Biennale Arte Venedig 2019

Eröffnung des österreichischen Pavillons am 9. Mai 2019

Bundesminister Gernot Blümel eröffnete am 9. Mai 2019 gemeinsam mit der Kuratorin des österreichischen Beitrags, Felicitas Thun-Hohenstein, und der Künstlerin Renate Bertlmann, mit deren Kunstwerken der Pavillon im Jahr 2019 bespielt wird, den österreichischen Pavillon auf der Biennale Arte 2019.

Kuratorin Felicitas Thun-Hohenstein: 
"2019 wird mit Renate Bertlmann erstmals in der Geschichte der österreichischen Biennale-Beiträge eine Künstlerin den Pavillon mit einer Einzelpräsentation bespielen. Damit setzen wir als Gesellschaft ein Zeichen, das der Kunst folgt und strukturelle Schieflagen mitdenkt."

Für die Ausstellung im österreichischen Pavillon hat Renate Bertlmann mit Discordo Ergo Sum ("Ich widerspreche, also bin ich") eine Installation entwickelt. Mit dieser Umformulierung des philosophischen Grundsatzes "Cogito Ergo Sum" ("Ich denke, also bin ich") versucht die Künstlerin, die Vorherrschaft des Logozentrismus auszuhebeln und sich in ihrem widerständigen Selbstbild zu beschreiben. Auf der Grundlage des subversiven programmatischen Werkansatzes der Künstlerin, Amo Ergo Sum ("Ich liebe, also bin ich"), bringen die eindrucksvolle Schriftarbeit vor dem Pavillon, mit der Bertlmann in der ihrer Arbeit eigenen ironischen Geste den Pavillon einer Leinwand gleich signiert, und die den gesamten Binnengarten des Pavillons einnehmende Installation der Messer-Rosen "als präzise angelegter Raster, bestehend aus 312 Rosen, eine Art rote Armee, die unter gleißender Sonne Habtacht steht" (Beatriz Colomina) einen synästhetischen künstlerischen Kommentar zur Schau, der in Form und Inhalt die existenzielle Ambivalenz von Menschheitserfahrung sinnlich erfahrbar macht. Dieser subversive Umgang bringt prägnant das auf Gegensätzen basierende Prinzip ihres künstlerischen Ansatzes auf den Punkt.

Statement Gernot Blümel, Bundesminister für EU, Kunst, Kultur und Medien anlässlich der Eröffnung am 9. Mai 2019:
"Ich freue mich sehr, dass Felicitas Thun-Hohenstein den österreichischen Pavillon der Kunstbiennale 2019 kuratiert. Felicitas Thun-Hohenstein ist eine international angesehene Ausstellungsmacherin, Autorin und Herausgeberin zahlreicher Texte und Publikationen und seit vielen Jahren Professorin für Kunstgeschichte am Institut für Kunst- und Kulturwissenschaften an der Akademie der bildenden Künste Wien, an der sie als Initiatorin und Leiterin auch für das Cathrin Pichler Archiv verantwortlich zeichnet. Feministische, genderspezifische und performative Fragen stehen im Fokus ihrer Arbeit.

Mit Renate Bertlmann wählte die Kuratorin für den österreichischen Pavillon 2019 eine Künstlerin aus, deren Werk nicht nur eine wesentliche Position in der weiblichen Performancegeschichte Österreichs innehat, sondern darüber hinaus in der internationalen feministischen Avantgarde hochgeachtet ist. 2017 erhielt die 1943 in Wien geborene Künstlerin den Großen Österreichischen Staatspreis. Umso größer ist meine Freude, dass die kommende Präsentation im österreichischen Pavillon erstmals in dessen jahrzehntelanger Geschichte einer weiblichen Einzelposition gewidmet wird.

Der Beitrag Österreichs bietet 2019 erneut den Ausgangspunkt für eine rege, international ausgerichtete Diskussion, die mit Sicherheit die weltweite Präsenz und Bedeutung österreichischer Kunst und Kultur klar unterstreichen wird."

 Ausstellung:
11. Mai bis 24. November 2019

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