Sejong-Center in Seoul/Südkorea); mehrere CD-Realisationen, darunter das Klavierkonzert (Solist: Per Rundberg, Dirigent: Johannes Kalitzke, Mozarteum Orchester Salzburg, 2000), ORF Edition ZeitTon (2012).

Aufführungen (Auswahl):

Chamber Series (Chicago Symphony Orchestra), Musikverein, Wiener Konzerthaus, Carnegie Hall, Merkin Concert Hall/NY, Columbia College Chicago, Villa Massimo/Rom, Rosenberg & Kaufman Gallery/NY, Chicago Cultural Center, Nordic House/Torshavn Färöer Inseln, Sibelius Akademy Concert Hall, Flagey/Brüssel; Festivals: Aspekte Salzburg, Sound ways/St. Petersburg, Klangspuren Schwaz, Nova Muzika/Sofia, DMMA/Doneck, ppIANISSIMO/Sofia, Quad Cities/Davenport USA u. a.

Aufträge (Auswahl):

  • 2012: Aspekte Salzburg: Elimo für Ensemble (UA: oenm, Dirigent: Johannes Kalitzke, Salzburg)
  • 2011: Ensemble XX. Jahrhundert – 40-Jahre-Jubiläum: Sindies für Ensemble (UA: exxj, Dirigent: Peter Burwik, Wien)
  • 2010: Aspekte Salzburg: La Follia für Violine, Violoncello und Klavier (UA: Frank Stadler, Peter Sigl, Per Rundberg, Salzburg)
  • 2009: David Bowlin: Mari Mamo für Trio (UA: David Bowlin, Conors Nelson, Ayano Kataoka, First Presbyterian Church, New York)
  • 2007: WDR: Galechri für Ensemble (UA: oenm, Dirigent: Johannes Kalitzke, Köln)
  • 2003: ICE – International Contemporary Ensemble: Kastena für Violine und Violoncello (UA: David Bowlin und Jen Jensen, Rosenberg & Kaufman Gallery, New York)
  • 2000: ORF: Nonett für Ensemble (UA: oenm, Dirigent: W. Danzmayr, Wien)
  • 2000: StArt Festival: Klavierkonzert (UA: Mozarteum Orchester Salzburg, Dirigent: Johannes Kalitzke, Salzburg)

Preise und Auszeichnungen (Auswahl):

  • 2013: outstanding artist award – Musik, Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur
  • 2007: Förderungspreis der Stadt Wien
  • 2006: Aaron Copland Fellowship, MacDowell Colony/USA
  • 2006: Wiener-Symphoniker-Kompositionsstipendium
  • 2005: Theodor-Körner Preis
  • 2004: Winner of the Young Composers Project, International Contemporary Ensemble ICE/USA

"Alexandra Karastoyanova-Hermentin überzeugt in ihrem Werk Elimo durch ihre selbständige musikalische Sprache, die einerseits auf ihrer eigenen Imagination beruht, andererseits – und dies frei von Klischees – auf der virtuosen Handhabung der kompositorischen Mittel. In ihrem knapp 20-minütigen, sehr differenziert gearbeiteten Werk vermag sie es, durchgehend Spannung zu halten, und entfaltet darin beeindruckend ihre eigenständige künstlerische Handschrift. Alexandra Karastoyanova-Hermentin kann ein umfangreiches Oeuvre aufweisen, in dem die Kammermusik einen zentralen Stellenwert einnimmt." (Jurybegründung, Auszug)

Jury: Univ.-Prof. Mag. Johannes Hiemetsberger, Mag. Katharina Klement, MMag. Thomas Wally

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outstanding artist award – Video- und Medienkunst: Ricarda Denzer

Ricarda Denzer

Ricarda Denzer © Can Noa Denzer

Ricarda Denzer:
Geboren 1967 in Kirn, Deutschland, lebt und arbeitet in Wien, 1986 bis 1988 Architektur-Studium an der Technischen Universität Innsbruck, 1988 bis 1993 Studium an der Hochschule für angewandte Kunst Wien, 1993 École Supérieure des Arts Appliqués Paris.

Einzelausstellungen, Projekte (Auswahl):

  • 2012: Perplexities, Kunstbüro Wien (gemeinsam mit Peter Szely)
  • 2011: much has been said, Kunstraum Bernsteiner, Wien
  • 2009: Heute übersiedelt das Museum der Vergesslichkeit, Installation zum Novemberpogrom 1938 in Wien, Theater im Nestroyhof Hamakom, Wien
  • 2007: La Croûte du Chou – Das Saure vom Kraut. Es geht ans Eingemachte, Kunsthalle Exnergasse (gemeinsam mit Moira Zoitl)
  • 2005: Dort – Täuschungsmanöver. Zur Migrationsgeschichte Allentsteig (gemeinsam mit heiKE/NZ), Kunst im öffentlichen Raum Niederösterreich (permanent)
  • 2003: Histoire vague, Kunst im Rathaus Innsbruck (permanent)
  • 2002: Wien umgehen, Performance, Tanzquartier Wien
  • 2001: Türvierzehn – reading in absence, Kunstbüro Wien

Gruppenausstellungen (Auswahl):

  • 2013: About the House – Silence Turned into Objects, W.H. Auden Haus, Kirchstetten, kuratiert von Ricarda Denzer
  • 2012:/13 With a Name like Yours, You might be any Shape, Kunstpavillon Innsbruck und Contemporary Arts Centre, UC Irvine, Los Angeles (gemeinsam mit Isa Rosenberger),
  • 2012: Sleepwalking II, Freies Museum, Berlin
  • 2010: You never know what will happen next…Die Sammlung 1900–2010, Lentos Kunstmuseum Linz
  • 2009: The regulation of violence: on the body, otherness and the crisis of (human) capital, VBKÖ, Wien
  • 2008: 7th Santa Fe Biennale, SITE, Santa Fe, New Mexico

Preise und Auszeichnungen (Auswahl):

  • 2013: outstanding artist award – Video- und Medienkunst, Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur
  • 2009: Kunst- und Kulturpreis Niederösterreich: Anerkennungspreis für Medienkunst
  • 2007: Förderpreis für Bildende Kunst der Stadt Wien

"Ricarda Denzer erweitert die Grenzen von Video- und Medienkunst auf überraschende und Konventionen humorvoll oder ironisch hinterfragende Weise. Ihre transmedialen Arbeiten, die als audiovisuelle Forschungsräume gesehen werden können, verbinden Video, Text, Foto, Hörstück, Zeichnung und Rauminstallation zu einer komplexen und selbstreflexiven künstlerischen Position. Ricarda Denzers Videoarbeiten und Installationen kreisen thematisch um ökonomische Entwicklungsprozesse, Macht- und Herrschaftsverhältnisse und deren Auswirkungen auf die Konstitution von öffentlichen und privaten Räumen. Der Fokus der Künstlerin liegt dabei auf der Sprache, dem gesprochenen Wort, der Übersetzung und dem Verhältnis zwischen Autorin und Publikum. Exemplarisch dafür steht eine Werkserie, die Ricarda Denzer mit Hilfe eines mobilen Aufnahmestudios miteinander in Verbindung bringt. Während z. B. in Smuggeln (2006) eine Dolmetscherin Interviews zum Prager Frühling übersetzt, flüstert in La Croûte du Chou (2007) eine Souffleuse dem Publikum die Sicht einer Steuerberaterin auf die prekäre Existenz zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler zu. Die konkrete Verortung solcher Geschichten kann als räumliche Analogie zu Ricarda Denzers 'audiovisuellen Gedächtnisprotokollen' verstanden werden, mit denen sie die Spuren ihres Denkens als Struktur veranschaulicht." (Jurybegründung, Auszug)

Jury: DI Wolfgang Fiel, Mag. Barbara Kapusta, Mag. Jo Schmeiser