outstanding artist award 2018

Die outstanding artist awards werden jährlich vom Bundeskanzleramt für herausragende Leistungen vorwiegend an Künstlerinnen und Künstler der jüngeren und mittleren Generation vergeben. Die Preise sind mit 10 000 Euro dotiert.

Bildende Kunst - Verena Dengler

Geboren 1981 in Wien. 2001–2003 Studium der Druckgrafik an der Wiener Kunstschule, 2003–2009 Bildende Kunst mit dem Schwerpunkt Bildhauerei an der Akademie der bildenden Künste Wien; 2006 Erasmus-Semester im Department of Sculpture an der Slade School of Art, UCL London; 2015–2017 Lehrtätigkeit an der Haute école d‘art et de design – HEAD Genève in der Schweiz. Schreibt unter anderem für frieze d/e, Texte zur Kunst, FAZ, jungle world, monopol.

Ausstellungen (Auswahl)

  • 2017 Jackie of All Trades & Her Radical Chic Academy, Kunsthalle Bern (mit HC Playner)
  • 2016 Wall to Wall – Carpets by artists, Museum of Contemporary Art Cleveland, USA; Friedrich Kiesler – Lebenswelten, MAK – Österreichisches Museum für angewandte Kunst/Gegenwartskunst, Wien (mit Janina Audick und Sachiko Hara)
  • 2015 American Painting, Thomas Duncan Gallery, Los Angeles; Surround Audience, New Museum Triennial, New York (kuratiert von Lauren Cornell und Ryan Trecartin); Vienna Biennale, MAK – Österreichisches Museum für angewandte Kunst/Gegenwartskunst, Wien; Techniques of Release, pf Photography Gallery, Poznan, Polen (mit Jakob Lena Knebl, Tomislav Gotovac, Annegret Soltau)
  • 2014 Dengled Up In Blue, Galerie Meyer Kainer, Wien; Ökonomie der Aufmerksamkeit, Kunsthalle Wien; Ein Volcks’ Lied für alle. Haydn*explosiv, Wandgestaltung, Schloss Esterházy, Eisenstadt; The Vienna Complex (kuratiert von Cosima Rainer), Austrian Cultural Forum, New York
  • 2013 Anna O. lernt denglisch in den Energieferien (kuratiert von Janina Falkner), Sichtwechsel #4, MAK Galerie, Wien; Fantastischer Sozialismus (kuratiert von Achim Hochdörfer), Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig, Wien; Freak out, Greene Naftali Gallery, New York; NOA NOA (kuratiert von Alexander Ferrando), Metro Pictures, New York
  • 2012 Führt ja wieder die 40-Stunden-Woche ein! 35 Stunden Schlaf sind einfach zu wenig!, Boltenstern.Raum, Galerie Meyer Kainer, Wien; KEINE ZEIT. Erschöpftes Selbst Entgrenztes Können, 21er Haus, Wien
  • 2011 Town-Gown Conflict, Kunsthalle Zürich; Wiener Glut (kuratiert von Barbara Rüdiger), KIT, Kunsthalle Düsseldorf
  • 2009 Periferien, Boltenstern.Raum, Galerie Meyer Kainer, Wien

Preise und Auszeichnungen (Auswahl)

  • 2018 STRABAG Art Award; outstanding artist award – Bildende Kunst, Bundeskanzleramt
  • 2017 Museion Prize, Bozen
  • 2015 Staatsstipendium für Bildende Kunst, Bundeskanzleramt

Jurybegründung

"Verena Dengler ist eine Meisterin pointierter Anspielungen. Bilder, Skulpturen, Textilien und Fundstücke fügt sie zu einem poetischen Kosmos, in dem Realität, Alltag, Banalität wie Sterne blinken und blitzen", so Achim Hochdörfer im Vorwort zu dem im MUMOK erschienenen Katalog (2013). Dengler arbeitet konsequent an den Schnittstellen zwischen bildender Kunst, Mode und Design, wobei der Selbstinszenierung eine zentrale Rolle zukommt. Ausgangspunkt ihrer Werke sind Versatzstücke aus der österreichischen Kunst-, Populär- und Designgeschichte sowie aus ihrem persönlichen Leben, die sie mit politischen Bewegungen in Verbindung bringt und so einen spannenden Dialog erzeugt.

Jury: Jakob Lena Knebl, Karola Kraus, Martin Walde

Darstellende Kunst - Maresi Riegner

Maresi Riegner © Elisa Okazaki

Geboren 1991. 2013–2016 Studien an der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien.

Kino (Auswahl)

  • 2016 Licht, Regie Barbara Albert, NGF; Bier & Calippo, Regie Paul Ploberger, FA Kurzfilm, HR
  • 2015 Egon Schiele: Tod und Mädchen, Regie Dieter Berner, Novotny Film, HR
  • 2014 Uns geht es gut, Regie Henry Steinmetz, X Filme Creative Pool GmbH, HR
  • 2013 Bad Fucking, Regie Harald Sicheritz, MR-FILM; Die Verfolgung, Regie Leni Gruber, Kurzfilm
  • 2012 Endlich Weltuntergang, Regie Barbara Gräftner, Bonusfilm GmbH

Fernsehen (Auswahl)

  • 2018 Ein Dorf wehrt sich, Regie Gabriela Zerhau, Hager Moss Film GmbH, ZDF
  • 2014 Die Vorstadtweiber, Regie Harald Sicheritz, MR-FILM, ORF; SOKO Donau/Wien, Regie Holger Gimpel, SATEL Film, ORF, ZDF; Madame Nobel, Regie Urs Egger, Mona Film, BR, Degeto, ORF; Tatort – Paradies, Regie Harald Sicheritz, epo-film, ORF, ARD
  • 2013 CopStories, Regie Barbara Eder, Gebhardt Film, ORF

Theater (Auswahl)

  • 2018 Ernst ist das Leben (Bunbury), Regie Michael Sturminger, Stadttheater Klagenfurt
  • 2017 Freiheit, Regie Volker Schmidt, new space company Wien; Kasimir und Karoline, Regie 600 HIGHWAYMEN (Abigail Browde & Michael Silverstone), Salzburger Festspiele; Die Wildente, Regie Mateja Koležnik, Theater in der Josefstadt Wien
  • 2016 The Miracle Worker, Regie Sandra Cervik, Theater der Jugend Wien

Preise und Auszeichnungen (Auswahl)

  • 2018 Licht, Österreichischer Filmpreis in der Kategorie "Beste weibliche Nebenrolle"
  • 2017 Die Wildente und The Miracle Worker, Nestroypreis in der Kategorie "Bester Nachwuchs weiblich"; Kasimir und Karoline, Nominierung Nestroy-Spezialpreis; Egon Schiele: Tod und Mädchen, Nominierung Österreichischer Filmpreis "Beste Hauptdarstellerin"; Bier & Calippo, Nominierung Max Ophüls Preis Filmfestival

Jurybegründung

Dass die Schauspielerin Maresi Riegner, Abgängerin der Musik und Kunst Privatuniversität Wien, jünger aussieht als sie ist, gereicht ihr selbst sicherlich sowohl zum Vorteil als auch zum Frust. Sowohl im Film als auch im Theater wird sie aus diesem Grund zu Beginn ihrer Karriere als Jugendliche, ja als Kind besetzt. Womit sie ihr Publikum jedoch davon unabhängig in den Bann zieht, ist die Vielfalt ihres schauspielerischen Vokabulars, die sich in körperlicher Energie und Beherrschung (etwa in der Rolle der gehörlosen und blinden Helen Keller im Theater der Jugend 2016), in den feinsten Nuancen ihrer Mimik (wie in Ibsens Wildente im Theater in der Josefstadt 2017) und der genauen Setzung ihrer Sprache entfaltet (ebenfalls 2017 in der freien Produktion Freiheit). Maresi Riegner gestaltet jede Figur anders, aber mit höchstmöglicher Dichte. Eine reichhaltige Karriere in den unterschiedlichsten Medien und Rollen ist ihr und uns zu wünschen.  

Beirat für darstellende Kunst: Elio Gervasi, Theresa Luise Gindlstrasser, Markus Grüner-Musil, Petra Paterno, Martin Thomas Pesl, Cornelia Rainer, Klaus Rohrmoser, Katharina Schuster

Experimentalfilm - Katrina Daschner

Katrina Daschner © Privat

Geboren 1973, aufgewachsen in Hamburg, lebt und arbeitet als Künstlerin und Filmemacherin seit 1995 in Wien. In ihren Projekten beschäftigt sie sich vorwiegend mit Sexualität, Machtstrukturen sowie queer-feministischen (Körper-) Politiken und dem Transfer von theatralen Handlungen und Inszenierungen im Ausstellungs- und Filmkontext. 2005–2010 Lehrtätigkeit an der Akademie der bildenden Künste Wien (performative und mediale Techniken); 2009–2014 hostete sie den queeren CLUB BURLESQUE BRUTAL im brut; seit 2017 Mitglied des Theoriekuratoriums, Tanzquartier Wien.

www.katrinadaschner.net

Filmfestivals (Auswahl)

Internationale Kurzfilmtage Oberhausen (2013–2017), VIS – Vienna Independent Short Film Festival, Diagonale Graz (2010–2016), Frameout Wien (Personale 2015), Era New Horizons Festival Wroclaw (Personale 2014), Internationales Kurzfilmfestival Hamburg, Festival Alternative Film/Video Belgrade, mumok Kino (Personale 2014), Identities Queer Film Festival Wien, Blickle Kino im 21er Haus (Personale 2013), Lesbisch Schwule Filmtage Hamburg, Queerlisboa Lissabon, Image & Nation – Gaie et Lesbienne, Montréal, Clair-obscur Filmfestival Basel, GAZE Film Festival Dublin, Lesbian & Gay Film Festival London, Queer Film Festival Beijing, Semana de Cine Experimental Madrid

Ausstellungen (Auswahl)

Neue Galerie Graz; Tiroler Kunstpavillion, Innsbruck; Galerie für zeitgenössische Kunst, Leipzig; Fundació Antoni Tàpies, Barcelona; Centre d’art passerelle, Brest; Galerie Krobath Wien/Berlin; upstream gallery, Amsterdam; Museum der Moderne Salzburg; thrust projects, New York City; Secession, Wien; Austrian Cultural Forum, New York; Blackbridge Off, Beijing; Lentos Kunstmuseum Linz; Museet for Samtidskunst, Roskilde; Galerie 5020, Salzburg; tranzitdisplay, Prag; Cobra Museum, Amstelveen; RCM The museum of modern art, Nanjing; Blurrr, Performance Biennale, Tel Aviv; 5th International Performancefestival Navinki, Minsk; Nationale Kunstgalerie Zachęta, Warschau

Filme (Auswahl)

  • 2018 Plum Circus (in Produktion); Pfauenloch; Filmfestival Trailer für die Diagonale – Festival des Österreichischen Films
  • 2017 Pferdebusen, Filmfestival Trailer für die 63. Internationale Kurzfilmtage Oberhausen
  • 2016 Perlenmeere
  • 2015 Powder Placenta
  • 2013 Hiding in the lights
  • 2012 Parole Rosette
  • 2011 NOUVELLE BURLESQUE BRUTAL; FLAMING FLAMINGOS
  • 2009 ARIA DE MUSTANG
  • 2008 HAFENPERLEN
  • 2002 Me and me in Alsergrund – Das Sexuelle ist das Reich des Politischen, es gibt keine Verbindlichkeiten
  • 2000 Tanz 2000
  • 1999 Lady Chutney does Mexico
  • 1998 Mutter mit Marmelade; Schießhalle; Lippenstift in U-Bahn; Gefüllte Gans

Preise und Auszeichnungen (Auswahl)

  • 2018 outstanding artist award – Experimentalfilm, Bundeskanzleramt
  • 2017 Großer Diagonale Preis für innovatives Kino für Pferdebusen
  • 2016 Hauptpreis beim Drehbuchwettbewerb If she can see it, she can be it für Langfilm-Treatment Wanda und Nikita, Drehbuchforum Wien und ÖFI
  • 2010 Otto-Mauer-Preis
  • 2000 Staatsstipendium für Bildende Kunst, Bundeskanzleramt

Jurybegründung

Katrina Daschner steht im heimischen Film dieser Tage für eine Sicht-, Denk- und Zugangsweise, die bei allem auf den ersten Blick poetische Hermetik "Offenheit" signalisiert. Durchlässigkeit für den Übergang zwischen Film, Video und bildender Kunst. Kommunikation zwischen abstrakten Mustern und autobiographischer Empathie für Genres (Horror, Varieté etc.). Es bedarf dafür einer starken, wenn auch nicht starren Position. Es bedarf dafür einer großen Neugierde in alle Richtungen. Man mag Vorbilder für Daschner im Schaffen von Künstlerinnen wie VALIE EXPORT, Olga Neuwirth oder Elfriede Jelinek sehen. Arbeiten wie Pfauenloch oder Pferdebusen weisen jedes epigonale Ansinnen jedoch weit von sich. Daschner greift auf, holt aus, zieht den/die BetrachterIn ins Geschehen. Dies sei bis zum nächsten Staatspreis gewürdigt!

Jury: Gabriele Mathes, Sudabeh Mortezai, Claus Philipp

Experimentelles Design – breadedEscalope

breadedEscalope ist ein Kollektiv für experimentelle Gestaltung zwischen Kunst und Design. Gegründet nach Abschluss des gemeinsamen Studiums an der Kingston University, London von Sascha Mikel (*1985), Martin Schnabl (*1985) und Michael Tatschl (*1985) im Jahr 2007. Erste Anerkennung erlangte das Studio durch die Entwicklung und Positionierung von sogenannten Produktions- Performances (Original Stool und Love Me Bender). Abseits des performativen Handwerks reflektiert ein verzweigter Werkkörper aus Skizzen, Installationen, Objekten und Kleinserien gesellschaftliche Phänomene teils kritisch, teils humorvoll. Die klare Befürwortung von Chaos, Widerspruch und Impulsivität instrumentalisiert Improvisation als künstlerisches Werkzeug und Lebensentwurf. Die Arbeiten werden in musealen Kontexten und Galerien als Teil einer künstlerischen Auseinandersetzung mit Design interpretiert und international ausgestellt. Lehrtätigkeit und Workshops und anderes am Triale Institut Wien, New Design University St. Pölten, Fachhochschule Nordwestschweiz Basel, Technische Universität Graz, Kingston University London, Saint-Etienne Higher School of Art and Design.

www.breadedescalope.com

Ausstellungen (Auswahl):

  • 2018 Stack, Legacy, Schloss Hollenegg for Design, Steiermark; Bar Non-Lieu, Design after Darwin, Palazzo Morosini, Venedig; Superposition, Jerusalem Design Week, Jerusalem
  • 2017 Shadowplay, York Art Gallery, Großbritannien; Original Stool, Bar Non-Lieu, Shadowplay, Frederieke Taylor Gallery @Collective Design, Skylight Clarkson, New York City; Peak Plastic, Vienna Biennale, MAK – Österreichisches Museum für angewandte Kunst/Gegenwartskunst, Wien; daily routines (Einzelausstellung), Elga Wimmer PCC, Chelsea, New York City
  • 2016 Hoover, Kajola, Gegen den Strich, Spazio Pulpo, Wien; Shadowplay, Designing Lightness, kuratiert von Li van Edelkoort für Rado Switzerland, Graf & Schelble Art Gallery, Basel
  • 2015 Your Clock. Telling Time, mudac, Lausanne; -X Chair, Love Me Bender, Nomadic Furniture 3.0, Museum für Gestaltung, Zürich
  • 2014 Collecting. Umgang mit Sammlungen (Werk-Retrospektive), Kunsthaus Baselland, Basel; Love Me Bender, World Design Capital, Kapstadt
  • 2011 Your Clock, o‘clock – Time Design, Design Time, Triennale Design Museum, Mailand

Preise und Auszeichnungen (Auswahl)

  • 2018 outstanding artist award – Experimentelles Design, Bundeskanzleramt
  • 2017 Shortlist Aesthetica Art Prize (Objekt: Shadowplay); Shortlist Staatspreis Design (Kategorie: Räumliche Gestaltung)
  • 2014 outstanding artist award – Experimentelles Design (Anerkennungspreis), Bundeskanzleramt
  • 2008 DMY Award (Objekt: Original Stool)

Jurybegründung

Die Designer von breadedEscalope (Sascha Mikel, Martin Schnabl und Michael Tatschl) konnten die Jury mit ihren charakterstarken Projekten überzeugen, die sich mit Fragestellungen zur sozioökonomischen und kulturellen Relevanz von Objekten und Räumen befassen. Ihre Arbeiten und performativen Präsentationen sind experimentelle Antithesen zu einem Design, das auf standardisierte Massenproduktion ausgerichtet ist, etwa wenn Produktionsprozesse sichtbar gemacht, individualisiert und demokratisiert werden. In der Kombination von Handwerk, Technologie und Interaktion mit den BetrachterInnen adressieren breadedEscalope zeitgenössische Phänomene vielschichtig und offen.

Jury: Eva Guttmann, Ulrike Haele, Wilhelm Scherübl

Experimentelles Modedesign – Arthur Arbesser

Arthur Arbesser © Arthur Arbesser

Geboren 1982 in Wien. Studium am Central Saint Martins College for Art and Design in London, übersiedelte nach erfolgreichem Abschluss nach Mailand, arbeitete 7 Jahre bei Giorgio Armani. 2012 Gründung des eigenen Labels für Womens Wear. 2013 zeigt Arthur Arbesser erstmals seine Kollektion bei der Milano Fashion Week. 2015 war er einer der Finalisten des prestigeträchtigen LVMH Prize und wurde im gleichen Jahr eingeladen an der Modemesse PITTI in Florenz als Gastdesigner teilzunehmen. 2017 übernahm Arbesser die Stelle des Kreativdirektors bei dem bekannten italienischen Label Fay. Sein eigenes Label ist Fixpunkt der Mailänder Modemesse.

www.arthurarbesser.com

Jurybegründung

Dem österreichischen Modedesigner Arthur Arbesser gelang der internationale Durchbruch bereits mit seiner ersten Kollektion unter eigenem Namen. Trotz seines frühen Erfolges geht es ihm aber nicht darum, gefällig zu sein, sondern darum seine eigene und sehr persönliche ästhetische Welt zu erschaffen. Dazu bedient er sich vielschichtiger Bezüge aus unterschiedlichen Kunstgenres und arrangiert diese zu Kollektionen, deren Struktur und Narrativ einem literarischen Werk gleichen. Wenngleich die Inspirationsquellen etwa aus Design und bildender Kunst oft historischen Ursprungs sind, verleiten diese Arthur Arbesser stets zu einer neuen Vermessung tradierter Gestaltungsregeln: So spürt er in engagierter und intensiver persönlicher Beschäftigung mit dem kulturellen Erbe Österreichs Vorhandenes auf und knüpft an Traditionen an, unterzieht diese aber stets einer zeitgenössischen Betrachtung. Aber es ist auch Arthur Arbessers unbestreitbares Gespür und handwerkliche Könnerschaft in der Verwendung von Farben, Mustern, Texturen und Materialien, die seine Handschrift unverkennbar macht und auszeichnet – sei es nun in seinen eigenen Kollektionen oder seiner Arbeit für internationale Modehäuser. Kontraste mischt er meisterhaft zu neuen Akkorden, die gekonnt vielschichtig und überraschend wirken aber auch prägend für seinen klassischen und zugleich zeitgenössischen Stil sind. Arthur Arbessers stringent entwickeltes Oeuvre ist ein herausragendes Beispiel einer richtungsweisenden, zeitgenössischen Auseinandersetzung im Modedesign, die der outstanding artist award fördern möchte.

Jury: Alexa Bondi de Antoni, Hermann Fankhauser, Ursula Guttmann

Experimentelle Tendenzen in der Architektur - Breathe Earth Collective

Das Breathe Earth Collective wurde nach der erfolgreichen Realisierung des österreichischen Pavillons auf der Expo 2015 in Mailand gegründet. Das Kollektiv arbeitet als offenes Netzwerk verschiedener Designerinnen/Designer und als Think- und Do-Tank für das Experimentieren und Entwerfen von Ökosystemen, die Pflanzen, Luft und Architektur integral einbinden. Luft und Klima als Ressource, Medium und Lebensgrundlage sind zentral für die Arbeiten von Breathe Earth Collective. Das Kollektiv arbeitet transdisziplinär und nutzt flache Hierarchien, um hoch komplexen Aufgabenstellung zu begegnen. Neben der Tätigkeit im Breathe Earth Collective arbeiten alle Teammitglieder auch individuell an Projekten in verschiedenen Bereichen und Maßstäben. Die unterschiedlichen Zugänge und Talente jedes Einzelnen speist die innovative Arbeit der Gruppe. Die Mitglieder des Breathe Earth Collective sind Karlheinz Boiger (Hohensinn Architektur ZT), Lisa Maria Enzenhofer (ecosphere.institute/Green4Cities), Andreas Goritschnig (Studio AG), Markus Jeschaunig (Agency in Biosphere) und Bernhard König (ecosphere.institute/Green4Cities).

www.breatheearth.com

Projekte (Auswahl)

  • 2018 Airship.03 – Fountain of Air, Klima-Installation im öffentlichen Raum, Mailand; Aerosol, Installation, Dynamics of Air, (Gruppenausstellung) RMIT Gallery, Melbourne
  • 2017 Airship.02 – Evapo Tree, Installation, Österreichischer Skulpturenpark Graz
  • 2016 Airship.01 – Kulturwald, mobile Mikrowald-Installation, Pavillon für Österreich Tourismus, Mailand, Padua, Rom, Bordeaux, Tulln; AGORA – Biennale von Bordeaux – Architektur – Planung - Design, Bordeaux
  • 2015 breathe.austria – Österreichischer Pavillon, Expo in Mailand als Teil des team.breathe.austria

Preise und Auszeichnungen (Auswahl)

  • 2018 outstanding artist award – Experimentelle Tendenzen in der Architektur, Bundeskanzleramt
  • 2017 Preiswettbewerb New Administrative Center of Czech Forests, in Zusammenarbeit mit Chybík+Krištof Architects mit K4, Ivo und Jan Stolek, Tomáš Babka, Hradec Králové
  • 2016 Umweltpreis der Stadt Graz
  • 2015 Social Media Award, Bester Pavillon der Expo Mailand; Towards a sustainable Expo, Auszeichnung in der Kategorie Design und Material, Italienisches Umweltministerium; Breathe Austria Award für Bestes Ausstellungsdesign bei der Expo in Mailand, Bureau International des Expositions France; Shenzhen Grand Design Award for Young Talents, Shenzhen City of Design Promotion Association

Jurybegründung

Das Breathe Earth Collective beschäftigt sich mit dem Verhältnis von Architektur und Ökosystemen. Es arbeitet interdisziplinär, experimentell und umsetzungsorientiert. Die Arbeit des Kollektivs, das sich selbst als Think- and Do-Tank bezeichnet, zielt darauf ab, die Ergebnisse seiner „Versuchsanordnungen“ als konkrete Strategien in der täglichen Architekturpraxis zu etablieren. Für die Jury ist die Verbindung eines starken, aktuellen Anliegens mit konkreten, professionellen Lösungsansätzen ausschlaggebend für die Zuerkennung des Preises.

Jury: Eva Guttmann, Ulrike Haele, Wilhelm Scherübl

Film – Daniel Hoesl

Geboren 1982 in St. Pölten, lebt und arbeitet als Regisseur, Drehbuchautor und Produzent in Wien. Studien in Salzburg und Prag, Regieassistent unter anderem bei Ulrich Seidl und Michael Sturminer. Sein erster Kinospielfilm Soldate Jeannette hatte Weltpremiere im Wettbewerb des Sundance Film Festivals und wurde mit dem Tiger Award in Rotterdam ausgezeichnet. Sein zweiter Spielfilm WINWIN hatte ebenso in Rotterdam Premiere und wurde wie sein erster Kinofilm vom Kollektiv European Film Conspiracy hergestellt, das auch seinen aktuellen Dokumentarfilm DAVOS produziert. Alle seine Filme wurden auf allen Kontinenten an Festivals gezeigt und in verschiedensten Territorien in Kino und TV verwertet. Seine Themen oszillieren um den Wert als auch um den Preis des Geldes.

Filmographie (Auswahl)

  • 2018 DAVOS, Dokumentarfilm in Produktion, zirka 120 Minuten (Fertigstellung 2020)
  • 2016 WINWIN, Spielfilm, zirka 85 Minuten, Premiere IFF Rotterdam, Stadtkino Filmverleih
  • 2013 Soldate Jeanette, Spielfilm, zirka 80 Minuten, Premiere Sundance IFF, Stadtkino Filmverleih
  • 2011 THE MADNESS OF THE DAY, Kurzfilm, zirka 20 Minuten, Premiere am Diagonale FF.

Preise und Auszeichnungen (Auswahl)

  • 2018 outstanding artist award – Spielfilm, Bundeskanzleramt
  • 2015 Anerkennungspreis des Landes Niederösterreich für Filmkunst
  • 2014 Nominierter für den besten Spielfilm beim Österreichischen Filmpreis; Saas-Fee: Hauptpreis
  • 2013 Rotterdam Film Festival: Tiger Award; Tarkovsky Film Festival: Jury Preis und Sberbank Preis; Diagonale Preis; Art Film Festival Trenčin: Preis des Bürgermeisters von Trenčianske Teplice

Jurybegründung

Kann das Geld "Ich" sagen? – Eine gute Frage, die man freilich noch toppen könnte: Kann man, wenn man über (und dabei unter Zuhilfenahme von) Geld erzählt, (s)ein Autoren-Ich unkorrumpiert aufrechterhalten? Daniel Hoesl hat in den Spielfilmen Soldate Jeanette und WINWIN beeindruckend konsequent und mit viel Witz daran gearbeitet, dass man diese Frage zumindest in der Hoffnung auf gute Antworten weiter wird stellen müssen. Einerseits im Verzicht auf branchenübliche Produktionsbudgets. Andererseits im Untertauchen in einem Kollektiv namens European Film Conspiracy. Drittens in einer Hinwendung zu Erzählungen und Erzählformen, in denen der ewige Tanz rund ums Geld zu einem veritablen Harakiri-Kommando wird. In Österreich, wo über (Neo-)Kapitalisten und erst recht über DAS KAPITAL kurzsichtig, aber mit weitreichenden Folgen eher wenig nachgedacht wird, ist dieser Zugang eine Ausnahmeerscheinung. Wir raten dem Preisträger: Take the Money and run!

Jury: Gabriele Mathes, Sudabeh Mortezai, Claus Philipp

Karikatur und Comics – Michael Pammesberger

Michael Pammesberger © Jürg Christandl/Kurier

Geboren 1965 in Bad Ischl, lebt und arbeitet seit 2005 in Wien und im Burgenland. Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Salzburg; seit 1992 als Karikaturist tätig, zunächst neben seinem Beruf als Jurist (Rechtsanwaltsanwärter), später hauptberuflich, bis 1997 zeichnete er für die Oberösterreichischen Nachrichten, dann für den Kurier, für News und andere Zeitungen und Zeitschriften. Ausstellungen unter anderem in Salzburg, Bad Ischl, Gmunden, Altmünster, Timelkam, Lambach, Vöcklabruck, Ohlsdorf, Kremsmünster, Ybbs, Aschach, Wien, Krems, Oberpullendorf, St. Veit, St. Andrä-Wördern, Breitenfurt, Eisenstadt.

Publikationen (Auswahl)

  • 2018 Entpört Euch!, Verlag Ueberreuter Wien
  • 2017 Great Again, Verlag Ueberreuter Wien
  • 2015 Pammesberger in der Krise, Verlag Ueberreuter Wien
  • 2008 Immer ist irgendwas!, Kurier-Edition
  • 2007 Ausgezeichnet!, Kurier-Edition
  • 2004 Abgefedert, Verlag Ueberreuter Wien

Preise und Auszeichnungen (Auswahl)

  • 2018 Walther-Rode-Preis; outstanding artist award – Karikatur und Comics, Bundeskanzleramt
  • 2007 Karikaturist des Jahres, Der Österreichische Journalist

Jurybegründung

Da der Preis in den letzten Jahren an Künstler vergeben wurde, die schwerpunktmäßig im Bereich Comics arbeiten, möchte die Jury den Preis in diesem Jahr auf dem Gebiet der tagespolitischen Karikatur vergeben, um den Stellenwert der politischen Karikatur in den Printmedien zu stärken. Dies insbesondere da die Entwicklung der letzten Jahre gezeigt hat, dass Printmedien mit Ausnahme einiger Qualitätszeitungen immer weniger Karikaturisten beschäftigen. Die Arbeiten von Michael Pammesberger sind zeichnerisch und erzählerisch von höchster Qualität und durch eigene Bildfindung und Stil gekennzeichnet. Pammesberger analysiert und reagiert auf komplexe Situationen schnell und analysiert diese in zeichnerisch prägnanter Weise. Er erzählt Comic-artig in Bildfolgen, verwendet unterschiedliche Humorstrategien und reagiert unverzüglich auf aktuelle Ereignisse. Pammesberger hat mit seinen Arbeiten einen direkten Zugang zum Publikum und schafft es in knapper Form, verschiedene Meinungen auf den Punkt zu bringen. Er gilt als ein humoristischer "Stachel" im Land, die Inhalte seiner gezeichneten Geschichten sind gesellschaftlich relevant und beziehen Stellung zur jeweils gewählten Thematik. Der Umfang seines künstlerischen Schaffens ist vielgestaltig und beeindruckend. Sein Werk umfasst ein breites Spektrum und präsentiert gleichzeitig eine eigenständige, kraftvolle und komplexe Künstlerposition.

Jury: Gottfried Gusenbauer, Jutta M. Pichler, Franz Suess

Kinder- und Jugendliteratur – Lilly Axster

Geboren 1963 in Düsseldorf, lebt als freischaffende Autorin und Regisseurin in Wien. Studium der Theaterwissenschaften, Philosophie und Genderforschung in München und Wien; seit 1991 leitet sie zusammen mit Corinne Eckenstein das Theater FOXFIRE in Wien, seit 1996 Mitarbeiterin bei der Beratungsstelle SELBST-LAUT gegen sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen in Wien, involviert in Planet 10, Kulturverein zur Umverteilung von Erbschaften aus NS-TäterInnenfamilien und anderen Privilegien in Wien-Favoriten und in dem Verein für Barrierefreiheit in der Kunst, im Alltag, im Denken in Wien-Ottakring

Werke (Auswahl)

  • DAS machen und andere verdächtige Sachen. Theaterstück, Uraufführung (UA) 2019 Zürich, Theater Stadelhofen
  • verboten wäre. Theaterstück, UA voraussichtlich 2019 Wien, Dschungel Wien, Theaterhaus für junges Publikum
  • Ein bisschen wie du // A little like You. Bilderbuch (Bilder: Christine Aebi), Zaglossus Wien 2018
  • Die Stadt war nie wach. Roman, Zaglossus Wien 2017
  • Atalanta Läufer_in. Roman, Zaglossus Wien 2013
  • DAS machen?. Bilderbuch (Bilder: Christine Aebi), deA-publishing Wien 2012
  • Dorn. Roman, Zaglossus Wien 2012
  • Schrilles Herz (mit Schreibwerkstatt zwischenraum 13:27).Theaterstück, UA 2009 Wien, Dschungel Wien, Theaterhaus für junges Publikum
  • Alles gut. Bilderbuch (Bilder: Christine Aebi), deA-publishing Wien 2008
  • Nins Archiv. Theaterstück, UA 2008 Wien, Dschungel Wien, Theaterhaus für junges Publikum
  • Jenny, sieben. Bilderbuch (Bilder: Christine Aebi), deA-publishing Wien 2005
  • 1 Stück Liebe. Theaterstück, UA 2004 Wien, Dschungel Wien, Theaterhaus für junges Publikum
  • Atalanta Läuferin. Theaterstück, UA 2003 Frankfurt/Main, Theaterhaus
  • Feuerrot. Theaterstück, UA 2002 Wien, Theater FOXFIRE im Kosmos Frauenraum
  • Wenn ich groß bin, will ich fraulenzen. Bilderbuch (Bilder: Christine Aebi), Empirieverlag Wien 2002
  • Gift. Theaterstück, UA 2001 Stuttgart, Theater Rampe
  • Verhüten & Verfärben. Theaterstück, UA 2001 Wien, Theater FOXFIRE im dietheater Konzerthaus
  • Schattenriß. Theaterstück, UA 2000 Oldenburg, Deutschland
  • Königinnen. Theaterstück, UA 2000 Wien, Theater FOXFIRE im Kosmos Frauenraum
  • Tochtertag. Theaterstück, UA 1999 Wien, Theater FOXFIRE im dietheater Konzerthaus
  • Gestohlenes Meer. Theaterstück, UA 1997 Wien, Theater FOXFIRE im dietheater Künstlerhaus
  • Wenn ich groß bin, will ich fraulenzen. Theaterstück, UA 1996 Wien, Theater FOXFIRE im WUK
  • Doch einen Schmetterling hab ich hier nicht geseh´n. Theaterstück, UA 1994 Theater Oberhausen
  • Ich habs satt. Theaterstück, UA 1992 Wien, Theater FOXFIRE im dietheater Konzerthaus
  • Geige Cello Baß. Theaterstück, UA 1992 Wien, Theater der Jugend
  • Endlich allein. Theaterstück, UA 1992 Wien, Theater der Jugend
  • Leben eben. Theaterstück, UA 1991 Landestheater Dinslaken

Preise und Auszeichnungen (Auswahl)

  • 2018 Österreichischer Kinder- und Jugendbuchpreis, Bundeskanzleramt, outstanding artist award – Kinder- und Jugendliteratur, Bundeskanzleramt
  • 2016 Treatmentpreis If she can see it she can be it des Wiener Filmförderungsinstituts
  • 2015 Wiener Anerkennungspreis Jugendbuch
  • 2013 Österreichischer Kinder- und Jugendbuchpreis, Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur
  • 2012 Stückwettbewerbspreis Plattform 11+ am Theater Junge Generation Dresden
  • 2009 Stella Theaterpreis für besondere künstlerische Impulse
  • 2008 Österreichischer Kinder- und Jugendbuchpreis, Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur; Wiener Kinderbuchpreis
  • 2006 Österreichischer Kinder- und Jugendbuchpreis, Bundeskanzleramt
  • 2004 Österreichischer Kinder- und Jugendbuchpreis; Bundeskanzleramt; Wiener Kinderbuchpreis
  • 2001 Deutsch-Niederländischer Theaterpreis
  • 1997 Fördergabe zum Künstlerinnenpreis des Landes Nordrhein-Westfalen für Dramatik
  • 1995 Baden-Württembergischer Autorenpreis
  • 1994 Kathrin-Türks-Preis der Stadt Dinslaken
  • 1990 Baden-Württembergischer Autorenpreis
  • 1988 Kathrin-Türks-Preis der Stadt Dinslaken

Jurybegründung

Der outstanding artist award für Kinder- und Jugendliteratur wird im Jahr 2018 an die Autorin und Theaterregisseurin Lilly Axster verliehen. Als outstanding, also außerordentlich, aber auch hervorragend erweist sich Axsters bereits mehrfach ausgezeichnetes Werk auf Grund sprachlicher Präzision und im besten Sinne des Wortes literarisiertem Engagement. In Bilderbüchern mit der Illustratorin Christine Aebi, in Romanen und Theaterstücken für Kinder und Jugendliche richtet sie den Blick auf gesellschaftspolitische Themen und sensibilisiert in sehr klarer und reflektierender Form für Diversität, Queerness, strukturelle Gewalt, Macht und Intersektionalität. Lilly Axsters Texte sind unangepasst, wachsam und unausweichlich, wenn es um Fragen nach Identität in zeitgenössischer Literatur geht.

Jury: Franz Lettner, Peter Rinnerthaler, Elisabeth Steinkellner, Elisabeth Wildberger, Linda Wolfsgruber

Künstlerische Fotografie – Stefanie Moshammer

Geboren 1988 in Wien. Modeschule der Stadt Wien, Studium Visuelle Kommunikation und Fotografie an der Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung Linz (Bachelor of Arts) sowie ein Studium zum Fotojournalismus an der Danish School of Media and Journalism in Aarhus. Ihre Arbeiten erscheinen in zahlreichen Publikationen wie i-D, Monopol, Zeit Magazin, M Le magazine du Monde, New York Magazine, VICE, Purple Fashion Magazine, DAZED und viele mehr. Moshammers Werke wurden in Europa, den USA und Großbritannien in zahlreichen Galerien, Museen und auf Messen gezeigt. 2015 Nominierung im Rahmen des Festival Rencontres d’Arles für ihr Fotobuch Vegas and She, welches im gleichen Jahr im Fotohof Salzburg ausgestellt wurde. 2016 Auszeichnung als Foam Talent des Foam Fotografiemuseum Amsterdam für ihre Arbeit Land of Black Milk, die Werkgruppe erschien 2017 als Buchpublikation und wurde in Amsterdam, London und New York ausgestellt. 2017 Nominierung des ING Unseen Talent Award der Unseen Photo Fair in Amsterdam, Einzelausstellung im Foam Fotografiemuseum Amsterdam mit der Werkgruppe Tomorrow of Yesterday. 2018 Einzelausstellung im Fotomuseum C/O Berlin, im Zuge der Auszeichnung C/O Berlin Talent Award, sowie der damit einhergehenden Buchpublikation Not just your face honey.

stefaniemoshammer.com

Jurybegründung

Stefanie Moshammer hat als sehr junge Fotografin bereits ein umfangreiches, vielschichtiges und präzis formuliertes Werk geschaffen. Sie erzählt authentisch von Orten und Menschen und erzeugt in ihren Bildgeschichten mit kraftvoll farbigen Kompositionen, fragmentierten Ausschnitten und explizit artikulierten Bildkontrasten eine geradezu filmische Realität. Ihre visuelle Sprache setzt auf Andeutungen, ihre verschlüsselten Bilder sind eindrucksvolle visuelle Setzungen, die als Einzelbild starke emotionale Wirkungen entfalten und in ihrer Reihung Geschichten in einem assoziativen Fluss erzählen. Moshammer setzt ihre größeren Serien auch souverän und selbstbestimmt in Buchform um. In Vegas and She hat sie ein faszinierendes, abgründiges Portrait dieser amerikanischen Kunststadt und ihrer Bewohner und Bewohnerinnen geschaffen. Für Land of Black Milk reiste sie 2016 in das Brasilien vor den Olympischen Spielen. Das Buch erzählt vom Schönen und Schrecklichen gleichermaßen, von Globalisierung, dem Glamour der Copacabana wie auch der Realität in den Favelas. Nahsichten, Portraits und Architekturdetails, Oberflächen, Texturen wechseln sich ab mit Blicken auf die Stadt. Stefanie Moshammer setzt als Bildautorin voll auf die unmittelbaren medialen Möglichkeiten der Fotografie, persönliche ideosynkratische Bilder der Welt zu erzeugen, wobei sie in ihren Serien das Genre der Dokumentarfotografie mit fiktionalen Ebenen erweitert.

Jury: Monika Faber, Martin Hochleitner, Rainer Iglar

Kulturinitiativen – FIFTITU% – Vernetzungsstelle für Frauen* in Kunst und Kultur

Seit 1998 setzt sich FIFTITU% kontinuierlich für bessere Bedingungen der Frauen* im Kunst- und Kulturbereich ein und ist die einzige derartige Plattform, nicht nur in Linz und Oberösterreich, sondern bundesweit. Die Aktivitäten umfassen neben kultur- und frauen*politischer Arbeit, regionaler, nationaler und internationaler Vernetzung in diesem Feld und mannigfachen künstlerischen Projekten in und zu diesen Themen auch eine konkrete Beratung und Unterstützung zur Professionalisierung von Frauen* in Kunst und Kultur. FIFTITU% ist Initiator*in, Aktivist*in, Partner*in und Unterstützer*in und versteht sich als offener und innovativer Verein, der die gemeinsame Klammer zwischen experimentierfreudiger Regionalkultur und Gegenwartskunst schließt. In prozessorientierten Kooperationen mit Frauen*vereinen aus Linz und der Region Oberösterreich und unter Einbeziehung aktueller ortsspezifischer Kulturarbeit werden Kunst- und Kulturprojekte verwirklicht, die eine hohe Nachhaltigkeit erreichen. Viele heute selbstverständliche Errungenschaften in Oberösterreich hätte es ohne FIFTITU% nicht gegeben, beispielsweise die Aufnahme von Quotenregelungen in der Kunst- und Kulturförderung, die Erstellung von regelmäßigen Frauenberichten im Kulturbereich oder die Verankerung frauenpolitischer Forderungen in Kulturentwicklungsplänen des Landes Oberösterreich und der Städte Linz und Steyr.

Auch regelmäßige Bewusstseinsarbeit gehört zum Tagesgeschäft von FIFTITU%, denn wie wir alle wissen, sind wir noch immer ein gutes Stück von einer gleichberechtigten Gesellschaft entfernt. Der Kunst- und Kulturbereich ist an sich schon von prekären Strukturen und schlechten Arbeitsbedingungen geprägt, Frauen* trifft dies umso mehr. Gerade daher erfüllt FIFTITU% hier äußerst wichtige Funktionen einerseits in der Durchführung von frauen*spezifischer Kunst- und Kulturarbeit und andererseits in der Beratung von berufstätigen Künstler*innen, Kulturmanager*innen und -arbeiter*innen. Dafür braucht es hohe Fachkenntnis und gute Vernetzungsfähigkeiten – beides Qualitäten, die FIFTITU% seit 2 Jahrzehnten auszeichnen. Vorstand und Team: Gerlinde Schmierer, Edith Paule, Gitti Vasicek, Amina Lehner, Oona Valarie Serbest, Doris Hintermaier, Jerneja Zavec. 

www.fiftitu.at

Preise und Auszeichnungen (Auswahl)

  • 2018 outstanding artist award – Kulturinitiativen, Bundeskanzleramt
  • 2002 Großer Kulturpreis des Landes Oberösterreich für Initiative Kulturarbeit

Jurybegründung

Der Verein FIFTITU% wurde 1998 gegründet und begeht daher 2018 sein 20-jähriges Jubiläum. Der Verein ist in der Innenstadt von Linz verortet – zwischen Lentos, Kupf, Landesgalerie und Kunstuniversität und hat eine hohe Ausstrahlung auf das ganze Bundesland Oberösterreich und darüber hinaus.

Wie der Vereinsname schon vermuten lässt, geht es um die Sichtbarmachung eines Zahlenverhältnisses. Im Jahre der Vereinsgründung waren 52 Prozent der Weltbevölkerung weiblich. In der öffentlichen Präsenz von Macht und in den tatsächlichen Entscheidungsstrukturen war man von diesem Prozentsatz jedoch weit entfernt. Seit 2 Jahrzehnten setzt sich der Verein für Geschlechterparität in Kunst und Kultur und für Vereinbarungen von Gleichstellungszielen bei Kulturvereinen und Institutionen ein. 

FIFTITU% wagt sich an Fragestellungen wie "Wie würde Kultur ablaufen und erscheinen, wenn sie von Frauen gestaltet wird?" heran. Und solange die Gleichstellung der Geschlechter nicht auch gelebte Praxis ist, ist dieser Verein in der kulturpolitischen Arbeit in Oberösterreich und darüber hinaus unentbehrlich. Die Arbeit von FIFTITU% hat einen breiten Ansatz. Es gibt Kunst- und Kulturprojekte, Veranstaltungen und Weiterbildungsangebote.  Ein weiteres wesentliches Standbein der Tätigkeit von FIFTITU% sind die Themen Vernetzung, Beratungsangebote und Serviceleistungen. Gerade auch diese Beschäftigung "Hinter den Kulissen" ist immens wichtig, weil so über das große Engagement auch einzigartiges Expertinnen*Wissen entstanden ist, welches sich in einer offen zugänglichen Expertinnen* Datenbank spiegeln soll. Auch im Bereich der Publikationen ist FIFTITU% federführend mit den Projekten und der zur Verfügung Stellung von Wissen. Der Verein FIFTITU% ist im besten Sinne eine Initiative. Er stemmt sich initiativ gegen frauenpolitische/anti-feministische Tendenzen, wie dies aktuell mit der Kampagne #frauenlandretten passiert. Hier geht es – wie eigentlich immer in den Projekten von FIFTITU% – um die Information und Aktivierung von Menschen, in diesem Falle der Zivilgesellschaft. Ein wichtiger Baustein im künstlerischen Arbeiten von FIFTITU% ist der partizipative Ansatz wie zum Beispiel bei dem geplanten Ausstellungsprojekt "Was will das Weib?". Diese Wanderausstellung soll unter Einbeziehung von Frauen in der Region die lokale Auseinandersetzung zum Grundthema "100 Jahre Frauenwahlrecht – und was kommt jetzt?!" beleuchten.  Durch die Partizipation vor Ort gelingt es immer wieder, in unterschiedlichen künstlerischen Projekten Vorurteile der Menschen bei den Themen Feminismus und Gleichstellung aller Geschlechter sichtbar zu machen und abzubauen.  Einen ähnlichen Ansatz verfolgt auch das diskursive Projekt "Fahrende Händler*innen". Diskutiert wird in 3 Themenbereichen rund um Ansätze feministischer Kunst und die Rolle von Frauen in der Kunst. Bespielt wird ein Schiff am Traunsee, dadurch sollen die Menschen in der Region zur Mitsprache angeregt werden. Insbesondere die Reihe Artivism ermöglicht die Bespielung variabler Räume mit feministischer Kunst. Sie verfolgt den Ansatz, dass die Kunst nicht fertig kommt, sondern in diesen immer neuen Orten entsteht. Diese Form soll die Menschen zu mehr Spontanität in der Auseinandersetzung anregen. Die Mischung aus Kunst- und Kulturarbeit und das breite Angebot im Bereich Vernetzung, Beratung und Service macht FIFTITU% als Initiative, die Prozesse immer wieder startet und begleitet, so wichtig. Sie ist initiativ, provokant und unerschrocken in ihren Aktionen und eine gelungene Verbindung aus Gegenwartskunst und regionaler Kulturarbeit. Für diese beispielhafte Form der Kulturarbeit gebührt FIFTITU% die Auszeichnung mit dem outstanding artist award 2018(Daniela Gmachl und Suzie Heger )

Kulturinitiativenbeirat: Daniela Gmachl, David Guttner, Suzie Heger, Heike Kaufmann, Wolfgang Kuzmits, Thomas Philipp, Arno Rabl

Literatur – Margret Kreidl

Geboren 1964 in Salzburg, lebt als freie Schriftstellerin in Wien. Schreibt Lyrik, Prosa, Theaterstücke und Hörspiele. Textinstallationen im öffentlichen Raum. Lehrbeauftragte am Max Reinhardt Seminar und am Institut für Sprachkunst, Wien.

www.literaturport.de/Margret.Kreidl

Hörspiele (Auswahl seit 1989, zuletzt)

  • Eine Schwalbe falten, Komposition António Breitenfeld de Sá Dantas, ORF 2017, portugiesische Erstsendung: Dobrar uma Andorinha, Antena 2, 2018

Aufführungen (Auswahl seit 1990, zuletzt)

  • 2016 Grinshorn et Wespenmaler. Drames patriotiques, ins Französische übersetzt von Nathalie Quintane, Centre Dramatique National de Montpellier
  • 2015 Eine Schwalbe falten. Monolog, Kabinetttheater Wien
  • 2015 Dankbare Frauen. Komödie, ins Hebräische übersetzt von Yotam Benshalom, Tel Aviv University

Publikationen (Auswahl)

  • Hier schläft das Tier mit Zöpfen. Gedichte mit Fußnoten, Neue Lyrik aus Österreich, Verlag Berger, Horn 2018
  • Zitat, Zikade. Zu den Sätzen, Edition Korrespondenzen, Wien 2017
  • Einfache Erklärung. Alphabet der Träume, Edition Korrespondenzen, Wien 2014
  • Eine Schwalbe falten, Edition Korrespondenzen, Wien 2009
  • Mitten ins Herz, Edition Korrespondenzen, Wien 2005
  • Laute Paare. Szenen Bilder Listen, mit CD, Edition Korrespondenzen, Wien 2002
  • Grinshorn und Wespenmaler. 34 Heimatdramen, Edition Das fröhliche Wohnzimmer, Wien 2001
  • In allen Einzelheiten. Katalog, Ritter Verlag, Klagenfurt 1998
  • Ich bin eine Königin. Auftritte, Wieser Verlag, Klagenfurt 1996

Preise und Auszeichnungen (Auswahl)

  • 2018 outstanding artist award – Literatur, Bundeskanzleramt
  • 2017–2020 Robert-Musil-Stipendium, Bundeskanzleramt
  • 2016 und 2017 Elias-Canetti-Stipendium der Stadt Wien
  • 2003 Writer in Residence am Allegheny College, Meadville, Pennsylvania und an der Bowling Green State University, Ohio
  • 2000 Förderungspreis der Stadt Wien
  • 1996 Literaturförderungspreis der Stadt Graz
  • 1994 Reinhard-Priessnitz-Preis
  • 1993/94 Aufenthaltsstipendium Akademie Schloß Solitude, Stuttgart
  • 1991 Aufenthaltsstipendium Literarisches Colloquium, Berlin

Jurybegründung

Margret Kreidls literarisches Werk beeindruckt schon durch die formale Bandbreite – es umfasst Theaterstücke, Minidramen, Hörspiele, Libretti, Prosa und Lyrik in allen denkbaren Facetten und genreübergreifenden Abmischungen. Sie nutzt die Verfahrensweisen der Avantgarde und bindet sie mit unterschiedlichsten Formaten und Sprechweisen an aktuelle gesellschaftliche Fragestellungen zurück. Ihre mehr als 20 streng und zugleich witzig komponierten Buchpublikationen ergeben einen ganz eigenen subversiven Klangraum, in dem neue Sichtweisen auf die Literatur, das Leben und die Gesellschaft erprobt werden.

Jury: Sabine Gruber, Evelyne Polt-Heinzl, Herbert Ohrlinger

Medienkunst – Susanne Schuda

Susanne Schuda © Samuli Schielke

Geboren 1970 in Wien. Studium der visuellen Mediengestaltung bei Peter Weibel, Universität für angewandte Kunst, Wien, Abschluss 2003; lebt und arbeitet derzeit in Berlin als freischaffende Künstlerin in den Bereichen Video, Performance, Collage, Text, Installation, Internet und Kunst im öffentlichen Raum. Inhaltliche Schwerpunkte in ihrer Arbeit sind psychologische Dynamiken und die Verortung des Individuums in sozialen Kontexten, Humor nach Freud und die Sprache in- und außerhalb der Massenmedien.

In meiner Arbeit beschäftige ich mich vorrangig mit der Verfasstheit des Individuums innerhalb der Gesellschaft und mit einer konstruierten Realität. Übertreibung, Zuspitzung, Neukonstruktion von Bekanntem und Deformierung des Gewohnten lassen die Mechanismen spürbar werden, denen das Individuum ausgesetzt ist.

www.susanneschuda.net

Live-Performance, TV und Radio (Auswahl)

  • 2018 The Office Of Nothing Personal, im Rahmen der Ausstellung The Office Of Nothing Personal, in Kooperation mit Peter Szely, Studio der Neuen Galerie Graz
  • 2017 Late Night Group Therapy, im Rahmen der Ausstellung ba ≠ b+a MUSA Wien, Artweek Wien; Late Night Group Therapy: How Web Chews War. Isst das Internet Krieg? mit dem Medientheoretiker Florian Cramer als Apokalyptiker, vierte Welt, Berlin; Late Night Group Therapy: Wellnecersserity, Skype Therapy im Sanatorium Sonnenland, im Rahmen der Wienwoche, Wien; Late Night Group Therapy: Le election présidentielle, anlässlich der Präsidentenwahl in Frankreich, vierte Welt, Berlin
  • 2016 Late Night Group Therapy: Was ist der Zustand zwischen Post- und Prä-? Zum Jahreswechel 2016/17, Kubatur des Kabinetts, Fluc, Wien; Late Night Group Therapy: this ös reality, anlässlich der österreichischen Bundespräsidentenwahl 2016, vierte Welt, Berlin; Late Night Group Therapy: Wofür braucht Dich die Kunst? anlässlich 60 Jahre Gründungsjubiläum IG Bildende Kunst, Performance, IG Bildende Kunst, Wien; The International Party Of The Sensitive, Performance-Lecture, CCA-Andratx, Asbaek Stiftung, Mallorca
  • 2015 Deklination, eine Studie im unfreien Fall, Ann Cotten, Julius Deutschbauer, Susanne Schuda, @ Rumbalotte Continus, Berlin; die Wiener Wahlen und der Menschwerdungsschlamm, Moderation der Wienwahlen, eine Veranstaltung der internationalen Partei der Sensiblen, mit Barbis Ruder und Peter Szely, Fluc, Wien; Sensible Angelegenheiten, Rede als Parteivorsitzende der internationalen Partei der Sensiblen, im Rahmen der Einzelausstellung in der Galerie Gilla Lörcher, Berlin; Das ist die Wahrheit des Krieges, er muß sich im menschlichen Körper integrieren, artifizielle Talkshow, im Rahmen von Artist in Residence, ORF III
  • 2014 Ricarda Denzer calls Susanne Schuda, Performance, VBKÖ, Wien; Sinnfreiheit mit Bezugssystem, Performance im Rahmen des Festivals Intime Räume, IMA, Institut für Medienarchäologie, Hainburg

Einzelausstellungen (Auswahl)

  • 2018 The Office Of Nothing Personal, Studio der Neuen Galerie Graz, Graz
  • 2015 Die internationale Partei der Sensiblen, Galerie Gilla Lörcher, Berlin
  • 2014 der gesch(l)ützte Raum, Schauraum, Electric Avenue, Museumsquartier, Wien
  • 2012 selfabsorption at the fringe of your hole, T-K-Lang Gallery, Webster University, Wien
  • 2011 Mach die Welt…, Kosmetiksalon Babette, Berlin
  • 2009 die Zelle ist ewig und sinnfrei, Studio der Neuen Galerie Graz; die Zelle ist ewig und sinnfrei, Galerie Dana Charkasi, Wien; The Poet. I don‘t want to set the world on fire, Duo-Show mit Florian Schmeiser, Medianoche-Gallery, New York City; Video des Monats, Ursula Blickle Archiv, Kunsthalle Wien

Gruppenausstellungen, Screenings, Festivals, Kooperationen (Auswahl)

  • 2018 The Endless Island Of Absence, Video für Tanz-Performance, mit Linda Samaraweerova, Tanzquartier, Wien
  • 2017 ba ≠ b+a | 10 Jahre MUSA. Aus der Sammlung der Stadt Wien
  • 2016 Does every name already have a sound?, Kreuzberg Pavillon, Berlin; Look at me! I am made for you!, Projektraum LS43, Berlin
  • 2015 RE_MANU_FACT, Digitalia 2015, Szeszin, Polen; Mature and Angry, Gruppenausstellung, Contemporary Center of Art, Plovdiv
  • 2014 Experimental Video Art Exhibtion, BACC (Bangkok Art and Culture Centre), Thailand
  • 2013 Four For Edition Fever, Künstlerhaus Graz
  • 2010 New Media, Sex, and Culture in the 21st Century, Museum of New Art, Detroit; Verbotene Liebe: Kunst im Sog von Fernsehen, Medienturm Graz, Steirischer Herbst
  • 2009 Open Studios Red Gate Residency Exhibition, Beijing, China; Rewind/Fast Forward, Neue Galerie, Graz

Kunst im öffentlichen Raum (Auswahl)

  • 2018 100 Jahre Frauenwahlrecht, Plakat im Auftrag von Public Art Niederösterreich
  • 2015 Self Wood Hood, ein Totem, im Rahmen von Mission W-Skulptur im Wienerwald, Wien (www.mission-w.net)
  • 2010 das Ende, interaktive Installation, in Kooperation mit Florian Schmeiser, Liquid Music-Festival, Judenburg
  • 2008 der Tempelschläfer, interaktive Wander-Installation, in Kooperation mit Florian Schmeiser, KiÖR Steiermark
  • 2007 ValYou, mit Christa Ziegler, the english lovers, in Kooperation mit Florian Schmeiser, Intervention im öffentlichen Raum, Wien

Preise und Auszeichnungen (Auswahl)

  • 2018 outstanding artist award – Medienkunst, Bundeskanzleramt; Wiels-Residency, Brüssel,
  • 2016 Medienkunstpreis der Stadt Wien
  • 2015 CCA Andtratx, Residency Mallorca; Nominierung für Berlin Art Prize; Artist in Residence ORF III, Pixels & Bytes, Wien
  • 2008 Staatsstipendium für Medienkunst, Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur; Marianne von Willemer-Preis für digitale Medien, Linz
  • 2002 vienna video award, Sonderpreis der Werbung für Selbstinszenierung

Jurybegründung

Die Medienkünstlerin Susanne Schuda ist im besten Sinne ein Outstanding Artist. Mit ihrer Kunst schafft sie eine außergewöhnliche Sprach- und Bilderwelt, die sich vor allem aus der zeitintensiven Recherche im Internet generiert. Dieser auf sich selbst zurückgeworfenen Vereinzelung in der virtuellen Welt des Internet steht das performative Aufführen und die physische Präsenz der Person Susanne Schuda als Performerin gegenüber, die aus dem virtuellen Raum gesampelte und neu arrangierte Bild- und Textkollagen aufführt. In Susanne Schudas Werk präsentiert sich eine höchst eigenständige künstlerische Sprache, in der gesellschaftspolitische Reflexion und analytischer Humor zu einer Einheit finden.

Jury: Ricarda Denzer, Siegfried Fruhauf, Axel Stockburger

Musik – Andrea Sodomka

Geboren 1961, lebt und arbeitet in Wien als Komponistin, Medienkünstlerin und Kuratorin in den Bereichen Intermediaperformance und -installation, Elektronische Musik, Radiokunst, Interaktive Kunst und artistic research. Regelmäßige Beteiligung an kollaborativen Radio- und Internetprojekten. Sie bewegt sich vorwiegend in interdisziplinären Projekten, grenzüberschreitenden Aufführungsformen und dazu passenden Kontextorten. Studien an der Hochschule für angewandte Kunst und an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien. 1997 gründete sie gemeinsam mit Martin Breindl, Norbert Math und August Black das KünstlerInnennetzwerk alien productions. Es versteht sich als offenes Netzwerk, in dem SpezialistInnen verschiedenster Provenienz in interdisziplinärer Weise zusammenarbeiten. Seit 2012 arbeiten alien productions in Kooperation mit einem Team von ZoologInnen, Interface DesignerInnen und TheoretikerInnen an Metamusic, einem Klangprojekt für Graupapageien (http://metamusic.at/).

Aufführungen und Installationen (Auswahl)

Austrian Cultural Forum New York, Bienal Internacional de Música Eletroacústica de São Paolo, Brasilien, Cynet Art Festival, Dresden, Festival de Música de Alicante, Spanien, Festival of New Media, Art and Music, Prag, InterCommunication Center Tokio, Tanzquartier Wien, Traumlandschaften, St. Petersburg, International Festival of Computer Arts, Maribor, Radiokulturhaus Wien, Festival International de Musique Expérimentale Bourges, MITO Settembre Musica Milano, hamburger musikfest, Konzerthaus Wien, Berliner Ensemble, Diagonale, Kunstraum Engländerbau, Fürstentum Liechtenstein, Secession Wien.

Produktionen und Aufträge (Auswahl)

wien modern, ARTE, Frankreich, ECAS-European Cities of Advanced Sound Network, Jeunesse musicale, EBU-European Broadcasting Union, RNE Radio Nacional de España, ORF-Kunstradio, ORF-Zeitton, Ars Electronica Festival, musikprotokoll, Kulturquartier Linz, Museumsquartier Wien, RTP Rádio e Televisão de Portugal, RSO Radiosymphonieorchester, die reihe, Repertorio Zero.  

Werke (Auswahl)

  • 2018 Milch.Milch.Atmen, Klanginstallation (mit Bernhard Kathan); unschärfen – zweite art konferenz, wissenschaftlich-künstlerisches Text/Klangprojekt (mit Doris Ingrisch); Celsius, Performance für Klavier und Live-Elektronik (mit Rupert Huber)
  • 2017 The concept of things, Hommage à Yoko Ono, Elektronische Musik; Metavoices – Landschaft mit Graupapageien, Radiokomposition; Autoregulative Räume. The Quantified Self, Biofeedback-Installation, alien productions; Pansen Suite, elektroakustische Komposition für ein Lautsprecherorchester
  • 2016 unschärfen, eine art konferenz (mit Doris Ingrisch); Wortstaub Partikelwelt, elelektro-akustische Komposition, Version für Lautsprecherorchester
  • 2015 metamusic, Klanginstallation mit 21 Graupapageien, alien productions
  • 2014 Social Wirtshaus Web, Intermediainstallationen in einem ehemaligen Wirtshaus, alien productions
  • 2013 Celsius, Performance für Klavier und Live-Elektronik (mit Rupert Huber)
  • 2012 Tiefensonde, Seismographen – gesteuerte Klangskulpturen im öffentlichen Raum, alien productions
  • 2011 Perpetuum Mobile, Klanginstallation für acht computergesteuerte Haarföhne, alien productions
  • 2010 Vapor Trails of Europe, Live Radio Performance für einen Nano-Satelliten, alien productions
  • 2009 Intimate Space, Radiokomposition für Elektronik, Stimme, E-Gitarre und Akkordeon

Preise und Auszeichnungen (Auswahl)

  • 2018 outstanding artist award – Musik, Bundeskanzleramt
  • 2014 CYNETART Arte Creative Commission (alien productions)
  • 2012–13 Artists in Residence at European Cities of Advanced Sound Network (alien productions)
  • 2006 Anerkennungspreis des Landes Niederösterreich für Medienkunst (alien productions)
  • 2005 Artists in Residence bei United Media Arts, Durham, Canada (alien productions)
  • 1999 Förderungspreis der Stadt Wien für Musik
  • 1995 Staatsstipendium für Bildende Kunst (mit Martin Breindl), Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst
  • 1994 Förderungspreis des Landes Niederösterreich für künstlerische Fotografie; Composer in Residence, Institut für Elektronische Musik, Universität für Musik, Graz
  • 1991 Max-Brand-Preis

Jurybegründung

Die 1961 in Wien geborene Komponistin, Medienkünstlerin und Kuratorin gehört zu Österreichs wichtigsten Kunsttreibenden in den Bereichen Elektronische Musik, Radiokunst, Interaktive Kunst und Intermediaperformance. Andrea Sodomkas "Markenzeichen" ist das Verbinden unterschiedlicher Formen. Sie studierte an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst (Elektroakustik und experimentelle Musik) und an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien (bei Tasquil, Oberhuber und Caramelle). Mit der Gründung der alien productions 1997 setzte Sodomka gemeinsam mit Martin Breindl, Norbert Math und August Black weitere Weichen für interdisziplinäre Kooperation unterschiedlicher Bereiche. Das KünstlerInnen- Netzwerk für Arbeiten in Theorie und Praxis neuer Technologien sowie Medien schafft die Voraussetzung für gemeinsame Arbeiten von KünstlerInnen, TechnikerInnen, TheoretikerInnen und WissenschafterInnen. Ihr Wissen gibt Andrea Sodomka unter anderem am Institut für Musikwissenschaft der Universität Wien, der Kunstuniversität Linz und am Institut für Komposition und Elektroakustik an der Universität für Musik Wien weiter. Als Kuratorin ist sie seit 2001 mit alien productions, seit 2003 als Präsidentin von Fluss - Niederösterreichische Fotoinitiative tätig. Überzeugen kann man sich von Andrea Sodomkas Disziplinen übergreifenden und verbindenden Arbeiten durch zahlreiche Aufträge und Hörerlebnisse: in den letzten Jahren unter anderem von wien modern, Festival Phonofemme, Austrian Cultural Forum New York, Kunstraum Engländerbau Vaduz, ARTE, ECAS-European Cities of Advanced Sound Network, Jeunesse musicale, EBU-European Broadcasting Union, RNE Radio Nacional de España, ORF-Kunstradio, ORF-Zeitton, Ars Electronica Festival, musikprotokoll im steirischen herbst, Viertelfestival Niederösterreich, OK Offenes Kulturhaus Oberösterreich, Festival der Regionen, TONSPUR im Museumsquartier Wien, Ensembles die reihe, Repertorio Zero, early reflections.

Jury: Hannah Crepaz, Jury Everhartz, Margarethe Herbert, Ute Pinter, Gottfried Zawichowski