Maßnahmen für mehr Gendergerechtigkeit im Film

Bei der "Innovativen Filmförderung" im Bundeskanzleramt liegt der Frauenanteil der geförderten Filme bei etwa 50 Prozent. Deutlich unausgeglichener ist das Verhältnis bei den vom Österreichischen Filminstitut geförderten Kinofilmen: Hier werden nur 20 bis 25 Prozent der Filme unter weiblicher Regie hergestellt. Kulturminister Thomas Drozda hatte deshalb Maßnahmen angeregt, um mehr Diversität zu erreichen. Im Dezember wurde nun vom Aufsichtsrat des Österreichischen Filminstituts ein Maßnahmenpaket beschlossen, das mit 1. Jänner 2017 in Kraft getreten ist.

Hauptpunkt ist das "Gender Incentive": Über ein Punktesystem wird die Frauenbeteiligung bei eingereichten Projekten erfasst. Weist ein gefördertes Projekt einen signifikanten Anteil an weiblichen Beschäftigten auf, erhält die Produktionsfirma zusätzliche Fördermittel in Höhe von 30 000 Euro für die Stoff- und Projektentwicklung von neuen Projekten. Auch die Referenzmittelförderung wird angepasst: Für Projekte, die den Zielwert erreichen, werden die Referenzmittel um 10 Prozent erhöht. Darüber hinaus werden alle Einreichungen auf Gender-Budgeting hin überprüft: Bei Herstellungsförderungen muss dargestellt werden, welcher Anteil der kalkulierten Personalkosten an weibliche und an männliche Filmschaffende fließt. Zusätzlich bietet das Filminstitut spezielle Fördermaßnahmen für Frauen in der Filmwirtschaft an. Das Weiterbildungsprogramm "ProPro" für Produzentinnen erfährt 2017 seine Fortführung; für den Kreativbereich wird wieder ein Drehbuchwettbewerb ausgeschrieben.

Die genderspezifische Verteilung der Fördergelder wird laufend evaluiert und auf einer eigenen Website veröffentlicht: equality.filminstitut.at/. Hier finden sich auch detaillierte Informationen zu den neuen Regelungen.