outstanding artist award 2014

Die outstanding artist awards werden jährlich vom Bundeskanzleramt für herausragende Leistungen vorwiegend an Künstlerinnen und Künstler der jüngeren und mittleren Generation vergeben. Die Preise sind mit 8.000 Euro dotiert.

  1. outstanding artist award – Bildende Kunst: Claudia Märzendorfer
  2. outstanding artist award – Darstellende Kunst: Cornelia Rainer
  3. outstanding artist award – Experimentelles Design: BLESS für das Projekt Melodized Pillow Hammock
  4. outstanding artist award – Film (Dokumentarfilm): Ivette Löcker
  5. outstanding artist award – Film (Experimentalfilm): Johannes Hammel
  6. outstanding artist award – Innovative Kulturarbeit: Zdravko Haderlap für das Projekt Engel der Erinnerung - Angel spomina
  7. outstanding artist award – Interdisziplinarität: Angélica Castelló für das Projekt sonic blue
  8. outstanding artist award – Karikatur und Comics: Ulli Lust
  9. outstanding artist award – Kinder- und Jugendliteratur: Michael Roher
  10. outstanding artist award – Künstlerische Fotografie: Zita Oberwalder
  11. outstanding artist award – Literatur: Oswald Egger
  12. outstanding artist award – Musik: Bernhard Lang
  13. outstanding artist award – Video- und Medienkunst: Flora Watzal

Am 10. September 2014 überreichte Bundesminister Josef Ostermayer überreichte die Preise im Rahmen eines Festaktes im Bundeskanzleramt. Der outstanding artist award in der Kategorie Experimentelles Design wurde am 25. September 2014 im Rahmen der Vienna Design Week übergeben.

outstanding artist award – Bildende Kunst: Claudia Märzendorfer

Claudia Märzendorfer

Claudia Märzendorfer ©Rosa Märzendorfer

Geboren 1969 in Wien, 1994 bis 2001 Studium der Bildhauerei an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Bruno Gironcoli (2001 Diplom mit Auszeichnung), 2003/04 Universitätsassistentin am Institut für Bildende Kunst der Kunstuniversität Linz, 2011 Zuerkennung eines Bundesateliers im Wiener Prater, 2014/15 Referentin im Universitätslehrgang Vermittlung zeitgenössischer Musik an der Donau-Universität Krems, Mitglied der Wiener Secession und der IG Bildende Kunst, lebt und arbeitet in Wien.

www.claudiamaerzendorfer.com

Einzelpräsentationen (Auswahl)

  • 2014 Silent Running, Ersatzteile, Präsentation im Showroom Vice Versa, Berlin
  • 2010 Tomorrow ist auch ein russischer Tag, Architekturbüro Mascha & Seethaler; Atelier Luftbadgasse, Wien
  • 2009 Auspuff, Ausstellung, Galerie Strickner, Wien; Als er das Messer in die Sonne warf, Ausstellung, Jesuitenfoyer, Wien
  • 2006 frozen records I und II, Residenz im Tesla, Podewils‘sches Palais, Berlin; VLUN, Uraufführung MODERNISTMOZART, Auftragswerk für das Mozartjahr Wien; frozen records with Drummond Chill out, Festival Radio Territories – Wellengrad, Okkupation im Hörfunk, Interventionen über Radio, Kooperation mit Bill Drummond (KLF) und Nik Hummer
  • 2005 Viel Lärm um Nichts, Welturaufführung und Auftragskonzert Eisschallplatte; moving patterns bei lebt und arbeitet in Wien II, Kunsthalle Wien, gemeinsam mit thilges3

Gruppenausstellungen und Performances (Auswahl)

  • 2014 Künstlerpositionen, Interieur Messe, Wien
  • 2013 Vienna Art Week, Open Studio; Heuriges 013, Uwe Bressnik Wien/Berlin; Alchemie, Hospiz Galerie Bregenz, Section a, Bregenz
  • 2012 Vienna Art Week, Open Studio in den Praterateliers; Präsentation das Patent, das Plagiat, und der Diebstahl; Let The Artist Sign Your Book, Kunstbuch Salon Bernhard Celle, 21er Haus; Westbahnstraße Atelier 2 Beatrice Dreux, Zeichnungen; Hommage an Arnold Schönbergs unverwirklichtes Patent einer Notenschreibmaschine, Schönberg – a metaphor, ACF New York
  • 2010 hard to sell, Performance, Palais Sturany, Wien; das Ding, gas station, Berlin; Wir leben und arbeiten in Wien – Brighten the Corners, AREA 53, Wien
  • 2009 Provisional Dwellers, Salzburger Kunstverein; TWILIGHT ZONE, Kunstraum Niederösterreich, Wien
  • 2008 memory circus, Salzburger Kunstverein; ]white noise, Fanzine Edition, Secession, Wien; amanita muscaria, Alternativpokal, Central Garden, Wien
  • 2007 frozen records beim TodaysArt Festival, Eispalast, Den Haag
  • 2006 …die im Dunkeln sieht man nicht…, Portraits, Kunsthalle Exnergasse, Wien

Kunst am Bau

  • WANDABWICKLUNG, Siegerprojekt Kunst am Bau BIG ART Conference Ebene 2013, Ausführung 2014
  • Shared Space, Einladung zum Kunst-am-Bau-Wettbewerb BIG ART Gymnasium Krems 2013, 2nd grade
  • CODE, Siegerprojekt Wissensturm Linz Foyer 2005, Ausführung 2007

Öffentliche Sammlungen

  • Stadt Wien, Artothek des Bundes, Stadt Graz, Sammlung Humanic, Technische Universität Graz, Sammlung Alpine Mayreder, SKE Fonds, Ars Electronica, Gegenwartsmuseum Stift Admont

Preise und Auszeichnungen (Auswahl)

  • 2014 outstanding artist award – Bildende Kunst, Bundeskanzleramt
  • 2011 Auszeichnung beim Wettbewerb Die schönsten Bücher Österreichs für den Werkkatalog here’s to you

"Claudia Märzendorfer studierte in den 1990er-Jahren Bildhauerei bei Bruno Gironcoli an der Akademie der bildenden Künste. Sie begann, instabile Plastiken und raumgreifende Installationen zu machen, in erster Linie mit einer Serie von Eisgussarbeiten. Ihr als Frozen Records bezeichnetes Projekt mit Eisschallplatten, das sie ab 2005 mit dem Klangkünstler Nik Hummer entwickelte, wurde international in Kunstinstitutionen und auf Musikfestivals präsentiert. Ihre künstlerische Tätigkeit ist durch konsequente Weiterentwicklung und starke Positionierung gekennzeichnet. Die Arbeit von Claudia Märzendorfer ist in hohem Maße eigenständig und spezifisch zu nennen, sie setzt mit ihren Werken ein starkes Zeichen im Bereich der bildenden Kunst." (Jurybegründung, Auszug)

Jury: Univ.-Prof. Hans Kupelwieser, Mag. Viktoria Tremmel, Mag. Christine Wetzlinger-Grundnig

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outstanding artist award – Darstellende Kunst: Cornelia Rainer

Cornelia Rainer

Cornelia Rainer ©Gunda Dittrich

Geboren 1982 in Lienz, lebt in Wien, Studium der Theaterwissenschaft in Wien (Abschluss 2012), Regie und Dramaturgie an der Sorbonne Nouvelle und an der Université Saint Denis in Paris, klassischer Sologesang an der École Nationale de Musique de Pantin Paris, Gaststudentin am International Junior College of Performing Arts in Taipeh (Peking-Oper-Schule Taiwan), Stipendiatin des Deutsch-Französischen Forums junger Kunst, Festival Avignon 2005; Regieassistenzen bei den Tiroler Festspielen Erl, am Théâtre de l'Atalante in Paris und am Thalia Theater Hamburg, von 2005 bis 2009 Regieassistentin am Burgtheater Wien, seit 2009 freie Regisseurin; Autorin von Theaterstücken, Musikerin u. a. bei der Musicbanda Franui), 2011 Gründung der Theatercompagnie Theater Montagnes Russes, Unterrichtstätigkeit/Gastvorträge/Workshops: Impulstanzfestival Wien, Universität für angewandte Kunst Wien, Kunstuniversität Graz, Theater Dschungel Wien, École Diderot in Drancy, Paris; seit 2005 regelmäßige Arbeitsaufenthalte in Paris und New York (2014).

www.theatermontagnesrusses.at

Inszenierungen (Auswahl)

  • 2013 Das Märchen vom alten Mann (Libretto, Regie), Theater Montagnes Russes, Theater Dschungel Wien und Musikfestival Wien Modern; Johanna (Text, Regie), Theater Dschungel Wien
  • 2012 Der Sturm von William Shakespeare, Stadttheater Klagenfurt; Jakob Michael Reinhold Lenz, (Text, Regie) Theater Montagnes Russes, Salzburger Festspiele, Young Directors Project
  • 2012 (UA) I WANNA BE (MADE) (Text, Regie), Theater Montagnes Russes, Theater Dschungel Wien
  • 2011 Kasimir und Karoline von Ödon von Horvath, Kollektivproduktion mit der Theatercompagnie GroupeACM, Théâtre Mains d’Œuvres Paris
  • 2010 Richard II., Monolog, Thalia Theater Hamburg (UA), Ludwigsburger Schlossfestspiele (Gastspiel), Akademietheater Wien (Gastspiel)
  • 2010 Nur ein Gesicht, Bregenzer Festspiele/KAZ (UA), Theater Odeon Wien (Gastspiel), Deutsches Schauspielhaus Hamburg (Gastspiel)
  • 2009 Explodiert von Andreas Liebmann, Burgtheater Vestibül
  • 2008 Plus Null Komma Fünf Windstill von Maria Kilpi, Burgtheater Vestibül
  • 2007 Heimfindevermögen (Text, Regie), Burgtheater Kasino; L’Orfeo von Claudio Monteverdi, Burgtheater Kasino

Preise und Auszeichnungen (Auswahl)

  • 2014 outstanding artist award – Darstellende Kunst, Bundeskanzleramt
  • 2013 Nominierung für den "Stella.Darstellender Kunst.Preis" für junges Publikum in der Kategorie Herausragende Produktion für Jugendliche für Johanna; Prämie für Das Märchen vom alten Mann, Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur
  • 2012 Im Wettbewerb für den Montblanc Young Directors Award der Salzburger Festspiele mit Jakob Michael Reinhold Lenz; Prämie für I WANNA BE (MADE), Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur

"Die 1982 in Osttirol geborene Cornelia Rainer inszeniert seit einigen Jahren kontinuierlich sowohl für die Freie Szene als auch an etablierten Theaterhäusern im In- und Ausland. Einen besonderen Stellenwert haben dabei Arbeiten für ein junges Publikum. Mit der von ihr gegründeten Theatercompagnie Theater Montagnes Russes realisiert sie – meist selbstentwickelte – Stücke, die durch die Ernsthaftigkeit in der Auseinandersetzung mit den Lebenswirklichkeiten von Kindern und Jugendlichen und der klugen und fantasievollen Umsetzung auf der Bühne bestechen. Oft zeichnen Inszenierungen von Cornelia Rainer aus, dass sie rhythmisch genau und raffiniert sind; nicht umsonst ist die Regisseurin auch Musikerin. Ein repräsentatives Beispiel ihrer Arbeit ist sicherlich die Aufführung Johanna, eine Adaption einer historischen Figur für ein junges Publikum ab 13 Jahren. Die wahrhaft flotte Inszenierung hat Witz und Präzision und ist sehr nah an der Lebensrealität der Jugendlichen. Gespannte Aufmerksamkeit und Begeisterung bei den Zuschauerinnen und Zuschauern – das ist wohl das überzeugendste Argument!" (Begründung des Beirats, Auszug)

Beirat: Christine Bauer, Peter Fasshuber, Mag. Verena Franke, Dr. Doris Happl, Dr. Peter Huber, Elio Gervasi, Petra Paterno, Mag. Maja Schlatte, Dr. Lothar Schreiner

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outstanding artist award – Experimentelles Design: BLESS für das Projekt Melodized Pillow Hammock

Desiree Heiss

Desiree Heiss ©photocredit Phong BUI

Ines Kaag

Ines Kaag ©photocredit Phong BUI

BLESS ist ein Mode/Design Label, das 1997 von Ines Kaag und Desiree Heiss gegründet wurde. Die beiden Designerinnen entfliehen jeder kalibrierten Definition von Mode, indem sie ihrem ursprünglichen Konzept einer unabhängigen Arbeitsweise innerhalb der Schnittmenge von Mode, Kunst, Design und Architektur treu bleiben.

Meist wird Bestehendes analysiert und zerlegt, um Vertrautes wieder völlig unerwartet und neu zusammenzufügen und zu definieren, oftmals auch innerhalb Kollaborationen und Interaktionen mit Freundinnen, Freunden und der Kunde.

Die meisten Produkte entstehen aus einem persönlichen Bedürfnis heraus, dem Wunsch nach einer Einfachheit und einem gewissen Komfort im Alltag nachkommend, und dem gleichzeitigen Sehnen nach einem permanenten Ausdehnen des persönlichen Erfahrungshorizonts.

Weder die somit entstandenen Produkte noch die Art des Vertriebs entsprechen den üblichen bekannten Kategorien. BLESS bewegt sich unmerklich von einem Feld ins andere, von sehr funktionellen Formen hin zu konzeptionellen Vorschlägen am Rande des Abstrakten. Die Erschaffung des eigenen Berufsbildes ermöglicht ein unendliches, lebendiges und zeitgenössisches selbstdefiniertes Arbeiten.

BLESS does not promote any style – BLESS fits every style!

Desiree Heiss, geboren 1971 in Freiburg, Deutschland, 1994 Diplom an der Universität für angewandte Kunst Wien, lebt und arbeitet in Paris.
Ines Kaag, geboren 1970 in Fürth, Deutschland, Diplom 1995 an der Hochschule für Gestaltung Hannover, lebt und arbeitet in Berlin.

www.bless-service.de

Melodized Pillow Hammock

Die Melodized Pillow Hammock ist Teil des BLESS N°45 Soundperfume Projekts und beschäftigt sich als Ausgangsidee mit der Symbiose von Möbelstück und Musikinstrument.

Aufbauend auf dem Entwurf der Pillowhammock, aus der Serie BLESS N°28 Climate Confusion Assistance interessiert BLESS im Besonderen die "Vertonung" eines Möbels bei Anwendung im privaten, wie auch im öffentlichen, performativen Bereich. Die zusätzliche Stimulation im Erleben dieses Produktes durch das Gehör wirkt sich unterstützend darauf aus, vertraute Verhaltensweisen in der Benutzung von Produkten aufzubrechen, und spiegelt ihre Grundeinstellung wider, als Gestalterinnen gegebene Lebensumstände in Frage stellen zu wollen, nicht zuletzt um sie durch die Präsentation von persönlich reflektierten Lösungsansätzen zu verbessern.

Konkret stellt sich bei der Hängematte die Frage: Was sind die spezifischen Charakteristika einer Hängematte als Instrument, was würden wir uns von einem raumfüllenden, klingenden Sitzmöbel wünschen? So sollte sich z.B. der Sound beim Niedersetzen sprichwörtlich vertiefen. Die Elastizität des Stoffes durch das Drücken der Hängematte sucht ihre Entsprechung in der Deformation des erzeugten Klangs. Ein Verschieben der Kissen bewirkt je nach Richtung eine Verlagerung in höhere oder tiefere Tonlagen. Das Schwingen der Hängematte könnte eine Echowirkung erzeugen, indem der Ton sich nähert und wieder entfernt. Viele Szenarien sind möglich, von der simplen Veränderbarkeit einzelner Töne bis hin zur individuellen Komposition durch die jeweilige Art der Benutzung.

Die technische Entwicklung solch eines Produktes stellt für die Designerinnen ebenfalls eine neuartige Herausforderung dar. Zum einen verlangt es die Aneignung einer großen Portion von Neuwissen bezüglich der technischen Möglichkeiten, um die Oberfläche des Objekts mit "Intelligenz" zu versehen, zum andern benötigt man eine gewisse Geduld für die Weiterentwicklung der Version .2, die versucht, die bestehenden Kinderkrankheiten des ersten Prototyps auszumerzen und ihn in seiner Entwicklung zur Marktreife zu geleiten. Die Schwierigkeit bei der Entwicklung besteht leider nicht allein in der Verbesserung der Ästhetik und äußerlich sichtbaren Anwendung des Produkts, sondern beschäftigt sich hauptsächlich mit den technischen Begebenheiten, die neben einer ordentlichen Funktionstüchtigkeit auch eine Art Garantieleistung für den Endkonsumenten gewährleisten sollten.

Lange Zeit interessierte sich BLESS nicht für derartige High-Tech-Produkte, da die oft damit verbundene, futuristische Optik abschreckte und vor allem ästhetisch missfiel. Das dezidierte Ziel von BLESS ist es deshalb, die Technik weitgehend unsichtbar zu belassen, um somit das produkttypische Versprechen, das nonverbale Angebot eines gemütlichen Rückzugsortes, nicht zu stören. Das Erzeugen des Klangs durch dieses riesige Sitz-/Liegemöbel beschränkt sich nicht wie bei klassischen Musikinstrumenten auf das primäre Benutzen der Hände, sondern könnte durch den erforderlichen Ganzkörpereinsatz sicherlich auch im therapeutischen Bereich Anwendung finden.

"Desiree Heiss und Ines Kaag/BLESS widmen sich in ihrer Arbeit systematisch dem Aufbrechen vertrauter Verhaltensweisen in der Benutzung von Alltagsprodukten. Mit der prämierten Melodized Pillow Hammock entwarfen sie nun eine neuartige Produkttypologie, eine Symbiose aus Möbelstück, Musikinstrument und Klangraum. Durch die Integration von intelligenter Technologie, in vernetzter Forschung mit dem niederländischen Studio Popkalab entwickelt, werden die Kissen der Hängematte vertont und diese zum raumfüllenden Instrument. Die Töne werden durch die Benutzung der Hängematte aktiviert und spielerisch moduliert, wobei der ganze Körpereinsatz gefragt ist. Der Benutzer/die Benutzerin wird auf mehreren Sinnesebenen stimuliert und gleichzeitig zum Akteur/zur Akteurin einer Performance. Die Integration der technischen Ebene erfolgt auf eine ästhetisch anregende Art, was schlussendlich ausschlaggebend dafür ist, dass die Benutzerinnen und Benutzer das Möbel als gemütlichen Rückzugsort annehmen und intuitiv damit interagieren. Im nächsten Schritt soll das Experiment vertieft, die Klangerzeugung verfeinert und die Hängematte idealerweise zum serienreifen Produkt weiterentwickelt werden.

Die Arbeit von BLESS unterstreicht ihre Grundhaltung, gegebene Lebensumstände und Gewohnheiten des Gebrauchs in Frage stellen zu wollen, um sie durch die Weiterentwicklung von persönlich reflektierten Lösungsansätzen zu verbessern. Die Designerinnen – und insbesondere die ausgezeichnete Arbeit – sind ein herausragendes Beispiel experimenteller und interdisziplinärer Auseinandersetzung im Design, die der outstanding artist award fördern möchte." (Jurybegründung, Auszug)

Jury: Marco Dessí, Thomas Geisler, Marianne Goebl, Monica Singer, Matthias Wagner K

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outstanding artist award – Film (Dokumentarfilm): Ivette Löcker

Ivette Löcker

Ivette Löcker ©Jürgen Keiper

Geboren 1970 in Bregenz, 1973 Umzug nach Sankt Michael im Lungau/Salzburg, Studium der Slawistik (Russisch), Osteuropäischen Geschichte und Soziologie an der Universität Wien, 1997 Abschluss (Diplomarbeit) im Fach Literaturwissenschaften über den autobiografischen Text der russischen Schauspielerin Ljubov’ Mendeleeva-Blok; während des Studiums erste Arbeiten für Dokumentar- und Spielfilme im Bereich Recherche und Produktion, seither Arbeit als Regieassistentin, Rechercheurin und Produktionsleiterin bei verschiedenen Dokumentarfilmen, u. a. Pripyat (1999) von Nikolaus Geyrhalter (Interviewführung und Produktionsleitung) und Hat Wolff von Amerongen Konkursdelikte begangen? (2002) von Gerhard B. Friedl; im Jahr 2000 Umzug nach Berlin, seit 2006 Filme unter eigener Regie, längere Arbeitsaufenthalte in Sibirien, Kasachstan (Aralsee), Sankt Petersburg, Moskau und Tel Aviv.

www.ivetteloecker.com

Filmografie (Regie)

  • 2014 Wenn es blendet, öffne die Augen (Dokumentarfilm, 75 Minuten, Produktion: Mischief Films, Verleih: sixpackfilm)
  • 2013 Vom (Über)Leben der Sonja Wolf (Dokumentation, 20 Minuten, Produktion: Ivette Löcker, gemeinsam mit Christian Frosch)
  • 2011 Nachtschichten (Dokumentarfilm, 96 Minuten, Produktion: Mischief Films)
  • 2008 Marina und Sascha, Kohleschiffer (Dokumentarfilm, 33 Minuten, Produktion: Ivette Löcker, Verleih: sixpackfilm)

Preise und Auszeichnungen (Auswahl)

  • 2014 outstanding artist award – Film, Bundeskanzleramt
  • 2011 Großer Diagonale-Preis Dokumentarfilm für Nachtschichten

"Nach ihrer Mitarbeit an zahlreichen Dokumentationen und ihren vielbeachteten, preisgekrönten Filmen Marina und Sascha, Kohleschiffer (2008), Nachtschichten (2011) und Vom (Über)Leben der Sonja Wolf (2013) hat Ivette Löcker mit ihrem Film Wenn es blendet, öffne die Augen (2014) einmal mehr eine großartige Arbeit vorgelegt. Ivette Löcker zeichnet darin mit intensivem, schonungslosem Blick und gleichzeitig zutiefst humaner Haltung und großer Zärtlichkeit Porträts menschlicher Größe inmitten widrigster wirtschaftlicher und existenzieller Verhältnisse. Fast beiläufig gelingt ihr dabei, die gesellschaftlichen Missstände und politischen Versäumnisse aufzuzeigen, die zu diesen individuellen Auswirkungen geführt haben.

'1993 war auf einmal nichts mehr klar', heißt es im Prolog des Films. 'Wohin wir gehen. Wonach wir streben. Die Grenzen wurden geöffnet. Die Menschen atmeten auf. Es kam eine gewisse Freiheit. Mit der Freiheit muss man aber auch umgehen können.' Schanna und Aljoscha, zwei Thirty-somethings aus Sankt Petersburg, konnten das nicht: Sie wurden beide drogensüchtig, steckten sich mit HIV und Hepatitis an, leben nun seit Jahren zusammen bei Mascha, seiner Mutter, die als einzige noch ein geregeltes Einkommen hat. Wenn es blendet, öffne die Augen – doch was man dann zu sehen bekommt, ist der härteste, traurigste, schönste Liebesfilm des Jahres." (Jurybegründung, Auszug)

Jury: Mag. Sabine Hiebler-Ertl, Tina Leisch, Michael Omasta

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outstanding artist award – Film (Experimentalfilm): Johannes Hammel

Johannes Hammel

Johannes Hammel ©Maria Kracikova

Geboren 1963 in Basel, lebt und arbeitet seit 1986 als freischaffender Filmemacher, Kameramann und Produzent in Wien, 1986 bis 1993 Kamera-Studium an der Wiener Filmakademie, 1992 Mitbegründer von Navigator Film, 1998 Gründung der Produktionsfirma Hammelfilm, mit dem Ziel, formal und inhaltlich unkonventionelle Filmprojekte zu entwickeln und zu produzieren; zuletzt produzierte er LOW DEFINITION CONTROL von Michael Palm, der für den Österreichischen Filmpreis 2012 nominiert wurde. Zu seinen Kameraarbeiten zählen u. a. Those who go, Those who stay von Ruth Beckermann (Großer Diagonale-Preis für besten österreichischen Dokumentarfilm 2014), Way of Passion von Joerg Burger, Tlatelolco von Lotte Schreiber, In die Welt von Constantin Wulff (3SAT-Preis für besten deutschsprachigen Dokumentarfilm – Duisburg 2008, Großer Diagonale-Preis für besten österreichischen Dokumentarfilm 2009) und Volver la Vista – Der umgekehrte Blick von Fridolin Schönwiese. Neben seiner Kameraarbeit realisiert er regelmäßig Experimentalfilme, es besteht eine langjährige Zusammenarbeit mit dem Komponisten Heinz Ditsch. Sein Spielfilmdebüt Folge mir lief 2011 bei der Berlinale in der Sektion Forum.

Filme als Regisseur (Auswahl)

  • 2014 Buildings (Experimentalfilm, 30 Minuten)
  • 2013 Rooms (Experimentalfilm, 10 Minuten)
  • 2011 Jour sombre (Experimentalfilm, 8 Minuten)
  • 2010 Folge mir (Spielfilm, 109 Minuten)
  • 2005 Abendmahl (Experimentalfilm, 10 Minuten)
  • 2004 Die Liebenden (Experimentalfilm, 7 Minuten)
  • 2003 Die Badenden (Experimentalfilm, 4 Minuten 30 Sekunden); Mazy/system of transitions (Experimentalfilm, 10 Minuten)
  • 1992 Die Schwarze Sonne (Science-Fiction-Kurzfilm, 27 Minuten)

Preise und Auszeichnungen (Auswahl)

  • 2014 outstanding artist award – Film, Bundeskanzleramt
  • 2005 AAC-Kamerapreis der Diagonale für Volver la Vista – Der umgekehrte Blick
  • 1997 Best Cinematography Award für COSMODROM, Ann Arbour Film Festival
  • 1995 Most Technically Innovative Film Award, Ann Arbor Film Festival und Award of South Beach Film Festival Miami für Die Schwarze Sonne
  • 1993 Prix Recherche, Festival du Court-Métrage de Clermont-Ferrand und Stanley-Thomas-Johnson-Preis, Solothurner Filmtage für Die Schwarze Sonne
  • 1992 Filmförderungspreis der Basler Filmtage für Die Schwarze Sonne

"Er zählt seit langem zu Österreichs vielseitigsten Filmschaffenden: Johannes Hammel, Jahrgang 1963, aus Basel gebürtig, ist seit über 25 Jahren in Wien freischaffend als Kameramann, Produzent, Filmemacher, kurz: Bilderfinder tätig. Von seinem albtraumhaften Debüt an, dem Science-Fiction-Essay Die Schwarze Sonne (1992), dessen sprunghafte, chronologisch unzuverlässige Szenenfolge aus einer anonymen deutschsprachigen Stadt der 1970er-Jahre vor allem den Anstrich des Halb-Erinnerten hat, zeichnen sich Hammels filmische Arbeiten stets durch ihre fein nuancierte Fotografie aus. Das gilt nicht nur für die vielen Filme von Kolleginnen und Kollegen, in deren Dienst er sein herausragendes Können als Kameramann gestellt hat – nur beispielsweise K.aF.ka fragment (2001) von Christian Frosch, das seinen Reiz in der nervösen, mit großer Liebe zu Materialität und Filmkorn gestalteten Super-8-Fotografie entfaltet, oder In die Welt (2008), Constantin Wulffs in Tradition des Direct Cinema gehaltenes Institutionenporträt einer Wiener Geburtsklinik, oder Tlatelolco (2011) von Lotte Schreiber, die sich dem besagten megalomanen Bauprojekt in Mexico City, seiner spätmodernen Architektur und blutigen Geschichte mit dokumentarisch-experimentellem Interesse widmet.

Nein, es gilt auch und vor allem für Johannes Hammels experimentelles Werk. Zum einen für selbst gedrehte Arbeiten wie systems of transitions (so der Titel seines Beitrags zum von Willi Dorner choreografierten Omnibusfilm Mazy, 2003), für den er die entfesselte Tanzperformance einer liegenden Tänzerin mit um 90 Grad gekippter Kamera visualisiert hat. Und zum anderen für jene Found-Footage-Arbeiten, die Hammel international bekannt gemacht haben – hervorzuheben die 2004/05 realisiert Trilogie aus Die Badenden, Die Liebenden und Abendmahl – bei denen er das anonyme Filmmaterial einer chemischen Nachbearbeitung unterzieht. Das hat ganz unterschiedliche, aber immer verblüffende Effekte zur Folge: ein Urlaubsfilm kann zur sich rhythmisch steigernden, verdichtenden Geschichte vom Aufgefressen werden durch die Körner des Materials dekonstruiert werden – oder Bilder scheinen immer weiter zu verblassen und 'porös' zu werden, bis sie die Anmutung von Gemälden alter Meister bekommen.

In den Arbeiten von Johannes Hammel wird die Sinnlichkeit wie auch Fragilität des analogen Filmmaterials auf ebenso kluge wie eindringliche Art und Weise erfahrbar. Werke wie Jour sombre (2011) indes gehen über die unmittelbaren Bezirke der Filmkunst noch weit hinaus. Ausgangsmaterial dieser Found-Footage-Bearbeitung sind private Filmaufnahmen aus den 1960ern: Bergpartie, Gletscherwanderung, Bad im Gebirgssee. Man ahnt sie eher, als man sie sieht, bis sich die Bildinhalte allmählich völlig aufzulösen beginnen. Mit den Bildern schmelzen die Gletscher hier gleich mit. Filmavantgarde goes Öko." (Jurybegründung, Auszug)

Jury: Mag. Sabine Hiebler-Ertl, Tina Leisch, Michael Omasta

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outstanding artist award – Innovative Kulturarbeit: Zdravko Haderlap für das Projekt Engel der Erinnerung - Angel spomina

Zdravko Haderlap

Zdravko Haderlap ©Haderlap

Geboren 1964 in Bad Eisenkappel/Železna Kapla, Ausbildung zum Feinmechaniker; Volkstänzer und Harmonikaspieler, 1989 erste Tanz-Inszenierung, 1990 Gründung und Leitung des Tanztheaters/Plesni teater Ikarus bis 1998; Autor von 13 eigenen Tanz-Theaterstücken, zahlreiche Tanz- und Theaterinszenierungen im In- und Ausland, Initiator von Kulturinitiativen im ländlichen Raum Südkärntens, künstlerischer Leiter und Produktionsleiter bei Theater- und Tanzproduktionen (z. B. 2009 Auf uns kommt es an von Christoph Klimke und Johann Kresnik im Rahmen der Europa-Ausstellung in Bleiburg/Pliberk); freier Fotograf, Herausgeber und Journalist; Bergbauer, Imker, Schäfer, Schnapsbrenner und Kommunikator.

www.haderlap.at

Preise und Auszeichnungen (Auswahl)

  • 2014 outstanding artist award – Innovative Kulturarbeit, Bundeskanzleramt
  • 1995 Prämie für Ivan Cankar, Bundesministerium für Wissenschaft, Verkehr und Kunst
  • 1994 Prämie für Entlassene Kinder, Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst
  • 1993 Prämie für Strömung, Bundesministerium für Unterricht und Kunst
  • 1992 Prämie für Maricka, Bundesministerium für Unterricht und Kunst
  • 1991 Prämie für Epilepsie der Empfindsamkeit, Bundesministerium für Unterricht und Kunst

Engel der Erinnerung – Angel spomina

Nach fast elf Jahren inszenierte Zdravko Haderlap erstmals wieder – und das in seiner unmittelbaren Heimat. Haderlap und seinem Tanztheater/Plesni teater Ikarus wurden Ende der 1990er-Jahre nach einigen aufregenden Theaterskandalen sämtliche Förderungen in Kärnten gestrichen, was einem Auftrittsverbot gleich kam. Nun wagte er für die transformale in Zusammenarbeit mit der bekannten slowenischen Dramaturgin Jana Pavlič eine tänzerische Annäherung an den berühmten Roman Engel des Vergessens seiner Schwester Maja Haderlap. Auf einer geführten Wanderung zu den Originalschauplätzen des Romans ließ Haderlap eine Welt wieder auferstehen, die längst am Boden liegt. Ein vielköpfiges Team aus TänzerInnen, MusikerInnen, SchauspielerInnen und LaiendarstellerInnen nahm sich mit künstlerischen Mitteln der Trümmer an und erweckte den "genius loci" zu neuem Leben. Aus dem "Engel des Vergessens" wurde ein "Engel der Erinnerung" – eine Tanztheaterperformance unter freiem Himmel über Menschen, die alles andere als frei sein konnten – gefangen in Traditionen und (Aber-)Glauben, gebunden an Rituale und die Bedingtheiten des bergbäuerlichen Lebens. Menschen, die dennoch versuchten, mit starker Lebensenergie die Kargheit der Verhältnisse zu gestalten.

"Mit der kunst- und kulturhistorischen Performance-Wanderung und Inszenierung Engel der Erinnerung - Angel spomina ist den Mitwirkenden rund um den Initiator Zdravko Haderlap etwas ganz Besonderes gelungen. Sie haben den Roman der Bachmannpreisträgerin Maja Haderlap Engel des Vergessens – der Kärnten möglicherweise in einer Weise verändert wie kein anderes Buch zuvor - in vorbildlicher Weise an den Originalschauplätzen in Südkärnten, nahe der slowenischen Grenze, performativ und musikalisch in Szene gesetzt und somit für das teilnehmende Publikum erlebbar gemacht. Alle jene, die das Glück hatten, entweder als Aktive mitzuwirken oder als wanderfreudiges Publikum dabei zu sein, werden diese drei Tage wohl nicht vergessen. Der Vernetzungsgrad des Vorhabens vor Ort und die Einbeziehung von professionellen Künstlerinnen und Künstlern sowie Laiendarstellerinnen und -darsteller aus der Region kann ebenfalls als beispielhaft bezeichnet werden. Zdravko Haderlap und seinem Team ist etwas Eigenständiges gelungen, das nicht nur die Romanvorlage würdigt, sondern eindringliche neue Bilder generiert. Die Inszenierung als zeitgenössisches Stationen-Tanztheater in alpinem Gelände besticht durch ein hohes künstlerisches Niveau und hat einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen kulturellen Belebung Kärntens geleistet. Von rundum gelungenen Projekten dieser Art darf man sich gerne ein Fortsetzung wünschen!" (Jurybegründung, Auszug)

Jury: Mag. Peter Hörburger, Anton Lederer, Mag. Ulli Sturm

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outstanding artist award – Interdisziplinarität: Angélica Castelló für das Projekt sonic blue

Angélica Castelló

Angélica Castelló ©Martin Gross

Blockflötistin, Komponistin, Improvisatorin, Klangkünstlerin, Kuratorin, Lehrerin. Geboren 1972 in México City, studierte Castelló Musik in ihrer Geburtsstadt am Conservatorio Nacional de México, an der Université de Montréal, am Conservatorium van Amsterdam, am Konservatorium der Stadt Wien und am Institut für Elektroakustische Musik und Computermusik der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Seit 1999 lebt sie in Wien, wo sie unterrichtet, im Jahr 2004 die Konzertreihe Neue Musik in Sankt Ruprecht gründete und seitdem organisiert. Wiewohl sie der alten Musik treu geblieben ist, steht im Zentrum ihrer Arbeit die neue und elektroakustische Musik: Mitgründung der Ensembles Low Frequency Orchestra, frufru (mit Maja Osojnik), cilantro (mit Billy Roisz), subshrubs (mit Katharina Klement, Tamara Wilhelm und Maja Osojnik) und Chesterfield (mit Burkhard Stangl). Mit diesen Ensembles und anderen Musikerinnen und Musikern wie Wolfgang Mitterer, Martin Siewert, John Butcher, Dafne Vicente-Sandoval, Franz Hautzinger, Isabelle Duthoit, dieb13, Jerome Noetinger, Mario de Vega, Kazu Uchihashi u. a. trat sie in Europa und Amerika auf.

Als Komponistin schreibt sie für ihr eigenes Instrumentarium (vornehmlich Paetzold-Subgroßbassblockflöte, mit und ohne Elektronik), für Ensembles (u. a. Danubia Saxophonquartett, Haydn Piano Trio) sowie für Theater und Tanz. Ihre Musik ist u.a. auf den Labels Mosz, einklang_records, Mandorla Label, Mikroton Recordings, chmafu nocords erschienen. Zahlreiche Komponistinnen und Komponisten wie Hilda Paredes, Daniel de la Cuesta, Katharina Klement, Burkhard Stangl, Jorge Sánchez-Chiong, Mario Lavista u. a. arbeiteten mit Angélica Castelló oder widmeten ihr neue Werke.

Seit einigen Jahren tritt Castelló auch mit installativen Arbeiten, die an der Schnittstelle zwischen Musik, Performance und bildender Kunst angesiedelt sind, hervor (Electroaltar, Electroaltar for J.C., Electroaltar für C.N., Margarita‘s Stillleben Theater).

Bestiario nannte Angélica Castelló ihr Debutalbum und vereinte darauf die Vielschichtigkeit ihres musikalischen Schaffens - Aufnahmen ihres eigenen Instruments liefern ihr Ausgangsmaterial für Werke, in denen sie Flötenklänge teils bis zur Unkenntlichkeit bearbeitet, dies mit vielfach verformten Fragmenten einmal elektronisch erzeugter oder anderweitig gefundener akustischer Elemente zu einem musikalischen Gebilde kombiniert, in dem sich mehrere Ebenen überlagern. In diese zeitgenössischen Arbeitsweisen der elektronischen Verarbeitung verwebt sie aber auch bereits bestehende Werke anderer Komponisten wie Bach und verweist auf ihre Tätigkeit als Interpretin Alter Musik. Wenngleich die zusätzlichen Inspirationsquellen etwa aus Literatur und bildender Kunst oft konkreten Ursprungs sind, verleiten diese Castelló zu einer abstrakten Auseinandersetzung mit Themen wie dem Tod oder dem Umgang mit traumatischen Erlebnissen. Breit gefächerte Klangkombinationen, deren Bestandteile sich stetig und teilweise gleichzeitig in unterschiedliche Richtungen bewegen, halten Kontinuität ebenso wie Überraschendes bereit und fördern bei mehrmaligem Hören immer wieder einen neuen Blick auf die vertonten Bestien aus Literatur, dem Tierreich oder dem alltäglichen Leben zutage.

http://castello.klingt.org

Preise und Auszeichnungen (Auswahl)

  • 2014 outstanding artist award – Interdisziplinarität, Bundeskanzleramt
  • 2007 Publicity-Preis der SKE-austro mechana (für das Ensemble Low Frequency Orchestra)

Aufführungen und Aufträge (Auswahl)

Klangspuren Schwaz, Salzburger Osterfestspiele, musikprotokoll im steirischen herbst, Music Unlimited in Wels, Ulrichsberger Kaleidophon, Kontraste und Imago Dei (Krems), Osterfestival Tirol, LMC festival (London), Taktlos Bern, GrabenFestTage Wien, Numusic (Norwegen), Interpenetration (Graz), Radar (Mexiko), Konfrontationen Nickelsdorf, Visiones Sonoras (Mexiko) u. a.; Artist in Residence in Schrattenberg (Österreich) und in Topolo (Italien).

Recherche und Reise

  • Hydrophonie und Bioakustik
  • Meeresbiologie und Umweltpolitik
  • Dokumentation und Auswertung
  • Klanginstallation und Konzert
  • Radiofeature und Tonträger
  • Nachhaltigkeit und Zukunft

sonic blue ist ein zentrales Werk im musikalischen Schaffen von Angélica Castelló. Die 42-jährige Komponistin, Blockflötistin und Soundelektronikerin aus Mexiko, die schon viele Jahre in Wien lebt, hat sich dafür gemeinsam mit musikprotokoll Co-Kuratorin und Radiofeature-Autorin Susanna Niedermayr auf eine ungewöhnliche Reise begeben: Auf der nordnorwegischen Inselgruppe Lofoten trafen die beiden die Biologin und Bioakustikerin Heike Vester, die in dem Fischerdorf Henningsvær 2005 die Organisation Ocean Sounds gegründet hat. Vester nahm Castelló mit hinaus zu den in den Gewässern rund um die Lofoten heimischen Walen. Die gemeinsam eingefangenen Tonaufnahmen bildeten die klangliche Basis von sonic blue.

Im Zeichen des Umweltschutzes

Ocean Sounds widmet sich der Erforschung von Meeressäugern und dem Schutz der marinen Umwelt. Immer weiter breitet sich die Ölindustrie am Eingang zum Vestfjord aus. Bei den seismischen Untersuchungen wird auf der Suche nach neuen Öl- und Gasfeldern unter Wasser Pressluft zur Explosion gebracht. So werden Schockwellen erzeugt. Die zurückgeworfenen Vibrationen geben Auskunft über die Lage, Dichte, Form und den Verlauf der Gesteinsschichten, – ein massiver Eingriff in die natürliche Klangumgebung der im Meer heimischen Lebewesen.

In vieler Hinsicht tiefgründig

Mit sonic blue erschuf die Musikerin ihre ganz persönliche imaginäre Unterwasserwelt, die das Publikum auch in das große Klangmeer eintauchen ließ, das sich im Inneren ihrer Subgroßbassblockflöte auftut, Castellós Hauptinstrument. Und noch in einer weiteren Hinsicht ist ihre Komposition eine Auseinandersetzung mit dem Tiefgründigen, symbolisiert das Meer für Angélica Castelló doch auch das Unterbewusste. Reale Klangdokumente und imaginierte Unterwasserklanglandschaften wurden sowohl im Konzert als auch in der Klanginstallation durch den Einsatz psycho- und bioakustischer Phänomene kunstvoll musikalisch verzahnt.

sonic blue ist eine Auftragsarbeit des ORF musikprotokolls im steirischen herbst und wurde im Rahmen des ECAS Netzwerkprojektes Networking Tomorrow's Art for an Unknown Future realisiert.

"Angélica Castelló gelingt in ihrer vielschichtigen Arbeit die Verbindung zwischen biologischer Unterwassererforschung und der Schönheit der Ozeane. Sonic blue ist eine Klanginstallation im Öffentlichen Raum, eine Radiosendung, ein Forschungsprojekt und ein Konzert, und es ist eine Auseinandersetzung mit unserem Umgang mit der Welt. Im Zentrum von sonic blue stehen/liegen/schwingen Frequenzen, die vielen Lebewesen zur Orientierung dienen – in einem ganz direkten Sinn im Verständnis der räumlichen Koordinaten, mithilfe derer wir uns verorten können – Menschen wie Wale gleichermaßen. In einem übertragenen Sinn zeigen die Frequenzen unseren Dis-Respekt mit der uns umgebenden Welt - in sonic blue tauchen die MeeresbewohnerInnen und ihre Kommunikation (u. a. aufgenommen von der Forschungspartnerin Heike Vester, Meeresbiologin) ebenso auf wie die Klangwelten Angélica Castellós, erzeugt mit ihrer großartigen Subbassflöte, und die Schallwellen der Unterwassertests der norwegischen Öl-Industrie in den Lofoten, die mit ihren akustischen Tests eben diese MeeresbewohnerInnen verletzen. Aus diesen Ausgangsmaterialien gestaltet Angélica Castelló mit sonic blue ein abstraktes akustisches Portrait einer uns unbekannten Welt." (Jurybegründung, Auszug)

Jury: Reni Hofmüller, MMag. Korinna Lindinger, Univ.-Prof. Mag. Rainer Zendron

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outstanding artist award – Karikatur und Comics: Ulli Lust

Ulli Lust

Ulli Lust ©Alexander Englert

Geboren 1967, emigrierte 1995 von Wien nach Berlin um Graphic Design mit Schwerpunkt Zeichnen zu studieren. Seither zeichnet sie Comicreportagen mit pointierten Beobachtungen aus dem modernen Alltag, wie etwa den Bericht über ein Berliner Einkaufszentrum (in Fashionvictims, Trendverächter. Bildkolumnen und Minireportagen aus Berlin, avant-verlag, 2008) oder einen Comic über den Barfüsser Platz in Basel (Operation Läckerli, Edition Moderne, 2004). 2005 gründete sie den Online-Verlag electrocomics.com, der e-books und Comicstrips einer wachsenden Riege internationaler BilderzählerInnen publiziert. Im Herbst 2009 erschien ein umfangreicher Comic über ihre Jugendzeit, in dem sich Reise- und Schelmenroman mit einem existentiellen Teenagerdrama verbinden: Heute ist der letzte Tag vom Rest Deines Lebens, avant-verlag, 2009. Das Buch wurde mittlerweile in acht Sprachen übersetzt und hat zahlreiche internationale Preise gewonnen. 2013 erschien ihre Comicadaption Flughunde nach dem gleichnamigen Roman von Marcel Beyer im Suhrkamp Verlag.

www.ullilust.de

Publikationen (Auswahl)

  • Flughunde. Graphic Novel nach Marcel Beyer, Suhrkamp Verlag, 2013
  • Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens, avant-verlag, 2009
  • Airpussy, L'employé du Moi, 2009
  • Fashionvictims, Trendverächter. Bildkolumnen und Minireportagen aus Berlin, avant-verlag, 2008
  • Pomme d'Amour. 7 Geschichten über die Liebe, Anthologie, Delcourt, 2008 und Die Biblyothek, 2008
  • Spring Poems 01 bis 05, monogatari, 1998–2004
  • Operation Läckerli. Comicreportagen aus Basel, monogatari, 2004 und Edition Moderne, 2004
  • Alltagsspionage. Comicreportagen aus Berlin, monogatari, 2001
  • Ein Stück Himmelblau. Kinderbuch, Textbearbeitung: Thomas Declaude, Tyrolia, 1995
  • Fee Fledermaus. Kinderbuch, Text: Käthe Recheis und Friedl Hofbauer, Tyrolia, 1994
  • Marco und der Drache. Kinderbuch, Text: Käthe Recheis und Friedl Hofbauer, Der KinderbuchVerlag, 1993

Preise und Auszeichnungen (Auswahl)

  • 2014 outstanding artist award – Karikatur und Comics, Bundeskanzleramt; Max-und-Moritz-Preis – Bester Deutscher Zeichner; Los Angeles Times Book Prize 2013 – Graphic Novels für Today is the last day of the rest of your life, Fantagraphics, USA
  • 2013 Urhunden Award für Idag är sista dagen på resten av ditt liv, Kolik Förlag, Schweden; Ignatz Award for Today is the last day of the rest of your life, Fantagraphics, USA
  • 2011 Prix révélation des Festival International de la Bande Dessinée d'Angoulême, Prix Artémisia für Trop n'est pas assez (Heute ist der letzte Tag vom Rest Deines Lebens), Editions çà et là, Frankreich
  • 2010 ICOM-Preis – Bester deutscher Comic und Max-und-Moritz-Publikumspreis für Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens
  • 2009 Freistil online – Bester deutscher Comic für Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens
  • 2006 ICOM-Sonderpreis der Jury für ihren online-Verlag electrocomics

"Die Vergabe des outstanding artist award für Karikatur und Comics war für 'einen besonderen Grad an Originalität und eine außergewöhnlich innovative Komponente' ausgeschrieben, nach Ansicht der Jury zeichnet diese Charakterisierung insbesondere das Werk von Ulli Lust aus. Die Arbeiten von Ulli Lust sind zeichnerisch und erzählerisch von höchster Qualität und durch eine eigenwillige und konsequente Bildsprache gekennzeichnet. Sie zeichnet Comicreportagen, die auf einer genauen journalistischen Recherche gründen, und gibt pointierte Beobachtungen aus der Gesellschaft wieder. Sie hat mit ihren autobiografischen Comics und Graphic Novels Maßstäbe in der Comicszene gesetzt und war impulsgebend für weitere Initiativen in diesem Bereich. Ihre autobiografische Graphic Novel Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens wurde in acht Sprachen übersetzt und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Ihre zentrale Position in der Comic-Landschaft und die international hohe Anerkennung sind von großer Relevanz. Ihr Online-Verlag electrocomics, der Comicstrips von internationalen ComiczeichnerInnen und BilderzählerInnen publiziert, wurde schnell zu einem angesehenen Portal der Comicszene: Zeichnerinnen und Zeichner aus aller Welt stellen ihre Geschichten als kostenlose PDF-Dokumente zur Verfügung. 2006 erhielt sie für dieses Projekt den ICOM-Sonderpreis der Jury. Der Umfang ihres künstlerischen Schaffens ist vielgestaltig und beeindruckend: Ihr Werk umfasst ein breites Spektrum und präsentiert gleichzeitig eine eigenständige, kraftvolle und komplexe Künstlerposition." (Jurybegründung, Auszug)

Jury: Gottfried Gusenbauer, Mag. Jutta M. Pichler, Edda Strobl

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outstanding artist award – Kinder- und Jugendliteratur: Michael Roher

Michael Roher

Michael Roher ©Mannsberger

Geboren 1980 in Niederösterreich, 2001 bis 2003 Ausbildung zum Sozialpädagogen, seit 2002 Mitarbeiter beim Kinder- und Jugendzirkus KAOS und anderen Zirkusprojekten (Zirkus Federleicht, Circusluft Drosendorf, die Circonauten etc.), außerdem Betreuungstätigkeiten bei Menschen mit Behinderung (Lebenshilfe Wien) sowie spielpädagogische Projektwochen mit Kindern und Jugendlichen, 2005 Entwicklung eines Spielkonzepts (Leselabyrinth) für den Buchklub Niederösterreich, 2006 bis 2007 Akteur in Spielgeschichten für Kinder im Narrenschloss (Wien), 2008 Mitwirkender im Tanzstück please leave a message (Mozarteum Salzburg); seit 2006 als freischaffender Illustrator und Autor (im Bereich Kinderliteratur) tätig, seit 2010 Publikationen, Workshops und Lesungen (vorwiegend für junges Publikum).

Publikationen (Auswahl)

  • Valentin, der Urlaubsheld, Text: Sarah Michaela Orlovský, Picus Verlag, 2014
  • Pepe und Lolo, Text: Elisabeth Steinkellner, Picus Verlag, 2014
  • Zwischen Türkisen Tapeten, Text: Elisabeth Steinkellner, Bibliothek der Provinz, 2013
  • Wer stahl dem Wal sein Abendmahl?, Luftschacht Verlag, 2013
  • Papilios Welt, Text: Elisabeth Steinkellner, Picus Verlag, 2013
  • Wer fürchtet sich vorm lila Lachs?, gemeinsam mit Elisabeth Steinkellner, Luftschacht Verlag, 2013
  • Oma, Huhn und Kümmelfritz, Jungbrunnen Verlag, 2012
  • Sand unter den Füßen statt Schnee, Text: Elisabeth Steinkellner, Edition Thurnhof, 2012
  • Ein Rucksack voller Sand, Text: Elisabeth Steinkellner, Jungbrunnen Verlag, 2012
  • Zugvögel, Picus Verlag, 2012
  • Herr Lavendel, Bajazzo Verlag, 2012
  • …6,7,8, Gute Nacht, Luftschacht Verlag, 2011
  • Zu verschenken, Picus Verlag, 2011
  • Die neue Omi, Text: Elisabeth Steinkellner, Jungbrunnen Verlag, 2011
  • Fridolin Franse frisiert, Picus Verlag, 2010
  • An Herrn Günther, mit bestem Gruß, Text: Elisabeth Steinkellner, Jungbrunnen Verlag, 2010

http://mischa-loewenzahn.blogspot.co.at/

Preise und Auszeichnungen (Auswahl)

  • 2014 outstanding artist award – Kinder- und Jugendliteratur, Bundeskanzleramt
  • 2013 Österreichischer Kinder- und Jugendbuchpreis und Kinder- und Jugendbuchpreis der Stadt Wien für Oma, Huhn und Kümmelfritz
  • 2012 und 2014 IBBY Honour List
  • 2012 Kinder- und Jugendbuchpreis der Stadt Wien für Zugvögel
  • 2011 Österreichischer Kinder- und Jugendbuchpreis für Fridolin Franse frisiert
  • 2009 Romulus-Candea-Preis

"Obwohl er erst seit wenigen Jahren publiziert, liegt von Michael Roher bereits ein außerordentliches Euvre in unglaublicher Vielfalt vor. Als Autodidakt erprobt er sich nicht nur in den verschiedensten Techniken der Illustration, sondern auch als Autor und beweist in beiden Rollen ein großes Talent für das assoziative Spiel mit (Bild-)Sprache und die Fort- und Neuschreibung kinderliterarischer Traditionen." (Jurybegründung, Auszug)

Jury: Dr. Reinhard Ehgartner, Mag. Gerhard Falschlehner, Mag. Karin Haller, Verena Hochleitner, Dr. Heidi Lexe

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outstanding artist award – Künstlerische Fotografie: Zita Oberwalder

Zita Oberwalder

Zita Oberwalder ©Gerhard Mitterberger

Geboren 1958 in Leisach, Osttirol, Ausbildung zur Fotografin in Lienz und Innsbruck, Meisterprüfung in Graz; Hinwendung zur künstlerischen sowie Architektur-Fotografie, ab 1985 Arbeit als freischaffende Künstlerin und erste Ausstellungen, lebt und arbeitet in Graz.

Ausstellungen und Projekte (Auswahl)

  • 2014 Transition, Theologische Fakultät der Universität Innsbruck; Lied eines Straßenhundes, Fotogalerie im Grazer Rathaus; Dolomitendomino, Museum Schloss Bruck, Lienz (Beteiligung)
  • 2013 Cafe MILANO / Zwischenstation /... /, Rhizom in der Keplerkoje, Graz (mit Ingo Abeska und e.d gfrerer); Reception, Hotel Obir, Bad Eisenkappel/Železna Kapla (Beteiligung); amores – Flucht mit schlechten Schuhen, Rhizom in der Keplerkoje, Graz; Ansichten an sich, FO.KU.S Foto Kunst Stadtforum, Innsbruck (Beteiligung)
  • 2012 exil, Fotoforum, Innsbruck; foreshadowing, Kunstwerkstatt, Lienz
  • 2011 details, St. Claude Gallery, University of New Orleans (mit Marcus Schatz); don‘t talk to the sailormoon, Afro Asiatisches Institut, Graz
  • 2010 eine liebesgeschichte, regen, Galerie Marenzi, Leibnitz (mit Peter Liebmann)
  • 2009 unplugged, Galerie im Andechshof, Innsbruck

Preise und Auszeichnungen (Auswahl)

  • 2014 outstanding artist award – Künstlerische Fotografie, Bundeskanzleramt

"Mit Zita Oberwalder geht der outstanding artist award an eine Fotografin, die zumeist analog und in Schwarz-Weiß arbeitet. Die gebürtige Osttirolerin, die in Graz lebt, hat eine Ausbildung zur Fotografin absolviert und sich Mitte der 1980er-Jahre der künstlerischen Fotografie zugewandt. Ihre fotografische Herangehensweise ist mit 'klassisch' insofern unzureichend definiert, als man in der bildenden Kunst zwar den Begriff des 'Modernismus' kennt, mit dem der Transfer des Repertoires der Moderne in die nächsten Generationen bezeichnet wird, jedoch keine Entsprechung in der Fotografie zur Verfügung steht. 'Klassisch' heißt bei Oberwalder keineswegs statisch, sondern meint ein Wiederaufgreifen eines fotografischen Vokabulars, das Fokus, Perspektive, Komposition oder Tonalität aus der Kamera heraus anlegt. Ihre Arbeit umfasst viele Gebiete der Fotografie. Dass für Oberwalder dabei die Architektur und die Architekturfotografie eine große Rolle spielen, bestätigt, dass auch die Fotografie ein unvollendetes Projekt der Moderne ist, das stets befragt und wiederaufgegriffen werden kann. Oberwalder hat viele Orte bereist, denen sie sich mit speziellen Konzepten nähert, die oft auch Persönliches einschließen und ihre Bilder an interdisziplinäre Fragestellungen anbinden. Eines davon ist das Ovid-Projekt, das den Orten nachgeht, in denen der Dichter im Exil war. In Hotel Obir beschäftigt sie sich mit dem Ort Eisenkappel/Železna Kapla und setzt sich mit der Abwanderung im ländlichen Raum auseinander. Hier und in anderen Werkgruppen zeigt uns Oberwalder eine Vielfalt an eindringlichen Bildern, die sich überzeugend dem großen Projekt der Fotografie widmen." (Jurybegründung, Auszug)

Jury: Christine Frisinghelli, Aglaia Konrad, Dr. Susanne Neuburger

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outstanding artist award – Literatur: Oswald Egger

Oswald Egger

Oswald Egger ©Charlotte Kons

Geboren 1963 in Lana/Italien, lebt auf der Raketenstation Hombroich, 1988 bis 1998 Herausgeber der Zeitschrift Der Prokurist (edition per procura), seit 2003 von Das böhmische Dorf, 2003 Gastprofessor für Poetik an der Cornell University, Ithaca, New York, seit 2011 Professor für Sprache und Gestalt an der Muthesius Kunsthochschule Kiel, 2013 Thomas-Kling-Poetik-Dozentur an der Universität Bonn.

Bücher (Auswahl)

  • Deutscher sein, Keicher Verlag 2014
  • Euer Lenz, Suhrkamp Verlag 2013
  • Die ganze Zeit, Suhrkamp Verlag 2010
  • Diskrete Stetigkeit. Poesie und Mathematik, Edition unseld 14, Suhrkamp Verlag 2008
  • nihilum album. Lieder & Gedichte, Suhrkamp Verlag 2007
  • Tag und Nacht sind zwei Jahre. Kalendergedichte, Keicher Verlag 2006
  • Prosa, Proserpina, Prosa, Suhrkamp Verlag 2004
  • Room of Rumor. Tunings, Green Integer 2003
  • -broich. Homotopien eines Gedichts, Edition Korrespondenzen 2003
  • Nichts, das ist. Gedichte, Suhrkamp Verlag 2001
  • To Observe The Obverse, Edition Howeg 2000
  • Poemanderm Schlaf (Der Rede Dreh), Edition Howeg 1999
  • Herde der Rede. Poem, Suhrkamp Verlag1999
  • Sommern, Edition Howeg 1998
  • Juli, September, August. Herde der Rede Moiré, Edition Solitude 1997
  • Und: der Venus trabant. Oper als Topos ohne Ort, Edition Howeg 1997
  • Blaubarts Treue. Stück, Edition Howeg 1997
  • Gleich und Gleich, Edition Howeg 1994
  • Die Erde der Rede, Kleinheinrich, 1993

Preise und Auszeichnungen (Auswahl)

  • 2014 outstanding artist award – Literatur, Bundeskanzleramt
  • 2013 Karl-Sczuka-Preis für Hörspiel als Radiokunst für Linz und Lunz
  • 2010 Oskar-Pastior-Preis; Karl-Sczuka-Preis für Hörspiel als Radiokunst für Ohne Ort und Jahr; Auszeichnung im Wettbewerb Die schönsten deutschen Bücher für Die ganze Zeit
  • 2008 H.C.-Artmann-Preis
  • 2007 Peter-Huchel-Preis
  • 2006 Christian-Wagner-Preis
  • 2002 Lyrikpreis Meran
  • 2001 Christine-Lavant-Förderpreis; Förderungspreis der Stadt Wien; Auszeichnung im Wettbewerb Die schönsten deutschen Bücher für Nichts, das ist
  • 2000 Clemens-Brentano-Preis; George-Saiko-Preis
  • 1999 Mondsee-Lyrikpreis

"Dichtung und Dichter, zwei Ausdrücke mit Ansehen, von ehrwürdigem Alter und großem Pathos, waren in der zeitgenössischen Literatur lange Zeit nicht nur 'out' – wer sie benutzte, galt als heillos rückständig. In manchen Fällen wurden Ausnahmeregelungen getroffen, doch die Rolle des Dichters als Prophet, als Seher, Sprachschöpfer oder zumindest als Dichter schien für alle Moden und realen Entwicklungen der Literatur unrettbar verloren. Eine leere Pose, nicht nur aus dem Gebrauch gekommen, sondern für unabsehbare Zeiten aus dem Verkehr gezogen. Literatur – das mussten Texte sein, Gedichte wurden 'verfertigt' und 'gemacht'.

Oswald Eggers Schreiben diesbezüglich als Dichten und als Dichtung zu charakterisieren, wäre zu wenig. Seit seiner ersten größeren Publikation Die Erde der Rede (1993) betrieb Egger in bislang mehr als zehn Büchern die Neuschaffung eines ganzen Systems von Dichtung und Dichtungen. Der Ausdruck 'Schöpfung' ist in diesem Fall nicht übertrieben, handelt es sich doch um ein Dichten, das sich vordergründig nicht nur in keinerlei Tradition stellt, sondern tatsächlich noch einmal am Anfang beginnt. Dichtung stiftet ihren eigenen Neubeginn, beharrt zugleich aber auf ihrer Singularität. Bleibt sie dadurch folgenlos? Von einer Reihe von Epigonen und Imitatoren abgesehen – natürlich nicht! Wo sich die so genannte 'experimentelle Literatur' in Wiederholung erschöpfte, werden von Egger die Ursprünge aller literarischen Verfahren befragt und neu gedichtet. Seine vielleicht wichtigste Entdeckung ist die: Dichtung geht, noch immer, Dichtung geht weiter.
Auf Die Erde der Rede folgte etliche Jahre später die Herde der Rede (1999); ein knappes Jahrzehnt nach Nichts, das ist (2001) erschien Die ganze Zeit (2010). Oswald Eggers Dichtung bringt sich nicht nur selbst hervor, sie setzt sich fort – in Versuchsanordnungen, die es ermöglichen, Theorien und Theoriefragmente aus den unterschiedlichsten Bereichen zu integrieren. Mathematik und Etymologie, Philosophie und Neologismen, gesprochen Sprache und Grafik werden amalgamiert – manchmal klingt Oswald Egger wie eine dem Deutschen verwandte Sprache. Der Vortrag seiner Dichtung ist nicht nur 'Performance', seine Texte wollen auch gesehen und angeschaut werden; sie können als Traktate verstanden werden, sind aber auch Natur- oder Liebesgedichte.

Die klassische Frage 'Hat der Mensch ein Maß?' bekam mit der Verwendung von Teleskop und Mikroskop eine neuzeitliche Antwort – Oswald Egger entschied sich, die Lieder, die danach zu singen sind, zu 'zersingen'. Zersingen ist aber noch immer Singen. Wer bei all dem den Verdacht hegt, Egger wäre in seinem Schreiben ein 'unpolitischer' Autor, der es bloß auf die Schaffung eines Gesamtkunstwerks abgesehen hat, wird am Ende seiner kleinen Schrift Deutscher sein nicht nur eines Besseren belehrt, sondern auch an das wichtigste aller 'Messinstrument' erinnert: 'Ich weiß ja, daß Sprache, nicht bloß zu Deutsch, sondern auch zu dumm erscheinen kann, jenen, die nicht wissen, daß Gedichte keine Leiter, sondern ihre Leier sind.'

Es wäre ein Leichtes, den Ausdruck 'zu Deutsch' an dieser Stelle in 'europäisch' zu übersetzen und Oswald Egger als europäischen Dichter, der er ohne Zweifel ist, zu titulieren. Er selbst würde vermutlich mit einer Leier von 'Ossianiden' oder mit der in seinem letzten Buch Euer Lenz (2013) immer wieder gestellten Frage 'Wie heiße ich noch einmal?' replizieren – in jedem Fall Gründe, ihm den outstanding artist award zu verleihen." (Jurybegründung, Auszug)

Jury: Erich Klein, Andreas Renoldner, Dr. Brigitte Schwens-Harrant

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outstanding artist award – Musik: Bernhard Lang

Bernhard Lang

Bernhard Lang ©Ramin Mizani

Geboren 1957 in Linz, Musikstudium am Brucknerkonservatorium Linz, ab 1975 Studium in Graz: Philosophie und Germanistik, Jazztheorie, Klavier, Harmonielehre und Komposition, 1977 bis 1981 Arbeit mit diversen Jazzgruppen als Komponist, Arrangeur und Pianist, Auseinandersetzung mit Elektronischer Musik und Computertechnologie am IEM Graz: Entwicklung der Software CADMUS in C++ (Entwicklungsumgebung für Computergestützte Komposition); ab 2003 außerordentlicher Professor für Komposition an der Kunstuniversität Graz, Juli 2004 bis März 2005 Stipendiat des Internationalen Künstlerhauses Villa Concordia in Bamberg, Juni 2007 Arbeitsaufenthalt im Künstleratelier Thomas-Bernhard-Archiv, Gmunden, 2007/08 Composer in Residence am Theater Basel, 2008/09 Capell-Compositeur der Sächsische Staatskapelle Dresden, 2013 Gastdozent für Komposition an der Hochschule Luzern, 2014 Mentorenprojekt in Potsdam.

Teilnahme am steirischen herbst 1984, 1988, 1991, 1995, 1999, 2003, 2008 und 2010, Moskau Alternativa Festival, Moskau Modern, resistance fluctuations, Los Angeles 1998, Tage Absoluter Musik Allentsteig I und II, Klangarten, Herbstfestival 98 Lissabon, Wien Modern, Münchner Opernfestspiele, Darmstädter Ferienkurse, Donaueschinger Musiktage, Salzburger Festspiele, Disturbances (Musiktheaterworkshop Kopenhagen 2003), Wittener Tage für Neue Kammermusik u.v.a.

http://members.chello.at/bernhard.lang

Musiktheater (Auswahl)

  • Der Golem, 2016 Mannheim
  • Hemma, 2015 Klagenfurt
  • Der Reigen, 2014 Schwetzingen
  • The Stoned Guest, 2013 Wien
  • Haydn in der Hölle, Puppenoper, 2010 Kabinetttheater, Wien
  • Montezuma – Fallender Adler, UA 2010, Mannheim
  • Der Alte vom Berge, UA 2007, Schwetzingen, Basel
  • I hate Mozart, UA 2006, Wien, Theater an der Wien, 2010 Augsburg
  • operation capablanca, Schachoper, UA 2005, Wien
  • seven attempted escapes from silence, UA 2005, Berlin, Staatsoper Unter den Linden
  • Das Theater der Wiederholungen, UA 2003, Graz, steirischer herbst; 2006 Paris, Opéra de la Bastille

Projekte (Auswahl)

  • Remix-Projekt Black Friday mit Christian Fennesz, Christoph Kurzmann, Dieter Kovacic
  • Remix-Projekt SWR new jazz meeting mit Steve Lacy, Phil Jeck u. a.
  • Entwicklung des Loop-Generators Looping Tom (PD-Programm) in Zusammenarbeit mit dem IEM Graz
  • ntwicklung des VLG (visual loop generators) mit Winfried Ritsch am IEM Graz
  • Hörspielmusik Der Himmel ist Bodenlos (2001, Wien)
  • Theatermusik Der Blutige Ernst (2001 Burgtheater, Wien)
  • 2006 zentraler Komponist bei Wien Modern
  • Filmmusik für Arbeiten von Norbert Pfaffenbichler, Lotte Schreiber und Günter Schwaiger
  • Klanginstallation für die Gläserne Manufaktur die gläserne capelle, Dresden 2008
  • Seit 2003 intensive Beschäftigung mit Tanz, Zusammenarbeit mit Xavier Le Roy, Willi Dorner, Christine Gaigg

Preise und Auszeichnungen (Auswahl)

  • 2014 outstanding artist award – Musik, Bundeskanzleramt
  • 2009 Erste Bank Kompositionspreis
  • 2008 Musikpreis der Stadt Wien

"Bernhard Lang ist sowohl mit der Musiktradition wie auch mit der aktuellen musikalischen Entwicklung in Österreich seit Jahren eng verbunden und hat bereits mehrere erfolgreiche Werke in der Sparte Musiktheater/Oper vorgelegt. Während viele Komponistinnen und Komponisten es vernachlässigen, den Grundfunktionen des Theaters und dem dramatischen Anspruch gerecht zu werden, ist die Bereitschaft Bernhard Langs, sich dieser Herausforderung auch im frühen 21. Jahrhundert zu stellen, besonders hoch zu bewerten. Ebenso wie in seinen früheren musikdramatischen Werken (I hate Mozart oder Montezuma) scheut der Komponist auch nicht vor der musikalischen Umsetzung einer nachvollziehbaren dramatischen Handlung zurück, statt sich mit der Komposition philosophischer Überlegungen oder soziologisch oder politisch relevanter Gedanken zu begnügen. Gleichwohl unternimmt er zusammen mit seinem Librettisten Michael Sturminger bei seinem mit den outstanding artist award ausgezeichneten Musiktheaterprojekt Der Reigen eine zeitgemäße Auseinandersetzung mit allen diesen Aspekten von Arthur Schnitzlers Bühnenwerk. International betrachtet, zählt Bernhard Lang zu den sehr wenigen Komponistinnen/Komponisten, denen es gelungen ist, eine genuine und, wenn nicht überhaupt unverwechselbare, so doch zumindest mit Bestimmtheit wiedererkennbare eigene Musiksprache zu entwickeln. Die gekonnte Behandlung der Singstimme ist ein weiteres handwerkliches Kriterium, das Bernhard Lang als einen herausragenden Opernkomponisten der Gegenwart ausweist." (Jurybegründung, Auszug)

Jury: Dr. Sven Hartberger, Mag. Thomas Heißbauer, Elisabeth Naske

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outstanding artist award – Video- und Medienkunst: Flora Watzal

Flora Watzal

Flora Watzal ©Miriam Bajtala

Geboren 1975 in Wien, 1996 bis 2001 Akademie der bildenden Künste Wien (Karl Hikade/Birgit Jürgenssen und Eva Schlegel), seit 2008 Lehrbeauftragte am Institut für das Künstlerische Lehramt, Akademie der bildenden Künste Wien.

www.florawatzal.at

Ausstellungen und Screenings (Auswahl)

  • 2014 Nachbarinnen – Zufall als Konzept, Frederike Schweizer, Raum 12, Wien; Rooming-In I, Fotoforum Braunau
  • 2013 How long is now?, Fotoraum, Wien; On things, On minds, Kunstverein Schattendorf; Der geteilte Himmel. sixpackfilm on location, Topkino, Wien; bambergerkurzfilmtage; Diagonale; Bradford International Film Festival; Regensburger Kurzfilmwoche, Rencontres Internationales Sciences et Cinémas; Tindirindis
  • 2012 Reverse Engineering, paraflows .7, das weisse haus, Wien; Diagonale; dokumentART Film&Video Festival; Festival des Cinémas Différents – Collectif Jeune Cinéma
  • 2011 Der weibliche Blick, Fotoraum, Wien;
  • 2010 Denumerable Infinite, Galerie Stadtpark, Krems (gemeinsam mit Siegfried A. Fruhauf); NinteenEightyFour, Austrian Cultural Forum, New York
  • 2007 come back, k/haus Passagegalerie, Wien, Einzelausstellung; Is it a High C or a Vitamin B?, Galerie 5020, Salzburg; source fragments, erased units, dreizehnzwei, Wien (gemeinsam mit Dariusz Kowalski); logbuch, Galerie 5020, Salzburg
  • 2006 Regelei, Kunsthalle Exnergasse, Wien
  • 2005 can‘t see nothing, dreizehn zwei, Wien (gemeinsam mit Miriam Bajtala); Der feine Anspruch, Hyrtlgasse 12, Wien (Ausstellungsprojekt mit Rouven Dürr und Fabian Seiz)
  • 2004 und Fliege, Neue Galerie am Landesmuseum Joanneum, Graz, Einzelausstellung; no risk no glory, complicated by Katrin Plavcak & Johanna Kirsch, loop, Berlin; Televisionen. Screening, Kunstverein Medienturm, Graz
  • 2003 Daponte, Wien, Einzelausstellung (vierteiliges Ausstellungsprojekt mit Rouven Dürr, Sebastian Figl und Fabian Seiz); synthetic pleasures, dreizehn zwei, Wien
  • 2002 Bearbeitete Blicke, galerie mezzanin, Wien

Preise und Auszeichnungen (Auswahl)

  • 2014 outstanding artist award – Video- und Medienkunst, Bundeskanzleramt

"Die Bezeichnung der Preiskategorie 'Outstanding Artist' scheint wie geschaffen, um das Werk sowie die Person der Videokünstlerin Flora Watzal zu beschreiben. Seit rund 20 Jahren beschreitet Watzal in ihrer Arbeit konsequent einen eigenständigen Weg, dem bislang die gebührende Anerkennung im breiteren öffentlichen Rahmen versagt blieb. Vermutlich liegt dies daran, dass dem Weg die geraden und einfachen Linien fehlen. Vielmehr ist Watzals Arbeit spröde, kantig und entzieht sich jeglichem spekulativen Gestus. Trotz aller Reduktion auf einen harten konzeptionellen Kern bleibt Watzals Werk auf den ersten Blick nicht klar fassbar, da die Arbeiten inhaltlich und formal stark variieren. Schließlich machen die jeweilige Idee und die – manchmal durchaus längere – Suche nach einer adäquaten Realisierung den Kern der Arbeit aus. Dabei steht immer auch das Behaupten der technischen und medienspezifischen Möglichkeiten und der hier fast spürbaren Historisierung von Video im Vordergrund. In ihrer Haltung und formalen Vorgangsweise schließt Watzal dabei durchaus an einen international bekannten und mittlerweile schon etablierten 'österreichischen Weg' von Videokunstpionierinnen und pionieren (u.a. Export, Bechtold, Weibel, Kriesche, Pezold) an, der Konzeption, Konsequenz und Anti-Narration mit einem Schuss Schmäh aufpeppt." (Jurybegründung, Auszug)

Jury: Sandro Droschl, Dr. Gerda Lampalzer, Mag. Isa Rosenberger