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Sabine Schwaighofer

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fantasizer 2003-2004; Fotoserie aus 7 Bildern, aus Sabine Schwaighofer - Fotoheft "fantasizer" 2003-2004 analoge C-Prints, 3x je 40x60cm 4x je 20x30cm (© Sabine Schwaighofer, BKA)

fantasizer

In der Serie fantasizer (2003-2004) vereinen sich Tulpen die in der Nacht blühen, das Selbstportrait, der Blitz und die aufregende Arbeit an der künstlerischen Arbeit. Alles dreht sich um Tag- und Nachtträume, Sexualität, Körper, und die Liebe zur und die Lust an der Fotografie. (Text: Sabine Schwaighofer 2016)

Sabine Schwaighofer befragt in fotografischen Serien komplexe Beziehungen von Körper, Geschlecht und Identität. … "Identity is an ever-unfinished conversation", hat Stuart Hall einmal gesagt. In Sabine Schwaighofers Arbeiten engagiert sich das Subjekt der Identifikation in der Sprache der Fotografie in so einer unabschließbaren Unterredung mit Normen, Idealen und Phantasien von Körper, Geschlecht und Sexualität. …

… Im Gegensatz zur Maskerade früherer Selbstbefragungen ist das Gesicht der Künstlerin in den Bildern dieser und der meisten folgenden Serien nackt und ihre Bekleidung ungezwungen. Zugleich wird einer sexuellen Motivik mehr Raum gegeben, wenn etwa in N.Y.C. ein geöffneter Nietengürtel wie ein Gitarrenhals mit seiner genitalen Symbolik von einer Hand fest umschlossen ist oder der Schatten der Kamera mit dem eines Dildos assoziiert wird. In fantasizer (2003-2004) ist dieser Motivbereich weiter ausgebaut, in "männlichen" Posen sexueller Potenz, in der Präsenz von Kondomen und Sexspielzeug in Küche, Bad und Arbeitszimmer zwischen Kochtöpfen, Medikamenten und Fernbedienungen, aber auch in der vermehrten Sichtbarkeit von erotischen und pornografischen Bildern aus Bildbänden und Magazinen. Hier werden nicht eindeutige Beziehungen gestiftet zwischen den Bildern der Selbstbefragung, den eigenen sexuellen Praktiken und Phantasien im alltäglichen Ambiente und den kommerziellen sexuellen Bildproduktionen. Eine dieser Beziehungsformen ist jedenfalls in der künstlerischen Praxis zu finden. Aufnahmen vom Arbeitstisch zeigen Negativstreifen und ausgearbeitete eigene Fotos neben oder auf den Pornoheften und erotischen Bildbänden liegen. Es scheint als würden sich die Selbstporträts und sexuellen Phantasien der Fotografin in der kulturellen Breite sexueller Orientierung und visueller Geschlechterdarstellung ihren Platz suchen. ... (Text: Christian Kravagna) 

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Fotos der 6-teiligen Serie: Selbstportrait N. Y. C, 2010-2011, Analoger Farbprint, je 15x22cm © Sabine Schwaighofer, BMUKK

"Die Fotos der 6-teiligen Serie 'Selbstportrait N.Y.C.' sind während meines Stipendium-Aufenthalts 2001-2002 entstanden. Seit ich meine 1. Kamera mit 14 bekommen habe, ist die Fotografie meine konstante Begleiterin. Von Beginn an war das Selbstportrait ein zentrales Thema meiner künstlerischen Arbeit. Ich fotografiere tagebuchartig, so ist meine Arbeit oft dokumentarisch. Die Beziehung zu mir selbst, zu anderen und zu Dingen, die mich beschäftigen und mir gefallen, steht im Mittelpunkt. Das kann ein Karfiol sein, ein Blick aus dem Fenster oder auch mein Schwanz. Ich beschreibe meine Arbeit als 'erweitertes Selbstportrait'." (Sabine Schwaighofer)

Sabine Schwaighofer
*1969 in Salzburg. 1995 Schule für künstlerische Fotografie (Friedl Kubelka), Wien; 2000: Studium der Fotografie an der Akademie der bildenden Künste Wien. Schwaighofers jüngste Ausstellungen umfassen u.a. ASSES AFFECTS ARCHIVES - VBKÖ(Wien 2016), MY GENDER IS MY INVENTION - One Gallery (Wien 2016), KUNSTANKÄUFE LAND SALZBURG - Galerie im Traklhaus (Salzburg 2015), THERE ARE MORE THINGS … - Kunstverein Baden (2015), ÖSTERREICHISCHE FOTOGRAFIE - Fotohof Salzburg (2014) und AUFSTELLUNGEN - PORTRAITS ZWISCHEN REALITÄT UND FIKTION - Fotogalerie Wien (2013). Seit 2013 hat sie eines der geförderten Ateliers in der Wattgasse (Wien) inne. 

Website: www.sabineschwaighofer.net