Fotos von Christian Wachter

Margherita Spiluttini

Die Firma, 1980; Komposition aus 106 schwarz-weiß Barytprints gerahmt mit Glas, je 16 x 11cm (Rahmenmaße) (© Margherita Spiluttini, BKA)

Seit Beginn seiner künstlerischen Laufbahn in den 1980er Jahren Beschäftigung mit analytischen und konzeptuellen Methoden und Themen der Fotografie. Ausgehend von historischen Fakten wie auch von fiktiven, narrativen oder persönlichen Elementen und durch deren poetische Verknüpfungen, hinterfragt und reflektiert Christian Wachter, semantisch und visuell die Wahrnehmung und Interpretation von Geschichte und Identitäten.

Koda / Coda

(…) Das letzte Kapitel ist mit »Koda« überschrieben und umfasst (…) Schwarz-Weiß-Fotos, die in "Burkina Faso (Ouagadougou), 1998« bzw. »Elfenbeinküste (Yamoussoukro), 1998" aufgenommen wurden. Die Bilder aus Burkina Faso zeigen im Zentrum quasi-stilllebenartig zurecht gemachte Tische oder Tischchen und am Rand ihre Benutzerinnen/Benutzer; jene Bilder aus Yamoussoukro, der Stadt des zweiten Petersdoms, richten den teilweise von den Lamellen einer Jalousie versperrten Blick auf eine Agip Tankstelle, auf der sich im Vordergrund vornehmlich gehbehinderte Menschen in Rollstühlen oder mit Krücken aufhalten. Das letzte Bild des Buches zeigt zwei Frauen auf der Bank vor einem beeindruckenden Paravant mit chinesischer Landschaft. (…)

Man könnte auch auf das Foto vom Nippes auf einem Tischchen in Ouagadougou (Seite 150/151) verweisen, dessen Arrangement an Bildkompositionen etwa von Man Ray erinnert usw. Derartige wechselseitige Spiegelungen folgen gewissermaßen dem Verfahren der Roussell’schen Eindrücke aus Afrika, welche auf die Symmetrie des Exotischen, Artistischen, aber auch der Nachahmungslust in scheinbar so verschiedenen Kulturen abheben. (…)

Des Weiteren ist auffallend, dass – wiederum im Unterschied zum Verfahren von Roussel – die Auswahl vieler Bilder von einem Interesse an der politischen Geschichte und Gegenwart Burkina Fasos und den mit dem Staat verwickelten Länder geleitet ist. Die Aufmerksamkeit des österreichischen Gastes in Ouagadougou gilt immer wieder kleinen Hinweisen auf die politische Situation des Landes und lässt sich von ihnen auf weitere Reisen schicken. (…) (Text: Ruth Sonderegger)

Christian Wachter
*Geboren 1949 in Oberwart (Österreich); lebt und arbeitet in Wien. Seine Arbieten waren unter anderem als Einzelausstellungen 2011 unter dem Titel ABPOPA/AURORA im MUSA (Wien) und als BAD ISCHL, 15. JULI 1912 im Palais de la Culture, Tlemcen (Algerien) zu sehen. 2014 die Gruppenausstellung DER MENSCHHEIT WÜRDE ... im MUSA (Wien) und im Haus der Kunst, Brno (Tschechien). Der Fotoband "Impressions D'AFRIQUE" erschien 2007.

www.christian-wachter.at

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