outstanding artist award 2017

Die outstanding artist awards werden jährlich vom Bundeskanzleramt für herausragende Leistungen vorwiegend an Künstlerinnen und Künstler der jüngeren und mittleren Generation vergeben. Die Preise sind mit 10 000 Euro dotiert.

  1. outstanding artist award – Bildende Kunst: Jakob Lena Knebl
  2. outstanding artist award – Darstellende Kunst: Simon Mayer
  3. outstanding artist award – Dokumentarfilm: Sudabeh Mortezai
  4. outstanding artist award – Film: Mona Willi
  5. outstanding artist award – Künstlerische Fotografie: Anja Manfredi
  6. outstanding artist award – Innovative Kulturarbeit: < rotor > zentrum für zeitgenössische Kunst
  7. outstanding artist award – Literatur: Anna Weidenholzer
  8. outstanding artist award – Medienkunst: LIA
  9. outstanding artist award – Experimentelles Modedesign: Wendy & Jim
  10. outstanding artist award – Musik: Zahra Mani
  11. outstanding artist award – Musik: Reinhold Schmölzer

outstanding artist award – Bildende Kunst: Jakob Lena Knebl

Jakob Lena Knebl (c) Jakob Lena Knebl

Jakob Lena Knebl (© Jakob Lena Knebl)

Geboren 1970 in Baden bei Wien. Nach 9 Jahren Tätigkeit im Bereich Altenbetreuung studierte die Künstlerin Mode bei Raf Simons an der Universität für angewandte Kunst Wien (Diplom mit Auszeichnung) sowie textuelle Bildhauerei an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Heimo Zobernig (Diplom mit Anerkennungspreis). Derzeit arbeitet Jakob Lena Knebl als Senior Artist an der Akademie der bildenden Künste Wien.

www.jakoblenaknebl.com

Ausstellungen (Auswahl)

  • 2017 Oh..., Jakob Lena Knebl und die mumok Sammlung, Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig, Wien
  • 2016 Mapping the Body, Galerie im Taxispalais, Innsbruck; Die Sprache der Dinge. Materialgeschichten aus der Sammlung, 21er Haus Wien
  • 2015 Gender jako dekomerowy performance, Galeria Fotografii PF, Poznan, Polen
  • 2014 Im Frühling, Darling, Kunstverein Hamburg; Lotte Sonnenstein: Bildbaumeister, Parallel Vienna, Wien; Look at me, Center of Contemporary Art, Torun, Polen; Haydn Explosiv, Eisenstadt; There Are More Things, Pavillon der Tiroler Künstlerschaft, Innsbruck; Sculpture Me, Kunstraum Niederösterreich, Wien; Lebe den Tag. Kunst am Bau, Landespflegeheim Baden
  • 2013 Schwule Sau, KÖR, Wien; An Eye on the Disposition of a Cloud, Salzburger Kunstverein; Art from Vienna, Contemporary Istanbul (CI); Faceless, Freiraum, Wien; Vienna Calling, Meštrović-Pavillon, Zagreb; Erfinde dich selbst, Kunstverein Wolfsburg; The only performances that make it all the way, Künstlerhaus Graz
  • 2012 Reflecting Fashion, Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig, Wien; Beauty Contest, MUSA, Wien; Set Staged Envisioned. Spaces of Narration, 308 at 156 Project Artspace, New York; Vanitas, Kunsthalle Wien; home/work/ dress, Centre d’art Passerelle, Brest; Camp/Anticamp. A Queer Guide To Everyday Life, Hebbel am Ufer 2, Berlin und Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt; PANik5 – Performance als Augenblick, Kunstraum Niederösterreich, Wien; Trans*_Homo, Schwules Museum, Berlin
  • 2011 Sense and Sensibility, Kunstverein Salzburg; Beauty Contest, Austrian Cultural Forum, New York; Amore Ettore, Viennafair, Wien; Transgression, Beers Lambert Contemporary, London; Wiener Glut, KIT – Kunst im Tunnel, Düsseldorf
  • 2010 Projects and Assignments, Saprophyt, Wien; Alte Sachen, in Kooperation mit Markus Hausleitner und Heimo Zobernig, Galerie Christian Nagel, Berlin; Becoming, H13 2010, Kunstraum Niederösterreich, Wien; Ich Tier! (Du Mensch), Perla Moda + Dienstgebäude, Zürich
  • 2009 OPEN UP Kommunikation, Tanzquartier Wien; Mode Française, in Kooperation mit Chris Haring, Les Subsistances, Lyon

Preise und Auszeichnungen (Auswahl)

  • 2017 outstanding artist award – Bildende Kunst, Bundeskanzleramt; Anerkennungspreis der Stadt Baden, Sparte
  • ildende Kunst und Architektur
  • 2016 Kulturpreis des Landes Niederösterreich
  • 2013 Stipendium im Rahmen des outstanding artist award – Bildende Kunst, Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur
  • 2010 Performancepreis H13, Kunstraum Niederösterreich
  • 009 Auszeichnung im Rahmen des Kulturplakatpreises für die OPEN UP Kommunikation, Tanzquartier Wien
  • 2007 Staatsstipendium für künstlerische Fotografie, Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur
  • 2003 Selfware. Politics of Identity, Anerkennungspreis, Graz 2003; New Walls, AS. Creation, Anerkennungspreis

Jurybegründung
In ihren/seinen Arbeiten, setzt Jakob Lena Knebl die assoziative Fülle des eigenen Denkens mit einer Vielzahl von Ausdrucksmitteln in Verbindung: Performance, Installation, Film, Fotografie, Objekt. Im Hintergrund steht eine kritische Reflexion jener Mechanismen, die dem Wesen sozialer und kultureller Identitätskonstruktion zugrunde liegen. Hierarchien, Ismen, Moden, Hypes, kunsthistorischer Kanon und zeitgenössisches Denken sind bei Knebl Thema und Material für Werke, die sich sowohl subtiler Töne als auch greller Inszenierungen bedienen. In einem radikal physischen Gestus ignoriert er/sie nicht nur die eindeutigen Zuordnungen zu Geschlecht, sondern auch die Grenzen zwischen Genres. Somit fungieren Knebls Installationen als Bühnen, auf denen die Präsenz und Rolle von Körper und Dingen vorgeführt und neu verhandelt werden. Die Arbeiten Knebls zeichnet einerseits das Interesse am kollektiven Formvokabular der Moderne aus, andererseits das Streben nach einer gegenwärtigen, non-konformen und sinnlich-konzeptuell ausdrucksstarken künstlerischen Sprache.

Jury: Nikolaus Gansterer, Andrea van der Straeten, Simon Wachsmuth

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outstanding artist award – Darstellende Kunst: Simon Mayer

Simon Mayer (c) Niko Havranek

Simon Mayer (© Niko Havranek)

Geboren 1984, studierte an der Wiener Staatsopernballettschule, den Performing Arts, Research and Training Studios (PARTS) in Brüssel und war Mitglied des Wiener Staatsopernballetts. 2009 gründete Simon Mayer als Sänger, Gitarrist und Songwriter die Band Rising halfmoon. 2017 erscheint nach Monkeymind und SunBengSitting das neueste Audioperformancealbum Sons of Sissy. Als Tänzer/Choreograf und Musiker war er unter anderem in Produktionen von Anne Teresa De Keersmaeker/ROSAS (The Song), Wim Vandekeybus (Frisking) und Zita Swoon zu sehen. Sein choreografisches Repertoire beinhaltet Solos, Duos und Gruppenstücke, die international aufgeführt werden. Er war Artist-in-Residence beim Théâtre de L'L in Brüssel und ist künstlerischer Leiter des Festivals SPIEL, das er zusammen mit seinen Brüdern und dem Verein SPIEL ins Leben gerufen hat. Außerdem unterrichtet er Contemporary, Community Dance sowie traditionellen Tanz (ImPulsTanz Wien, steirischer herbst und andere internationale Festivals) und ist Gastdozent an der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien.

www.simonmayer.at

Produktionen (Auswahl)

  • 2017 Oh Magic (UA, Kunstenfestival des Arts, Brüssel; steirischer herbst, Graz)
  • 2015 Sons of Sissy (UA, brut Wien)
  • 2014 SunBengSitting (UA, brut Wien)
  • 2013 Monkeymind (UA, Imagetanzfestival, brut Wien)
  • 2011 Kopf hoch (UA, Odeon, Wien)
  • 2010 Surface (UA, Scène de Danse Festival, Paris)
  • 2008 Dancing with the Sound Hobbyist (UA, Bourlaschouwburg, Antwerpen); O feather of lead (UA, Rosas Performance Space, Brüssel)

Preise und Stipendien (Auswahl)

  • 2017 outstanding artist award – Darstellende Kunst, Bundeskanzleramt
  • 2016 Nominierung zum Nachkritik Theatertreffen mit Sons of Sissy
  • 2015 Prämie für Sons of Sissy, Bundeskanzleramt; FM4 Fan Award für SunBengSitting
  • 2014 Hoffnungsträger Tanz, Magazin Tanz
  • 2005 DanceWeb Scholarship, ImPulsTanz
  • 2004–2008 Tanzstipendium, Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur

Jurybegründung
Dem österreichischen Tänzer, Performer, Choreografen und Musiker Simon Mayer gelang sein künstlerischer Durchbruch, indem er performativ Volkstümliches mit Zeitgenössischem verschmelzen ließ. Dazu reproduziert er Zitate aus der Folklore, um diese dann in ihre Einzelteile zu zerlegen. Mit etwa Sons of Sissy setzt er auch in der Performance-Szene einen Ethno-Trend, der junges Publikum erreicht. Seine konsequente und komprimierte Bewegungs- und Formensprache zeichnet ambivalente Bilder, die seinen Performances Spannung verleihen und gesellschaftskritisch erscheinen. Es ist ein stetiger Abgesang auf Konventionen, Geschlechterrollen und auch Traditionen. Sein Oeuvre ist inzwischen österreichweit ein fixer Bestandteil jedes Tanzfestivals und auch international konnte der klassisch ausgebildete Performer bereits reüssieren.

Beirat für darstellende Kunst: Christine Bauer, Peter Faßhuber, Verena Franke, Elio Gervasi, Peter Huber, Petra Paterno, Martin Thomas Pesl, Klaus Rohrmoser, Katharina Schuster

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outstanding artist award – Dokumentarfilm: Sudabeh Mortezai

Sudabeh Mortezai (c) Magdalena Blaszczuk

Sudabeh Mortezai (© Magdalena Blaszczuk)

Geboren 1968 in Ludwigsburg/Deutschland als Tochter iranischer Eltern, aufgewachsen in Teheran und Wien. Studium der Theater-, Film- und Medienwissenschaft in Wien, Abschluss 1994. Kuratorin und Organisatorin von Filmprogrammen, langjährige Mitarbeiterin der Viennale, 1997 bis 1999 Leiterin des Filmcasinos; 2002–2003 Filmstudium an der UCLA in Los Angeles (Certificate Program in Film, TV and Digital Entertainment Media); 2007 Mitbegründerin von FreibeuterFilm; lebt und arbeitet in Wien.

Filmografie

  • Joy, Spielfilm (in Produktion)
  • 2014 Macondo, Spielfilm
  • 2009 Im Bazar der Geschlechter, Dokumentarfilm
  • 2006 Children of the Prophet, Dokumentarfilm

Jurybegründung
Der "Clash of Cultures" dürfte Sudabeh Mortezai besonders interessieren. Nicht im Sinne von "Kampf der Kulturen", sondern im Sinne eines "Aufeinanderprallens" von Moderne und Tradition, dem Leben zwischen Religion und moderner Gesellschaft, von einem Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen. Über persönliche Geschichten werden komplexe gesellschaftspolitische Zusammenhänge und Brennpunkte eindrucksvoll gezeigt: Sei es der islamisch geprägte Iran oder der Alltag von tschetschenischen Asylwerbern hier in Wien. Sudabeh Mortezai ist eine mutige, engagierte, eine neugierige und eine politische Filmemacherin: Schon in ihrem ersten Dokumentarfilm Children of the Prophet (2006) eröffnet sie uns einen vielschichtigen, überraschenden Blick auf das vom Islam bestimmte Leben im Iran der Gegenwart, ein Leben zwischen Tradition und Moderne.
In ihrer nächsten Arbeit, wieder ein Dokumentarfilm, nähert sie sich noch eindringlicher dem Intimleben der Menschen im Iran: Im Bazar der Geschlechter erzählt von der tabuisierten "Ehe auf Zeit", einer uns relativ unbekannten Lebensrealität von Frauen und Männern im islamisch geprägten Iran. Der Film überrascht durch die Thematisierung des Intimlebens einer durch Sittenpolizei, Geschlechtertrennung und Verschleierungsplicht bestimmten Welt. Er zeigt uns, wie im Übrigen auch ihr Dokumentarfilm erster Film Children of the Prophet, wie sich die Menschen beziehungsweise die Gesellschaft innerhalb dieses repressiven Systems ihre Freiräume schaffen. Das verblüfft und überrascht uns.
An ihrem dokumentarischen Zugang hält sie auch bei ihrem ersten und vielfach ausgezeichneten Spielfilm Macondo fest. Sie weiß, wie man mit Laien arbeitet und sie inszeniert. Die Hauptfigur in Macondo ist Ramasa, ein 10-jähriger Flüchtlingsjunge aus Tschetschenien hier in Wien. Aus seiner Perspektive wird der Film erzählt. Mit großer Genauigkeit und berührender Empathie erzählt der Film den Alltag von Asylwerbern im 10. Wiener Gemeindebezirk. Sudabeh Mortezais suchender Blick überprüft feinfühlig vermeintliche Gewissheiten, ohne letzte Urteile zu fällen.
"Wie kurzweilig und berührend die Beobachtung des Alltags sein kann, wenn man die Kamera in Augenhöhe lässt und auf Musik oder laute Effekte verzichtet, zeigt (…) Sudabeh Mortezai in ihrem sehr schönen Spielfilmdebüt Macondo" schreibt Lars-Olav Beier im SPIEGEL anlässlich der vielbeachteten Premiere im Rahmen des BERLINALE-Wettbewerbs. "Der Film" – so schreibt er weiter – "ist eine feine Studie über Kindheit und Männlichkeit, genau beobachtet und berührend, weil die Regisseurin nicht von der Seite ihres Helden weicht. Ein Film mit einem großen Herzen."

Jury: Händl Klaus, Hanne Lassl, Viktoria Salcher

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outstanding artist award – Film: Mona Willi

Mona Willi (c) Mona Willi

Mona Willi (© Mona Willi)

Geboren 1968 in Innsbruck, lebt und arbeitet in Wien. Seit den 1990er Jahren als Editorin tätig und für ihre Zusammenarbeit mit Regisseuren wie Michael Glawogger, Barbara Albert und Michael Haneke bekannt. 2010 wurde sie mit dem Schnitt-Preis der Filmstiftung NRW für den Film Das weiße Band ausgezeichnet, sowie für den Deutschen Filmpreis ("Bester Schnitt") nominiert. Für Die Lebenden erhielt sie 2013 den Österreichischen Filmpreis ("Bester Schnitt"). Mit Hanekes Liebe war sie 2013 für den César ("Bester Schnitt") nominiert. 2016 wurde sie für Thank You for Bombing gemeinsam mit Claudia Linzer mit dem Schnitt- Preis ausgezeichnet. Für diesen Film erhielten die beiden auch den Österreichischen Filmpreis 2017 in der Kategorie "Bester Schnitt". Willi nahm sich dem Material Michael Glawoggers an, der bei den Dreharbeiten zu seinem Film Ohne Namen 2014 in Liberia verstorben war. Unter dem Titel Untitled, der auf der Berlinale 2017 uraufgeführt wurde, realisierte sie einen Film, der Bilder der über viereinhalbmonatigen Reise Glawoggers durch den Balkan, Italien und Afrika enthält. 2017 wurde sie gemeinsam mit Ulrike Kofler und Christoph Brunner mit dem Diagonale-Preis Schnitt für die "beste künstlerische Montage Spielfilm" für Wilde Maus ausgezeichnet.

Filmografie (Auswahl)

  • 2017 Wilde Maus, Untitled, Happy End
  • 2015 Thank You for Bombing
  • 2014 Last Summer
  • 2012 Die Lebenden, Liebe
  • 2011 Whores' Glory
  • 2010 Das weiße Band
  • 2007 Funny Games U. S.
  • 2005 Workingman's Death
  • 2003 Wolfzeit, Böse Zellen
  • 2001 Die Klavierspielerin
  • 1999 Nordrand
  • 1998 Suzie Washington

Jurybegründung
Monika Willi hat als Editorin mit denkbar größter Empathie bereits als Koautorin wichtiger Filme (unter anderem Suzie Washington, Nordrand, Die Klavierspielerin, Wolfszeit, Böse Zellen, Workingman’s Death, Funny Games U. S., Das weiße Band, Whores' Glory, Liebe, Wilde Maus, Untitled , Happy End) gewirkt. Ihre Offenheit und ihr Wissen um die Vielschichtigkeit des Materials und ihre unbestreitbare handwerkliche Könnerschaft haben ihr ermöglicht, zuletzt mit Untitled einen besonderen Film zu schaffen, der auch ihre persönliche Handschrift trägt. Nach ersten Erfahrungen im Fernsehreportagen- und Dokumentarfilmbereich lernte Mona Willi Florian Flicker kennen, der klug genug war, ihr den Schnitt von Suzie Washington anzuvertrauen. Diese Arbeit zeigt – wie die vielen folgenden auch – wie genau sich Mona Willi mit Rhythmus, Landschaft, vor allem aber mit Raum in Ton und Bild beschäftigt.
Ihre Sensibilität im Umgang mit Bildern, aber auch ihre Entschlossenheit und ihre Phantasie machen es möglich, aus wunderbarem Material wunderbare Filme zu montieren. Monika Willis Offenheit hat es möglich gemacht, mit so unterschiedlichen und starken Persönlichkeiten so unterschiedliche starke Filme herzustellen, wie sie in ihrer Laufbahn aufscheinen: Barbara Albert, Martin Bruch, Michael Glawogger, Michael Haneke und Jörg Kalt, um nur einige zu nennen.
Diese Offenheit und die Liebe zum Material, zur Geschichte, zum Film, mit der sich Mona Willi den Bedürfnissen eines Films anpasst, ist in unseren Augen etwas sehr Bezeichnendes für die Möglichkeiten und auch Erfordernisse, die Filmherstellung in Österreich bedeutet. Einfühlsame Konglomerate aus Menschen, Visionen und Ideen sind es – Verbindungen, die auf Vertrauen beruhen und auf der Bereitschaft, sich tatsächlich aufeinander einzulassen – sodass Filme entstehen, die uns berühren.
Aber es sind Monika Willis Wissen um die Vielschichtigkeit des Materials und ihre unbestreitbare handwerkliche Könnerschaft, die ihr ermöglicht haben, mit Untitled einen besonderen Film herzustellen, der auch ihre persönliche Handschrift trägt. Dieses Wissen und Können wird uns hoffentlich noch viele weitere wichtige Werke aus Monika Willis Hand schenken.

Jury: Händl Klaus, Hanne Lassl, Viktoria Salcher

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outstanding artist award – Künstlerische Fotografie: Anja Manfredi

Anja Manfredi (c) Niole Haitzinger

Anja Manfredi (© Niole Haitzinger)

Geboren 1978 in Lienz, lebt und arbeitet in Wien. 1998/99 Schule für künstlerische Photographie, Wien, Leitung Friedl Kubelka, 1999 bis 2005 Akademie der bildenden Künste, Wien, Klasse Kunst und Fotografie bei Prof. Eva Schlegel. 2004 bis 2010 Mitarbeit in der Fotogalerie Wien. Seit 2010 Leitung der Schule Friedl Kubelka für künstlerische Photographie, Wien.

www.anjamanfredi.com

Einzelausstellungen (Auswahl)

  • 2015 Favourite Tools, House of Art České Budějovice, Budweis
  • 2013 Bewegungsbilder, Galerie OstLicht, Wien; Körper als Bild, RLB Atelier, Lienz; performativ analog, Galerie Marenzi, Leibnitz
  • 2012 still:moving, Museum der Moderne Salzburg
  • 2010 Die Straße als Bühne, Raum und Form für bildende Kunst, Ve.Sch, Wien
  • 2009 Reizbare Maschinen, Galerie Momentum, Wien; Spezifische Bewegungen der Geste, Stadtturmgalerie Innsbruck (mit Linda Samaraweerová)
  • 2008 Anja Manfredi, EIKON SchAUfenster; re-enacting, photo & video wall, Kunsthalle Wien
  • 2007 Re-Enactment, MUSA Museum auf Abruf, Wien; Archiv der Bewegungen, Neue Galerie Graz; Auftritte, Galerie Österreichisches Kulturforum Berlin

Ausstellungsbeteiligungen (Auswahl)

  • 2017 Brot & Spiele, Kunstforum Montafon
  • 2016 de oculis, Josephinum Wien; Methoden der Photographie,Schule Friedl Kubelka
  • 2015 Setting Things in Motion, Museum der Moderne Salzburg; DOUBLE ABSENCE, Centrum Kultury ZAMEK w Poznaniu; Reflexion. Selbstbesinnungen der Fotografie, Bank Austria Kunstforum Wien; PARALLEL SCREENING, Parallel Vienna; Self-Timer Stories, Museo de Arte Contemporáneo de Castilla y León; Der Blick und das Queren, Markhof 2, Wien
  • 2014 Self-Timer Stories, Museum der Moderne Salzburg; punctum, Salzburger Kunstverein; blau maskiert, Raum und Form für bildende Kunst, Ve.Sch, Wien; Senses of Place in a Multicentered Society, Kubatur des Kabinetts, fluc; Self-Timer Stories, Austrian Cultural Forum New York; Eine Geste wird belichtet, Schloss Bruck, Museum der Stadt Lienz; Biografie, Fotogalerie Wien; Unframed, Galerie Raum mit Licht, Wien; 402-407 Parallel, Schnirchgasse 9, Wien
  • 2013 S/HE IS THE ONE, Kunstraum Niederösterreich, Wien; fragile, BAWAG P.S.K. Contemporary, Wien; MOODS, Embassy of Austria, Washington DC; Hohe Dosis. Recherchen zum Fotografischen heute, Fotohof Salzburg und Atterseehalle, Salzburg und Attersee; Tanz und Tod, Museum für Sepulkralkultur, Kassel
  • 2012 Predicting Memories, Ehemaliges K. K. Telegrafenamt Wien; medien.kunst.sammeln. Perspektiven einer Sammlung, Kunsthaus Graz; Röcke tragen. Die Inszenierung von Kleidung in der zeitgenössischen Fotografie und Plastik, Museum der Moderne Salzburg
  • 2011 Rollenbilder – Rollenspiele, Museum der Moderne Salzburg; Die Fotografie in Referenz …, Fotohof Salzburg; Die nächste Generation III. das weisse haus – Ein Selbstportrait, Galerie im Traklhaus, Salzburg; Modèles Danse, L’Arsenal Metz
  • 2010 up-date, Linz-Triennale 1.0., Landesgalerie Linz; SPACE SHIFT Performances, das weisse haus, Wien; look at me, Stedefreund, Berlin; Bricolage Deluxe, k48 – Wien; KARAOKE – Bildformen des Zitats, Fotohof Salzburg
  • 2009 KARAOKE – Bildformen des Zitats, Fotomuseum Winterthur; Zeitgenössische Fotografie, Museum Moderner Kunst Kärnten, Klagenfurt; Szenario, Fotoforum Braunau; Natura Morte, Schmiede Erschbaum, Villgraten; Schwäne und Feuervögel: Die Ballets Russes 1909–1929. Russische Bildwelten in Bewegung, Theatermuseum München/Theatermuseum Wien; REWIND, FAST FORWARD, Neue Galerie Graz; Quergeblickt. Die Ausstellung zum Jubiläum, Technisches Museum, Wien; fragments of action in translation, Galerie Raum mit Licht, Wien
  • 2008 Another Tomorrow, Slought Foundation, Philadelphia; Grenzziehungen, Kunstpavillion Innsbruck; Movement and Memory, The Athens Photo Festival, Aggelon Vima, Athen; Editionen 09, Galerie Momentum, Wien; K08 :: Emanzipation und Konfrontation, Künstlerhaus Klagenfurt; space shuttle, Künstlerhaus Dortmund; Ich ist eine Andere, Galerie Momentum, Wien; Plat(t)form 08, Fotomuseum Winterthur
  • 2007 Is it a High C or a Vitamin B, Galerie 5020, Salzburg; intrusion, The Loft, New York; Die Schwerkraft und ich, Galerie 5020, Salzburg; Bodytalk, Fotogalerie Wien
  • 2006 29 artistes photographes, Cité Internationale des Arts, Paris; wazz up?, Fotogalerie Wien; heute kein evidenzproblem, WestLicht, Wien; Transformationen, Österreichisches Kulturforum Tokio
  • 2005 Die Enzyklopädie der wahren Werte, Künstlerhaus Wien; plateaux, Künstlerhaus Mousonturm, Frankfurt/Main; I can see clearly now, Krinzinger Projekte, Wien; UPDATE, Künstlerhaus Wien

Preise und Stipendien (Auswahl)

  • 2017 outstanding artist award – Künstlerische Fotografie, Bundeskanzleramt
  • 2010 Theodor-Körner-Preis für Wissenschaft und Kunst; Startstipendium für künstlerische Fotografie, Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur
  • 2007 Auslandsstipendium für künstlerische Fotografie, New York City, Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur; Förderpreis für zeitgenössische Kunst des Landes Tirol
  • 2006 Auslandsatelier, Cité Internationale des Arts, Paris, Bundeskanzleramt
  • 2005 Atelier Paliano, Kulturabteilung, Land Tirol
  • 2004 Auslandsstipendium für künstlerische Fotografie, Rom, Bundeskanzleramt

Jurybegründung
Anja Manfredi überzeugte die Jury mit einem stringent entwickelten Werk, das klassische fotografische Fragestellungen (zum Beispiel das Verhältnis von Einzelbild zu Serie, von Geste zu Pose betreffend, oder der (Un-) Möglichkeit, Bewegung zu destillieren und zu verdichten) bearbeitet und dabei bildnerisch aktuell und trotz konsequenter theoretischer Argumentation stets zugänglich bleibt. Ihr künstlerischer Prozess bedient sich der Mittel der Recherche und der Montage, ohne dass der genuin bildnerische (oder fotografische) Aspekt in der Arbeit darüber zu kurz käme. Der Frage des (weiblichen) Körpers in aktuellen Körperdiskursen nähert sie sich fotografierend und recherchierend; dass hierbei der Rolle der Bewegung und des Tanzes sowie der Aufzeichnung derselben eine große Bedeutung zukommt, erklärt sich aus Manfredis Arbeiten ganz selbstverständlich. Die Künstlerin widmet sich neben der eigenen künstlerischen Arbeit intensiv der Lehre und Vermittlung; dies bereichert das breit angelegte Werk noch zusätzlich.

Jury: Matthias Herrmann, Ines Lechleitner, Ulrike Lienbacher

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outstanding artist award – Innovative Kulturarbeit: < rotor > zentrum für zeitgenössische Kunst

Einige von vielen Aktiven vor dem Haus der offenen Tore (c) rotor

Einige von vielen Aktiven vor dem Haus der offenen Tore (© rotor)

< rotor > ist ein Verein für zeitgenössische Kunst und wurde 1999 gegründet. Das Zentrum der Aktivitäten des Vereins ist Graz, seine Tätigkeit erstreckt sich projektbezogen aber auch auf die Steiermark, Österreich und Europa. Das Programm geht von der zeitgenössischen bildenden Kunst aus und konzentriert sich auf jene künstlerischen Produktionen, die sich ausdrücklich mit sozialen, politischen, ökonomischen und ökologischen Fragen der Gegenwart befassen. Der öffentliche Raum ist für < rotor > ein bedeutender Ort, um Kunst stattfinden zu lassen, im Bestreben, die Grenzen des Kunstraums zu verlassen und Menschen aktiv mit Kunst in Kontakt zu bringen, das Publikum zu erweitern. Als Zentrum für zeitgenössische Kunst hat der Verein < rotor > nicht nur den Namen Annenviertel geprägt, sondern leistet auch seit Jahren Verknüpfungsarbeit innerhalb des Kunstfeldes und darüber hinaus, indem er Menschen verschiedenster Hintergründe in die Programmgestaltung einbezieht.

In enger Zusammenarbeit mit dem steirischen herbst wurde dieses Arbeitsfeld im Herbst 2016 erweitert und in Koproduktion mit dem Festival wurde der Volksgarten- Pavillon zu einem transkulturellen und künstlerisch interdisziplinären Haus der offenen Tore. An diesem Ort des Zusammenkommens wurden die bestehenden Verhältnisse kritisch diskutiert und Träume von einem Leben in Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität formuliert.

Das Projekt wurde kollektiv entwickelt von: Daniela Brasil, Nayarí Castillo, Johanna Hierzegger, Anna Kohlhauser, Anton Lederer, Marleen Leitner, Margarethe Makovec, Maryam Mohammadi, Wolfgang Oeggl, Michael Schitnig, Mário José Santos Soares sowie zahlreichen weiteren IdeengeberInnen.

rotor.mur.at

Jurybegründung
Als ab dem Sommer 2015 tausende Fluchtsuchende in Österreich ankamen und man vielerorts spontan mit Engagement und Hilfe reagierte, war rasch die Rede von der "Stunde der Zivilgesellschaft". Zu einem wesentlichen Teil bestand diese Bewegung aus Kulturschaffenden, Künstlerinnen, Künstlern und Kulturinitiativen, die sich innerhalb kritischer und partizipativer Kunst- und Kulturprojekte mit Themen wie Migration, Flucht und interkulturellem Dialog auseinandersetzten. Dabei leisteten die oftmals temporären künstlerischen Formate einen Beitrag dazu, Begegnungen zwischen Menschen und Kulturen aufzubauen und Ängste und Vorbehalte abzubauen. Der zeitgenössischen Kulturarbeit gelang es, damit Tore zu öffnen – die eigenen, wie die von anderen.
Der Verein < rotor > beschäftigt sich bereits seit 1999 auf hohem künstlerischem Niveau mit den brennenden sozialen, politischen, ökonomischen und ökologischen Fragen der Gegenwart. Dabei leistet der im Grazer Annenviertel angesiedelte Verein seit Jahren wichtige Verknüpfungsarbeit, indem er Menschen und Organisationen verschiedenster Hintergründe in die Programmierung seiner künstlerischen Prozesse einbezieht. Das interdisziplinäre und interkulturelle Projekt Haus der offenen Tore fand von 24. September bis 16. Oktober 2016 im Rahmen des steirischen herbstes im Grazer Volksgarten statt. Mit Haus der offenen Tore hat < rotor > den Grazer Volksgarten-Pavillon in einen lebendigen transkulturellen und künstlerisch interdisziplinären Ort des Zusammenkommens verwandelt.
Das Projekt besticht durch hohes künstlerisches Niveau und zugleich durch die offene und für Publikum und Mitwirkende einfach zugängliche Inszenierung. Kongenial wird Kunst mit sozialem und gesellschaftspolitischem Engagement verbunden, werden mit künstlerischen Mitteln brennende Themen unserer Zeit angesprochen und bearbeitet.
Bereits die offene Form der Einladung "Eintritt frei! Time for a cup of coffee? Tea?" macht neugierig und ermutigt ein buntes, vielfältiges Publikum zum Kommen. Schon die öffentliche Kommunikation, ob Plakat, Folder oder Internet, zielt auf Verständigung und Integration und vermittelt Vielfältigkeit und Offenheit. Hier wird ein- nicht ausgeladen, hier geht es um Lust auf Begegnung statt um Angst vor dem Fremden.
Das Haus der offenen Tore ist ein Projekt im öffentlichen Raum. Parks wie der Volksgarten sind öffentliche Räume schlechthin: Sie sind Begegnungsstätte, traditionell Ort der Erholung und der Gespräche. Sie sind aber auch gesellschaftlicher Brennpunkt, umkämpfter sozialer Raum, von politischen, oft auch ökonomischen Interessen umschattet und bedroht. Das Haus der offenen Tore leistet einen Beitrag dazu, den Park als einen öffentlichen Raum im besten Sinn zu verstehen. Als einen Schauplatz des gesellschaftlichen Dialogs – wo künstlerische, soziale und kulturelle Barrieren abgebaut werden können. Mit einfachen Mitteln, aber mit viel Geschmack und Aufwand, wurden im Haus der offenen Tore schöne und vor allem einladende Räume für diverseste Verwendungen gestaltet. Die gründliche Vorbereitung von einem Jahr ist in der Umsetzung spürbar und vermittelt die Wertschätzung der Beteiligten. Das Programm zeichnete sich durch eine differenzierte Wahrnehmung des Themas "Komm! Willkommen! Offene Tore!" aus und zielte so auf eine breit gefächerte Besucherschaft.
Dabei konnten die verschiedenen Aktionen unterschiedlicher nicht sein: Zeit und Raum für Kunstaktivitäten, Zeit für zwangloses Beisammensein, Zeit für Workshops und gemeinsames Arbeiten. Die große Idee war, das Zusammenkommen und das Zusammenleben in all seinen Facetten erfahrbar zu machen – und damit das wichtigste Thema in unserer heutigen Gesellschaft überhaupt.
Das Haus der offenen Tore war eine Einladung im besten Sinne. In Zeiten der Ausgrenzung und des oft offenen Hasses gegenüber Neuankommenden zeigte dieses Projekt einen erfrischend sinnlichen Zugang zum Leben. Es wurde gekocht, getanzt, musiziert, gebaut, miteinander gelebt. So war dieses humane, den Menschen zugewandte, künstlerische Projekt mit mannigfaltigstem Angebot auch ein Fest. Zeitgleich war Haus der offenen Tore ein höchst engagiertes politisches Projekt im öffentlichen Raum.
Die Jury ist überzeugt, dass der Verein < rotor > sein Engagement auch in Zukunft weiter fortsetzen und manifestieren wird. Auch wenn das Haus der offenen Tore wieder geschlossen hat, geht die Arbeit weiter, um aus Graz dauerhaft eine Stadt des Ankommens und des Bleibens zu machen. Für dieses Vorhaben und für das beispielhafte Projekt im Grazer Volksgarten, dem es gelungen ist, als interdisziplinäres, interkulturelles Kunstprojekt auf wichtige Fragen der Zeit punktgenau einzugehen, gebührt < rotor > der outstandig artist award 2017 – Innovative Kulturarbeit.

Jury: Suzi (Hildegard) Heger, Otto Tremetzberger, Robert Wimmer

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outstanding artist award – Literatur: Anna Weidenholzer

Anna Weidenholzer (c) Otto Reiter

Anna Weidenholzer (© Otto Reiter)

Geboren 1984 in Linz, lebt und arbeitet in Wien. 2002 bis 2008 Studium der Vergleichenden Literaturwissenschaft in Wien und Wrocław, währenddessen journalistische Tätigkeit im Chronikressort einer Regionalzeitung; seit 2010 freie Schriftstellerin.

www.annaweidenholzer.at

Publikationen

  • 2016 Weshalb die Herren Seesterne tragen. Roman, Matthes & Seitz, Berlin
  • 2012 Der Winter tut den Fischen gut. Roman, Residenz Verlag
  • 2010 Der Platz des Hundes. Erzählungen, Mitter Verlag

Preise und Auszeichnungen (Auswahl)

  • 2017 outstanding artist award – Literatur, Bundeskanzleramt; Robert-Musil-Stipendium, Bundeskanzleramt
  • 2016 Longlist Deutscher Buchpreis; Civitella Ranieri Fellowship
  • 2015 Max Kade - Writer in Residence am Deutschen Haus der NYU, New York
  • 2013 Reinhard-Priessnitz-Preis; Förderungspreis der Stadt Wien; Nominierung für den Preis der Leipziger Buchmesse
  • 2012 Aufenthaltsstipendium Literarisches Colloquium Berlin; Stadtschreiberin von Kitzbühel
  • 2011 Aufenthaltsstipendium Schloss Wiepersdorf
  • 2009 Alfred-Gesswein-Preis

Jurybegründung
Anna Weidenholzers Prosa forscht nach dem Wunderbaren im Alltäglichen. Dieses zeigt sich, wenn Menschen von einem besseren Leben zu träumen beginnen; dann gerät die wirkliche Welt ganz unmerklich aus den Fugen und es ergeben sich Möglichkeiten, die vorher nicht da waren. Die Themen ihrer Romane und Erzählungen sind dabei auffällig konkret: Weidenholzer erzählt von Arbeit und deren Verlust, sie zeigt kleinstädtische und dörfliche Strukturen, die sich im Gefolge von Globalisierung und Klimaerwärmung verändern: eine Frau über 50 wird arbeitslos, im alpinen Skiort fällt kein Schnee mehr. Die Autorin sammelt Beobachtungen, Bruchstücke aus Erzählungen und Unterhaltungen, Straßenszenen, Sätze; sie liest Statistiken und soziologische Studien.
Gemeinsam mit ihren gar nicht heldenhaften Figuren macht sie sich auf die Suche nach einer Struktur, die den aufgefundenen Splittern Sinn geben könnte. Bei allem Respekt vor menschlichen Sehnsüchten waltet dabei in den Sätzen eine milde Ironie, wird ein feiner Sinn für das Surreale im Alltäglichen spürbar.

Jury: Bernhard Fetz, Brigitte Schwens-Harrant, Sylvia Treudl

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outstanding artist award – Medienkunst: LIA

LIA (c) LIA

LIA (© LIA)

Geboren in Graz, lebt und arbeitet in Wien. LIA gilt als eine der Pionierinnen im Bereich Software Art und Net Art. Sie produziert seit 1995 Arbeiten in unterschiedlichen Bereichen wie zum Beispiel Video, Performance, Installation, Skulptur, Projektion und digitale Applikationen. LIAs Werkzeug ist Code: sie übersetzt ein Konzept in eine formal geschriebene Struktur, welche benutzt wird, um eine "Maschine" zu erschaffen, welche dann in Echtzeit generativen Output erzeugt. Weil LIAs Konzepte im Gegensatz zum formalen, technisch präzisen Code fließender Art sind, kann der Übersetzungsprozess zwischen Maschine und Künstlerin als eine Art Konversation gesehen werden. Der Prozess wird wiederholt, bis LIA mit der Interpretation der Maschine zufrieden ist. Zu diesem Zeitpunkt wird von ihr der generative Rahmen, in dem sich das Kunstwerk entwickeln kann, als endgültig betrachtet.

www.liaworks.com

Ausstellungen (Auswahl)

  • 2017 Contemporary Istanbul – section PLUGIN, Istanbul; The Cube Art Project, Lincoln, Nebraska, USA; Yokyerler/ Nonspaces, Akbank Sanat, Istanbul
  • 2016 Mind 2 Machine 2 Material – Digital Technology and Sculpture Today, NAU Art Museum, Flagstaff, Arizona; Nuevas Realidades, Espacio Fundacion Telefonica, Lima; Betwixt Festival – Art & Bytes, Art Science Museum, Singapur; Monochrome, Akbank Sanat, Istanbul
  • 2015 Variation – Paris Media Art Fair, La Halle des Blancs- Manteaux-Pierre-Charles Krieg, Paris; Kínēsis – A study on movement in image, Viennafair, Wien; Being Post-Digital, Union of Plovdiv Artists, Plovdiv, Bulgarien; Short Cuts, Centre Pasquart – Biel; Serendipität. Kunst zwischen Programm und Zufall, Temporäre Halle für Kunst, Linz; Share Prize 2015 Exhibition; The Temporary Museum @ Museum of Computers, Turin; ART.FAB.LAB, K11 Art Mall, Hong Kong
  • 2014 UPDATE_5, Technology as Context, Zebrastraat, Ghent; New Realities, Mobile World Centre Barcelona; The New Sublime, Phoenix Gallery, Brighton; If this is the answer, what is the question? MAK – Museum für angewandte Kunst/Gegenwartskunst, Wien
  • 2013 Poetic Codings, Fellows of Contemporary Art, Los Angeles; media.art.collecting – Perspectives of a collection, Kunsthaus Graz
  • 2012 Decode: Digital Design Sensations, Design Museum Holon, Israel
  • 2011 WRO Media Art Biennale, Warschau; X Freundschaftsanfragen, Kunstverein Wolfsburg; Decode: Digital Design Sensations, Garage Center for Contemporary Culture, Moskau
  • 2010 Smart Mistakes, Share Prize Exhibition, Museo Regionale di Scienze Naturali, Turin; Decode: Digital Design Sensations – SAP tour, CAFA Art Museum, Peking; Mind and Matter, Künstlerhaus Wien
  • 2009 Decode: Digital Design Sensations, Victoria and Albert Museum, London; See this Sound – Promises in Sound and Vision, Lentos Kunstmuseum, Linz; A Secret Understanding, Kunsthaus Graz; Rewind , Fast For - ward, Neue Galerie Graz
  • 2008 Another Tomorrow, Slought Foundation, Philadelphia; Art Machines Machine Art, Museum Tinguely, Basel

Preise und Stipendien (Auswahl)

  • 2017 outstanding artist award – Medienkunst, Bundeskanzleramt
  • 2015 Share Prize, Lobende Erwähnung für Filament Sculptures, Turin
  • 2014 Digital Graffiti Curator’s Choice, 1. Platz für Transition 89 – 2.0 Alys Beach, Florida
  • 2011 9th International Animated Film Festival Tindirindis, Lobende Erwähnung für das Video Machination 84, Vilnius; Live 2011 Grand Prix, Artistic Game, 2. Platz für IsaidIF, Turku, Finnland
  • 2008 Staatsstipendium für Video- und Medienkunst, Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur
  • 2007 Prix Ars Electronica, Lobende Erwähnung für @c+Lia Audio-Visual Performances (Kategorie: Hybrid), Linz
  • 2006 Diagonale Film Festival, Innovative Cinema, 1. Platz für das Video int.16/45//son01/30×1, Graz
  • 2005 Portuguese Multimedia Awards, Número Festival, Lobende Erwähnung für @c+Lia Audio-Visual Performances (Kategorie: Hybrid/Sound /Image Projects)
  • 2003 Prix Ars Electronica, Net Excellence/Award of Distinction für www.re-move.org, Linz
  • 2000 Design Austria – Josef Binder Award, 1. Platz für www.re-move.org (Kategorie: Vision Austria)

Jurybegründung
Das einzigartige Oeuvre der Künstlerin LIA umfasst Video, Performance, Installation und Skulptur. Zudem ist sie Pionierin im Bereich Netzkunst und Software Art. Bekanntheit erlangte sie mit ihren generativen Live Audiovisual Performances, beispielsweise bei der Ars Electronica in Linz, der Transmediale in Berlin oder dem Sonar Festival in Barcelona.
Für ihre Live-Performances und Videos arbeitet LIA mit einer von ihr programmierten Software, wobei von ihr filigrane grafisch entworfene Elemente über Sound oder auch direkt über Algorithmen verändert werden können. Abgesehen von der technisch versierten Fertigkeit, mit der sie ihre digitalen Kunstwerke erschafft, weist sie bei ihren Live-Performances ein musikalisches Feingefühl auf und kreiert mit ihren computergenerierten Bildern einen eigenen Kosmos, der sich mit der Zeit zu einem überbordenden Bildkomplex steigert. Diese bewegten Bilder, die an abstrakte Malerei und Zeichnung erinnern, werden durch die Programmierung in die Dimensionen von Zeit und Raum überführt. Für ihr Video int.16/45// son01/30x1 erhielt sie 2006 dann auch den Diagonale- Preis für Innovatives Kino.
Es folgten Arbeiten im Bereich Software Art, beispielsweise Re-Move und Elements. Diese Kunst-Applikationen für Mobiltelefone und Tablets sind generative Bilderzeuger, die vom Benutzer mit Bildmaterial gespeist und spielerisch gesteuert werden können. Neben vielen anderen innovativen Projekten, die sich zwischen Internet und Software bewegen, sei noch Filament Sculptures erwähnt. Dabei erzeugt die Künstlerin mithilfe einer selbst entwickelten Applikation experimentelle Skulpturen im 3D-Druck, wobei die Form und das Material das Medium selbst thematisieren.
LIAs außergewöhnliche medienübergreifende Position, ihr bisher 20jähriges internationales Schaffen und nicht zuletzt ihr Ausloten digitaler Medien unter anderem in Richtung interaktive Programmanwendungen und experimentellen 3D-Druck bewogen die Jury zur Auszeichnung mit dem outstanding artist award.

Jury: Sandro Droschl, Claudia Larcher, Christa Sommerer

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outstanding artist award – Experimentelles Modedesign: Wendy & Jim

Wendy Jim (c) Luise Hardegg

Wendy Jim (© Luise Hardegg)

Helga Ruthner, geboren 1973 in Wien, studierte von 1994 bis 1998 an der Universität für angewandte Kunst Wien Modedesign bei Helmut Lang und Jean-Charles de Castelbajac sowie parallel Architektur von 1992 bis 1999 bei Hans Hollein; seit 2006 unter anderem Art-Direktorin diverser TV-Produktionen.

Hermann Fankhauser, geboren 1964 in Tirol, studierte von 1989 bis 1997 an der Universität für angewandte Kunst Wien Modedesign bei Vivienne Westwood, Helmut Lang und Jean-Charles de Castelbajac; seit 2006 uunter anderem Lehrbeauftragter an der Universität für angewandte Kunst Wien.

Das Designer-Duo hat sich während des Studiums in Wien kennengelernt. 1999 gründeten sie das Label Wendy & Jim, entwerfen seitdem Womenswear sowie Menswear und waren die ersten österreichischen Modedesigner nach Helmut Lang, die in Paris ihre Kollektion gezeigt haben. Seit 2006 sind sie auch als freischaffende und In-House-Designer für verschiedene Partner tätig unter anderem Comme de Garçons, Nike, Levi's Jeans, BBUC, Palmers, Licona, Martell und Zanier kooperieren aber auch mit Künstlern wie Peter Kogler. Sie arbeiten interdisziplinär an der Grenze zur Kunst oder überschreiten diese, gestalten Bühnenkostüme, etwa für die kanadische Elektro-Punk-Musikerin Peaches oder für das Junge Theater Göttingen sowie für diverse TVSerien. 2013 wurde ihr erstes Parfum Drop N°01 gelauncht, dessen Flakon in der Zusammenarbeit mit Augarten Porzellan entstand. Das Label Wendy Jim steht für kompromissloses Design und Zeitgeist.

Internationale Lehrtätigkeit an der Hochschule für Gestaltung und Kunst Basel, der Zürcher Hochschule der Künste, am College of Arts and Sciences, University of Miami und dem Bunka Fashion College, Tokio.

www.wendyjim.com

Projekte und Kooperationen (Auswahl)

  • 2017 Präsentation Frühjahr-/Sommerkollektion 2018, Paris, CATWALK; Präsentation Herbst-/Winterkollektion 2017/18, Paris, Kollektion EXI(S)T in Kooperation mit Peter Kogler
  • 2016 Präsentation Frühjahr-/Sommerkollektion 2017, No One Like Us, Galerie Crone, Berlin; Präsentation Herbst-/Winterkollektion 2016/17, Showroom Paris; Design und Produktionsmanagement für das Wiener Fahrradmodelabel BBUC; Design und Beratung für den Campusshop der Wiener Wirtschaftsuniversität
  • 2015 Wendy Jim Menswear Kollektionen; Design und Produktionsmanagement für das Wiener Fahrradmodelabel BBUC; Kuratoren der AFA-Fashion Night Wien
  • 2014 Neugestaltung der Vulpini Parfumflakons in Zusammenarbeit mit Augarten Porzellan; Präsentation der Wendy Jim Menswear Kollektionen in Mailand und Paris; Markenbotschafter für Range Rover Evoque
  • 2013 Launch des Parfums Drop N°01, Kreation des Flakons in Zusammenarbeit mit Augarten Porzellan
  • 2011 Kostüme für die TV-Serie AMS (Regie: Paul Harather)
  • 2010 Kostüme für die TV-Serie Die Schlawiner, Staffel 1 und 2 (Regie: Paul Harather)
  • 2009 Wendy & Jim & Hell, Unterwäsche-Kollektion in Kooperation mit DJ Hell
  • 2007 Creative Director Dick & Jane Herrenmode, Moskau
  • 2006 Chef-Designer bei Licona (Herrenmode); Designberatung für Zanier Gloves; Kooperation mit Nike AF1 (Limited Edition)
  • 2005 Zusammenarbeit mit Peter Kogler (Kollektion risk)

Jurybegründung
Wendy Jim schafft nicht nur den Spagat zwischen Haute Couture und Streetwear mühelos, sondern vermag es auch, sich zwischen Kunst und Alltagskleidung zu bewegen. Die Kollektionen des Labels folgen nie aktuellen Trends oder Moden, sondern sind radikale Antihaltungen zum Everyday-Life des Normalbürgers/Normalos und erreichen damit, Trägerin und Träger positiv im eigenen Weg zu bestärken.

Jury: Yannick Aellen, Dobrila Denegri, Filep Motwary, Franc´ Pairon

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outstanding artist award – Musik: Zahra Mani

Zahra Mani (c) David Visnjic

Zahra Mani (© David Visnjic)

Geboren 1978 in London, lebt und arbeitet seit 2001 in Österreich. 1997 bis 2001 Germanistik- und Philosophiestudium in Oxford und Wien, 2004 MFA-Kurs in Musikperformance und Komposition bei Pauline Oliveros, Maryanne Amacher, George Lewis, unter anderem am Bard College, New York. Sie schafft Solo- und Ensemblewerke sowie Klanginstallationen und Radiokunst, kollaboriert mit internationalen Musikerinnen und Musikern und kokuratiert interdisziplinäre Projekte, wie die von der EU kofinanzierten Initiativen Phonart – The Lost Languages of Europe (2010–2012) und Echoes from invisible Landscapes (2016–2018).

www.zahramani.com

Kompositionen (Auswahl)

  • 2017 Unsichtbares Tal (Echoes from invisible landscapes), Listen_Silent (UA, Phonofemme 2017)
  • 2016 Punjab, ein Quintett (UA, SFIEMA Gründung Cafe Korb 2016)
  • 2015 Phonphantom (UA, Phonofemme, Wiener Konzerthaus)
  • 2014 Icefall (Klanghaus Untergreith)
  • 2012 Places, Traces oder ortlose Orte, spurlose Spuren (für ORF Ö1 Kunstradio)

Festivals (Auswahl)

Phonofemme (2009, 2011, 2013, 2015, 2017); Festival Forte Portugal (2017); Wien Modern (2011, 2013, 2016); Afrika Shoah Memorial Festival (2015); Ars Cameralis Polen (2015); Sajeta Festival Slovenien (2015, 2016); AAVE Festival Finnland (2014); Rara Italy (2013); RingRing Serbia (2012); Mediascape Croatia (2012); Trendelenburg, Spanien (2012)

Aufnahmen und Publikationen (Auswahl)

  • 2013 Medusa's Bed, Zahra Mani, Mia Zabelka und Lydia Lunch, CD Monotype Records (mono067); Fragile Membrane, internet audio release
  • 2012 Phonart – The Lost Languages of Europe, ed. Zahra Mani und Karin Schorm, Wieser Verlag
  • 2011 Bürglhütte, Zahra Mani und Mia Zabelka, kollaborative CD KoFoMi#15_STROM (ein_klang records)
  • 2010 Middling English, Kollaboration mit Caroline Bergvall, Ausstellung und Katalog, John Hansard Gallery, Southampton
  • 2009 Samtstrahlen – Velvet Beams, Mia Zabelka und Zahra Mani, Austrian Music Box 2009.
  • 2008 MIA'S FACTORY, Mia Zabelka, DJ Still, I-Wolf, Zahra Mani, Electric Indigo, Dorit Chrysler, Delphy Entertainment Rekords, CD DER 019
  • 2007 EMBODIMENT One.Night.Band, Mia Zabelka, Franz Hautzinger, Manon, Liu Winter, Martin Siewert, Anna Hauf, Zahra Mani, Wolfgang Fuchs, Martin Janicek, Alvin Curran, Pauline Oliveros, Extraplatte CD EX-707-2.
  • 2004 POST PARADISE One.Night.Band, Mia Zabelka, Pauline Oliveros, Alvin Curran, Zahra Mani, Pia Palme, Hannes Groysbeck, Max Nagl, Gerhard Potuznik, Angellab CD ALP 00020002.

Preise und Auszeichnungen (Auswahl)

  • 2017 outstanding artist award – Musik, Bundeskanzleramt
  • 2009–2017 Unterstützung vom Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres für Auftritte in Deutschland, Großbritannien, Polen, Serbien, Kroatien, Slowenien, Italien und Finnland
  • 2009 Kompositionsstipendium, Steiermärkische Landesregierung
  • 2004 Die Grünen Wien/Preis für Art in Public Space für Microsonic Blow Up, Live Intervention im Wiener Westbahnhof (mit Barbara Kraus)

Jurybegründung
Zahra Mani hat die Jury mit einer feinsinnigen, vielschichtigen, poetischen, räumlich gestalteten elektroakustischen Improvisation über Exil und "ausgesetzt sein" überzeugt. Das Stück ist sehr facettenreich gestaltet und hat einen enorm stringenten Duktus. Den grenzüberschreitenden Charakter des Stückes zwischen freier Improvisation, elektroakustischer Musik und Sound Art hat die Jury als innovativ und experimentell beurteilt. Viele Einreichungen im Rahmen des diesjährigen Calls, die ebenfalls an dieser Schnittstelle liegen, bestätigen eine internationale, zukunftsweisende Entwicklung. Zahra Mani hat sich in den letzten Jahren durch konsequente künstlerische Arbeit einen Namen in der internationalen Sound Art Szene gemacht und ist bereits bei einigen namhaften internationalen Festivals aufgetreten. Mit ihrem Instrumentarium bestehend aus bearbeiteten Studio- und Feldaufnahmen, E-Bass und diversen anderen Instrumenten, die sie auf sehr spezielle Art spielt, hat sie eine einzigartige, ganz individuelle Klangsprache gefunden.

Jury: Angélica Castelló Garnett, David Helbock, Mia Zabelka

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outstanding artist award – Musik: Reinhold Schmölzer

Reinhold Schmölzer (c) Max Herlitschka

Reinhold Schmölzer (© Max Herlitschka)

Geboren 1983 und aufgewachsen in Radenthein/Kärnten. Studierte Jazz-Schlagzeug und Komposition/Arranging am Kärntner Landeskonservatorium, der Kunstuniversität Graz und am Jazzinstitut Berlin unter anderem bei Erich Bachträgl, Howard Curtis, Ed Partyka, John Hollenbeck.

www.reinischmoelzer.at

Kompositionen/Arrangements (Auswahl)

  • 2017 Nature Boy für Kammerorchester, Solo Hammond Orgel und Gesang; Shine für Kammerorchester, Solo Hammond Orgel und Gesang; Ko B´Jaz Sustar Biu für Streichquintett und Gesang
  • 2016 Diego für Streichquintett, 3 Holzbläser, 2 Blechbläser, Percussion, Piano
  • 2015 Conticinium für Orchester und Solo Flügelhorn; Etwas ist passiert für Jazz Orchester und Stimme (Poetry Slam); Straight, No Time, In Key of Love, Suite für Jazz Orchester, Solo Altsaxofon und Piano

Auftritte und Studioproduktionen (Auswahl)

David Helbock Trio, Ed Partyka Jazz Orchestra, Aarhus Jazz Orchestra, Jazzwerkstatt Graz Composers Ensemble, Wayne Darling, Tonc Feinig, Bastian Stein, Jure Pukl, Angela Tröndle, Lungau Bigband und viele andere.

Als Komponist/Arrangeur Zusammenarbeit (Auswahl)

Metropole Orchestra (Hilversum, Niederlande), Hessische Rundfunkbigband (Frankfurt/Main), KELAG Bigband (Klagenfurt), RTV Bigband (Ljubljana), Kammerorchester Ensemble Prisma (Wien), HGM Jazz Orkestar (Zagreb), Lucerne Jazz Orchestra (Luzern) etc.

Festivals und Venues (Auswahl)

Jazzwerkstatt Graz; Northsea Jazzfestival, Rotterdam; Jazzbaltica, Salzau, Deutschland; BbFlat, Berlin; A-Trane, Berlin; Porgy & Bess, Wien; Jarasum Jazzfestival, Gapyeong, Korea; Internationale Jazztage Stuttgart; Unterfahrt, München; JazzDock, Prag; Jazzfestival Burghausen; Jazzwerkstatt Bern; Austrian Soundcheck, Graz; Izmir European Jazzfestival, Türkei; Aarhus Jazzfestival, Dänemark und viele andere.

Preise und Auszeichnungen

  • 2017 outstanding artist award – Musik, Bundeskanzleramt
  • 2014 Förderungspreis des Landes Kärnten
  • 2012 DOWNBEAT, 35th Annual Student Music Award 2012 in der Kategorie "Jazz Arrangement for Large Ensemble" (1. Platz)
  • 2011 JAZZVERK 2011, Annual International Composition Competition for Big Band, Luleå/Stockholm (1. Platz)

Jurybegründung
Reinhold Schmölzer hat die Jury mit seinem eingereichten Projekt orchest•ra•conteur der aktuellen CD Aerial Image überzeugt. In diesem Projekt hat er 20 junge, hervorragende Jazzmusiker aus ganz Europa in einer Big Band um sich versammelt und beweist als Komponist, Arrangeur, Bandleader, Schlagzeuger und Organisator eine hohe Professionalität in ganz unterschiedlichen musikalischen Bereichen. Kreative Kompositionen, die von traditioneller Big-Band-Jazzmusik ebenso beeinflusst sind, wie von zeitgenössischen Musikformen, Pop und Elektronik, freien und jazzigen Improvisations-Teilen bis hin zu Einflüssen aus anderen Kunstsparten wie Poetry Slam und vor allem auch schon die Fähigkeit, in jungen Jahren eine so große Band als Schlagzeuger spielerisch zu leiten – all das lässt die Jury auf noch viel spannende und neue Musik aus der Feder von Reinhold Schmölzer schließen.

Jury: Angélica Castelló Garnett, David Helbock, Mia Zabelka