Fotos von Werner Kaligofsky

Werner Kaligofsky © BKA

Werner Kaligofsky Levittown, Pennsylvania; 2012, Farb- und Schwarzweiß- Pigmentdruck auf Fotopapier, 271 x 61cm, © BKA

"Wir sollten uns mehr dafür interessieren, was die Leute aus ihren Häusern machen, als dafür, was die Architekten im Sinn hatten."
Denise Scott Brown, "Remedial Housing for Architects", Yale und Philadelphia 1970.

Dieses Statement stimulierte Werner Kaligofsky zu einer fotografischen Studie über Levittown in Pennsylvania, wo in den 1950iger Jahren eine der ersten Siedlungen aus Fertigteilhäusern in den USA errichtet wurde. Was machen die Bewohner/innen einer Siedlung, die nach dem Prinzip der effizienten Verquickung von Wohnraum und Arbeitsplatz errichtet wurde, wenn dessen Grundlagen radikale Veränderungen erfahren haben?

Zwischen 1951 und 1958 stellte das Bauunternehmen Levitt & Sons mehr als 17 000 Häuser hin, gemeinsam mit Einrichtungen wie Schulen, Einkaufszentren, Sport-und Kulturstätten, ja sogar Kirchengebäuden. Für die in bestem kalifornischen Holz gebauten und gut ausgestatteten Eigenheime standen sechs schlichte Modelle in sechs Farben zur Auswahl: The Colonial, The Country Clubber, The Jubilee, The Levittowner, The Pennsylvanian und The Rancher. Die einzelnen Haustypen sind auf dem Gelände in größeren Gruppen mit Grünflächen dazwischen organisiert. Die Anlage erinnert an einen englischen Landschaftsgarten mit in sanften Kurven angelegten Straßenzügen. Levittown wurde in der Nähe und zeitgleich mit dem Bau des Stahlwerkes "US Steel's Fairless Works" errichtet, das zu dieser Zeit der weltgrößte Stahlproduzent mit 8000 Arbeitsplätzen war. In Levittown wurde Wohnraum für eine "House Hungry Nation", und zwar ausnahmslos für die weiße Mittelklasse geschaffen. Farbige waren durch die "US Redlining Policy" ausgeschlossen, in der dieser Bevölkerungsgruppe der Kauf von Immobilien untersagt wurde.

Angedockt an eine Studienreise des Bauhaus Kollegs Dessau, spürte Kaligofsky sechzig Jahre später in Levittown nach, wieweit sich die jetzigen Bewohner/innen mit den originalen Haustypen noch identifizieren oder sich diese, nach ihren aktuellen Bedürfnissen, angepasst haben. (Werner Kaligofsky)

Werner Kaligofsky
*1957 in Wörgl, Studium an der grafischen Bundes-, Lehr - und Versuchsanstalt in Wien , Akademie der bildenden Künste Wien, Staatsstipendium für bildende Kunst, Staatsstipendium für künstlerische Fotografie. Seine Arbeiten waren u.a. im 21er Haus Wien, Tate Gallery Liverpool,
Galerie Fotohof in Salzburg, Galerie im Taxispalais Innsbruck, Galerie Grita Insam Wien zu sehen. Er lebt und arbeitet in Wien.

www.wernerkaligofsky.net

Zurück zur Übersicht